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Vulnerable Gruppen: Bei Prävention mangelt es nicht an Motivation 

06.05.2026 AOK Niedersachsen 3 Min. Lesedauer

AOK-Umfrage zu Gesundheit und Präventionsbedarf von Menschen mit wenig Einkommen

Ein Stethoskop liegt auf vielen Geldscheinen.

Wie steht es in Niedersachsen um die Gesundheit von Menschen, die wenig Einkommen haben? Was belastet sie am meisten? Nutzen sie Präventionsangebote zur Stärkung ihrer Gesundheit und Verbesserung ihrer Lebensqualität? Darauf haben der AOK Niedersachsen jetzt Sozialhilfe- und Bürgergeldbeziehende, Arbeitslose, Frührentnerinnen und -rentner geantwortet. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Wenn es um Gesundheitsförderung geht, mangelt es nicht an Motivation, sondern eher an Infos und einfachem Zugang zu passenden Angeboten.

Vulnerable Gruppen sind häufig von chronischen Erkrankungen, psychischen Belastungen und eingeschränkten Gesundheitschancen betroffen. 67 Prozent der Befragten stufen ihren Gesundheitszustand als mittelmäßig bis sehr schlecht ein. Besonders häufig treten Depressionen (38 Prozent), Rückenerkrankungen (36 Prozent), Bluthochdruck (33 Prozent) Arthrose (25 Prozent) und Adipositas (25 Prozent) auf. Nur sechs bis 14 Prozent der Befragten berichten, keine chronischen Leiden zu haben. 

Gesundheit und Finanzen sind zentrale Sorgenthemen

Von den Befragten machen sich 81 Prozent einige bis sehr große Sorgen über die Gesundheit. 80 Prozent fürchten, nicht genug Geld zur Verfügung zu haben. Danach folgen die Sorgen um Krieg (73 Prozent) und um die spürbaren Folgen des Klimawandels (68 Prozent). 65 Prozent nennen bei psychischen Belastungen Schlafprobleme, 58 Prozent leiden unter Stress. 

 

Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung sind wesentliche Faktoren

Angesichts der häufig belasteten Gesundheit sind bei den Befragten Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung zentrale Präventionsthemen. Allerdings gibt es hier auch Hürden.

  • Bewegung: Rund 75 Prozent geben an, mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv zu sein. Wenn es an Bewegung fehlt, nennen 26 Prozent als Grund dafür „gesundheitliche Einschränkungen“, 25 Prozent „mangelnde Motivation“ und 22 Prozent „hohe Kosten“.

  • Ernährung: 40 Prozent der Befragten sagen, dass sie täglich frisch kochen. Als Hemmnisse für gesunde Ernährung werden die Einschätzung, dass gesundes Essen zu teuer sei, angegeben (28 Prozent), 25 Prozent geben bisherige Essgewohnheiten an.

  • Stressbewältigung: 49 Prozent fühlen sich häufig oder sehr häufig durch Geldprobleme unter Druck gesetzt, 40 Prozent empfinden familiäre Herausforderungen als belastend. 

Informationszugang verbessern und Angebote niedrigschwellig gestalten

Nur 34 Prozent fühlen sich laut Befragung eher gut bis umfassend über Gesundheitsangebote informiert und wollen am liebsten direkt von ihrer Krankenkasse,  per Newsletter oder ihrem Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung… darüber Kenntnis erhalten. Für die Ausgestaltung von Präventionsangeboten zeigt sich ein klares Bild: Die Nutzungsbereitschaft ist grundsätzlich vorhanden, sofern Angebote niedrigschwellig, gut erreichbar, zeitlich flexibel und finanziell entlastend gestaltet sind. Insgesamt macht die Befragung der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Niedersachsen deutlich, dass Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… für vulnerable Gruppen weniger an fehlender Motivation scheitert als an strukturellen Barrieren. 

Als AOK Niedersachsen setzen wir uns aktiv dafür ein, Präventionsangebote für alle Versicherten gleichermaßen einfach, zugänglich und attraktiv zu gestalten. Bestehende strukturelle Hürden, insbesondere für vulnerable Gruppen, sollen abgebaut werden.  

Hintergrund

Die sowohl online als auch postalische geführte Befragung erfolgte im Zeitraum vom 15. August 2025 bis 7. September 2025. Die Stichprobe waren 1.067 GKV-Versicherte im Alter von 18 bis 75 Jahren aus Niedersachsen. Davon bezogen 269 Personen Arbeitslosengeld, 377 Bürgergeld, 91 Sozialhilfe und 330 waren frühverrentet. 

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Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Person: Stefanie Ohlendorf, Pressesprecherin AOK Niedersachsen
Pressesprecherin

Stefanie Ohlendorf

AOK Niedersachsen