Pressemitteilung

Hessen: Brust und Prostata am häufigsten von Krebs betroffen

28.01.2026 AOK Hessen 1 Min. Lesedauer

Zum Weltkrebstag am 4. Februar: AOK wertet Daten aus und sieht starke regionale Unterschiede

Krebsbetroffene sitzt bei der Arbeit an einem Schreibtisch.

Brust- und Prostatakrebs sind die am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern in Hessen. Knapp die Hälfte aller jährlich auftretenden Neuerkrankungen betreffen diese beiden Tumorarten, ergänzt durch die geschlechtsübergreifenden Neubildungen in der Lunge und im Dickdarm. Darauf weist die AOK Hessen anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar hin.1 Und: Beide Krebsarten nehmen in den letzten Jahren zu und verzeichnen erhebliche regionale Häufigkeitsunterschiede. 

Im Jahr 2023 waren demnach in Hessen 2,64 Prozent der männlichen Bevölkerung an Prostatakrebs erkrankt, während 2,63 Prozent der Frauen unter Brustkrebs litten. Darm- und Lungenkrebs liegen als dritt- und vierthäufigste Krebsarten mit 0,75 und 0,31 Prozent deutlich dahinter. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren 2,24 Prozent der Männer an Prostatakrebs und 2,32 Prozent der Frauen an Brustkrebs erkrankt – ein Anstieg um 18 bzw. 13 Prozent. „Diese Steigerung ist am ehesten mit der weiteren Alterung unserer Gesellschaft zu erklären. Neben den beinflussbaren Variablen wie zum Beispiel starkem Übergewicht bzw. Adipositas oder Rauchen ist und bleibt hohes Lebensalter der größte Risikofaktor für eine Tumorerkrankung“ sagt Dr. Christoph Stein vom Medizinischen Kompetenzcenter der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Hessen. 

1 Basis ist der AOK-Gesundheitsatlas

Erhebliche regionale Unterschiede

Deutlich schwerer zu erklären ist die regionale Verteilung. Selbst, wenn man in der Auswertung die unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsstrukturen der Bevölkerung in den einzelnen Regionen berücksichtigt, gibt es starke Abweichungen. Besonders deutlich wird das am Beispiel Prostatakrebs. Während im Jahr 2023 nur 2,17 Prozent der Männer im Hochtaunuskreis erkrankt waren, betrug die Quote im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3,74 Prozent. Direkt danach folgen der Werra-Meißner-Kreis mit 3,70 Prozent und der Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 3,32 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Brustkrebs: Während im Jahr 2023 nur 2,27 Prozent der Frauen in Darmstadt erkrankt waren, betrug die Quote im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3,20 Prozent. Hier folgen der Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 3,04 Prozent und die Stadt Kassel mit 2,94 Prozent. Insgesamt zeigt sich auch bei diesen Krankheitsbildern, ähnlich wie bei Diabetes oder Herzerkrankungen, ein Trend: Nordhessen ist tendenziell stärker betroffen als Südhessen – insbesondere als südhessische Städte.

Früherkennung nutzen

Die gesetzliche Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… bei Brustkrebs beinhaltet ab 30 Jahren eine jährliche ärztliche Brustuntersuchung sowie das Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 76 alle zwei Jahre. Die Prostatakrebs-Früherkennung in Deutschland umfasst ab 45 Jahren die jährliche kostenlose Tastuntersuchung der Prostata und ein urologisches Beratungs-Gespräch, wobei der häufig angebotene PSA-Bluttest derzeit eine freiwillige Zusatzleistung ist. Eine transrektale Ultraschall-Untersuchung der Prostata von innen ist ebenfalls eine sog. Selbstzahlerleistung. Über die konkrete Ausgestaltung der Früherkennung von Prostatakrebs findet derzeit eine intensive fachliche Debatte statt.

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Pressesprecher

Stephan Gill

AOK Hessen