Studie von NLGA und AOK zeigt: Hitze führt zu mehr Krankenhausaufnahmen in Niedersachsen
Ab Durchschnittstemperaturen von mehr als 20° Celsius steigen die Krankenhausaufnahmen aufgrund von Dehydration sowie akutem Nierenversagen mit jedem zusätzlichen Grad stark an. Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen sind von diesem Effekt besonders betroffen. Um die Zusammenhänge zu überprüfen, wurden die täglichen stationären Aufnahmen bei vier spezifischen Diagnosen mit tagesbezogenen Temperaturdaten des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in einem Modell verknüpft.
NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil: „Die Studie verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich an die neuen klimatischen Veränderungen anzupassen und die Einrichtungen besser gegen hohe Temperaturen zu wappnen. Eine gute Vorbereitung durch strukturierte Hitzeschutzpläne ist für die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner von zentraler Bedeutung.“
Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Niedersachsen: „AnKliMM zeigt, wie sich aus Krankenkassendaten wichtige Erkenntnisse für Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… , Versorgung und gesundheitspolitische Entscheidungen gewinnen lassen. Hier helfen Routinedaten auch Sekundärdaten genannt, sind Daten, die routinemäßig von der gesetzlichen Krankenversicherung… , die gesundheitlichen Folgen von Hitze besser zu verstehen.“
Das Forschungsprojekt bestätigt, dass Hitzebelastungen auch zu einer erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Leistungen führen. Frühzeitige Präventionsmaßnahmen wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, strukturierter Hitzeschutz durch Verschattung oder angepasste Tagesabläufe können dazu beitragen, individuelle hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren und gleichzeitig das Gesundheitssystem zu schonen.
Im Rahmen des AnKliMM-Projekts wurden von 2018 bis 2024 stationäre Aufenthalte (gemäß Aufnahmedatum) von AOK-Versicherten aus der Klimaregion „östliches Flachland“ in Niedersachsen analysiert, die eine bestimmte Hauptdiagnose (Dehydratation, akutes Nierenversagen, vorzeitiger Blasensprung oder Frühgeburt) aufwiesen. Insgesamt lagen 16.628 Falldaten vor, die um tagesbezogene Temperaturdaten der DWD-Wetterstation Hannover Langenhagen ergänzt wurden, um einen möglichen Einfluss der Außentemperatur auf Krankenhausaufnahmen zu identifizieren. Anders als in anderen Studien konnte bei den Diagnosen vorzeitiger Blasensprung und Frühgeburt kein Zusammenhang nachgewiesen werden.
AnKliMM leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels in Niedersachsen. Nach einer erfolgreichen Projektphase von Juli 2024 bis August 2026 wurde jetzt der Abschlussbericht veröffentlicht, der auf der Website des Landesgesundheitsamts als Download zur Verfügung steht.