Vom Austausch profitieren alle
Persönlichkeiten aus dem ganzen Land engagieren sich ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der AOK Hessen. Monatlich bezieht bei „Nachgefragt“ ein Mitglied des Verwaltungsrates Stellung. Dieses Mal kommt die Versichertenvertreterin Angelika Kappe zu Wort, Vorsitzende des Grundsatzausschusses.
Angelika Kappe war über viele Jahre bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Geschäftsführerin der Bezirke Osthessen und Hanau/Main-Kinzig sowie zuletzt stellvertretende Landesbezirksleiterin von Verdi Hessen. Seit Oktober 2025 befindet sie sich im wohlverdienten (Un-)Ruhestand. Sie ist seit September 2011 Mitglied des Verwaltungsrates der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Hessen und aktuell die Vorsitzende des Grundsatzausschusses auf Versichertenseite. Von 2023 bis Ende 2024 übernahm sie interimsweise den alternierenden Vorsitz des Verwaltungsrates. Die 65-Jährige lebt im osthessischen Hauneck.
Werden aus Ihrer Sicht die Belange der Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen ausreichend berücksichtigt?
Dazu ist es zunächst einmal von Bedeutung, die Belange der Patientinnen und Patienten zu kennen. Es ist wichtig, immer ein offenes Ohr für die Menschen, ihre Probleme und Bedürfnisse zu haben. Durch den engen Kontakt zu Patienten- und Selbsthilfeorganisationen wissen wir als Versichertenvertreterinnen und -vertreter in der Selbstverwaltung, wo der Schuh drückt. Ich bin dankbar, dass die AOK Hessen seit 2003 mit der Veranstaltungsreihe „Selbsthilfe im Dialog“ ein starkes Instrument hat, um sich mit Patientinnen und Patienten auszutauschen. Gerade die Mitglieder von Selbsthilfegruppen Viele Kranke und ihre Angehörigen engagieren sich in Selbsthilfegruppen, um Unterstützung bei der… verfügen als Expertinnen und Experten in eigener Sache über sehr viel Wissen und Erfahrungen. Vom gemeinsamen Austausch profitieren alle gleichermaßen. Als Mitglied des Verwaltungsrates der AOK Hessen ist es mir wichtig, regelmäßig bei der Veranstaltung vor Ort zu sein und mit den Menschen ins Gespräch, in den Austausch zu kommen.
Im Fokus muss aber auch stehen, die Patientensicherheit, die Patientenrechte Patientenrechte erwachsen aus allen Regelungen, die dem Patientenschutz, der Patientenautonomie,… und die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken. All diese Aspekte müssen vorangebracht werden. Die Stärkung der Patientenrechte ist besonders bei Behandlungs- und Pflegefehlern sowie Medizinprodukteschäden notwendig. Hier ist eine Beweisführung für Patientinnen und Patienten oftmals schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Wir müssen daher bei den politisch Verantwortlichen auf ein Gleichgewicht zwischen Behandelnden und Patienten hinwirken und damit die Patientenrechte stärken.