Zahl jüngerer Pflegebedürftiger stark gestiegen
In jüngeren Altersgruppen erhöhte sich die Anzahl neuer Pflegebedürftiger in den vergangenen Jahren um mehr als 150 Prozent. Die Zahl der Begutachtungen von Kindern und Jugendlichen hat sich gar fast vervierfacht. Dies berichtete der Medizinische Dienst Bund Mitte Juli in seinem „Report Pflegebedürftigkeit“.
Bei den jüngeren Altersgruppen (von 18 bis 69 Jahren) erhöhte sich die Anzahl neuer Pflegebedürftiger in den vergangenen Jahren um mehr als 150 Prozent. Als Grund wird genannt, dass seit der Pflegereform 2017 kognitive, psychische und psychiatrische Beeinträchtigungen bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) vom 27. November 2015 wurde der Begriff der… stärker berücksichtigt werden. Die Zahl der Begutachtungen von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren hat sich in einem Jahrzehnt fast vervierfacht – von rund 53.000 im Jahr 2015 auf etwa 190.000. Bei ihnen führten vor allem Beeinträchtigungen aufgrund von hyperkinetischen Störungen, wie beispielsweise Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und anderen Entwicklungsstörungen, zu Pflegebedürftigkeit.
Die meisten Erwachsenen werden im Alter zwischen 75 und 90 Jahren pflegebedürftig – meist aufgrund von demenziellen Erkrankungen oder anderen Alterserkrankungen wie Senilität, Polyarthrosen, Störungen der Mobilität, schweren Herz- und Lungenerkrankungen. Der „Report Pflegebedürftigkeit“ zeigt: Im Jahr 2025 lebten neun von zehn Pflegebedürftigen zu Hause, mehr als jede zweite antragstellende Person organisierte die Versorgung ohne Unterstützung eines professionellen Pflegedienstes.