Pressemitteilung

Stimmt das jetzt? Habe ich Krebs?

26.02.2026 AOK Hessen 3 Min. Lesedauer

Gesundheitsinformationen im Netz: Oft widersprüchlich und teilweise falsch / Neue Befragung in Hessen

Eine Frau sitzt vor einem Laptop und recherchiert.

Eine repräsentative forsa-Befragung* in Hessen im Auftrag der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… zeigt: Die Online-Recherche zu akuten Symptomen oder einem gesundheitlichen Verdacht führt nicht immer zu einem befriedigenden Ziel. Im Nachhinein können sich scheinbar objektive Fakten als falsch herausstellen. Zumal ein Großteil glaubt, dass viele Suchergebnisse kommerziell beeinflusst und nicht verlässlich sind. Die beste Quelle sind nach Ansicht der Befragten ohnehin Ärztinnen und Ärzte – mit weitem Abstand.

Zwei Drittel (66 Prozent) der hessischen Bevölkerung befragen häufig oder zumindest gelegentlich das Internet zu gesundheitlichen Themen. Weitere 22 Prozent tun dies auch, aber selten.  Aber kaum jemand verlässt sich auf die ersten brauchbaren Fundstücke: 89 Prozent stimmen voll und ganz oder eher zu, dass sie mehrere Quellen überprüfen, um sicher zu gehen, dass die Informationen korrekt sind. Für die Mehrheit (63 Prozent) sind sie schon mal widersprüchlich (voll und ganz: zehn Prozent / eher: 53 Prozent), mehr als die Hälfte (voll und ganz: sechs Prozent / eher: 46 Prozent) zweifelt regelmäßig an deren Richtigkeit. 29 Prozent geben an, dass sich gefundene Informationen im Nachhinein als falsch herausgestellt haben.

Googeln ist einfach, Praxis ist besser

Fast jedem Dritten (29 Prozent), der online nach Gesundheitsinformationen sucht, fällt dies schwer – vor allem, weil eine kommerzielle Beeinflussung vermutet wird (73 Prozent tun dies). Fast dieselbe Anzahl erkennt nur schwer, welche Quellen überhaupt verlässlich sind. Bei 42 Prozent der Online-Suchenden führt dies dazu, dass sich ihr Vertrauen in Gesundheitsinformationen im Netz verringert hat. Viele fühlen sich bei der Suche auch verunsichert (41 Prozent).  „Googeln ist einfach, einen KI-Bot zu befragen ebenso – aber die Informationsflut zu filtern und richtig einzuordnen kann sehr anspruchsvoll sein“, meint Dr. Christoph-Gerard Stein, Mediziner bei der AOK Hessen. 

Immerhin sieben Prozent der Hessinnen und Hessen, bei denen sich Informationen im Nachhinein als falsch herausstellten, haben medizinische Hilfe erst später aufgesucht – weil sie sich darauf verlassen hatten. „Deshalb ist es immer besser, bei Beschwerden eine hausärztliche Praxis aufzusuchen, denn medizinischer Sachverstand und eine richtige körperliche Untersuchung können durch nichts ersetzt werden“, so Stein weiter. Ärztinnen und Ärzte stehen ohnehin auf dem ersten Platz als Informationsquelle (78 Prozent aller Befragten geben das an), danach kommen Apotheken (35 Prozent) und Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… (33 Prozent). Das Vertrauen in Ärztinnen und Ärzte ist überwältigend hoch (sehr stark: 51 Prozent / eher stark: 43 Prozent).

Wenn es um den Verdacht auf Krebs geht oder eine medizinisch festgestellte Diagnose dieser Art: Die Hessische Krebsgesellschaft bietet fundierte Beratung, Begleitung und Entlastung krebskranker Menschen und ihrer Angehörigen an. Da erübrigt sich eine Online-Recherche möglicherweise. Beratungstermine können kurzfristig vereinbart werden. Sie sind vertraulich und kostenfrei.

*Online-Panel, 750 Personen ab 18 Jahren (Zeitraum:18.12.2025 bis 17.01.2026)