Strukturelle Defizite angehen
Persönlichkeiten aus dem ganzen Land engagieren sich ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der AOK Hessen. Monatlich bezieht bei „Nachgefragt“ ein Mitglied des Verwaltungsrates Stellung. Den Beginn macht Stefan Würzbach, Vorsitzender auf Versichertenseite.
Stefan Würzbach ist seit Dezember 2024 versichertenseitig alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Hessen. Mitglied in dem ehrenamtlichen Gremium ist er seit Juli 2024. Beruflich ist der 42-jährige Frankfurter Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik beim DGB Hessen-Thüringen. Zuvor war der studierte Politikwissenschaftler 14 Jahre lang Referent für Haushalts- und Finanzpolitik der Linksfraktion im Hessischen Landtag und vorher beim DGB Hessen-Thüringen Referent in der Abteilung Struktur- und Technologiepolitik.
Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die GKV in den kommenden Jahren?
Die Herausforderungen sind vielfältig. Herauszuheben ist dabei sicher die demographische Entwicklung. Versorgungsbedarfe werden sich verändern und steigen, woraus höhere Ausgaben für die GKV resultieren werden. Wenn schon in den nächsten Jahren absehbar mehr Menschen in den wohlverdienten Ruhestand gehen und weniger im Arbeitsleben sind, senkt dies die Einnahmenbasis für die Sozialversicherungen. Gleichzeitig fehlen Arbeitskräfte auch für Gesundheit und Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… – bei wie schon gesagt steigendem Versorgungsbedarf. Dies mach deutlich, dass Strukturreformen im Bereich Gesundheit und Pflege unerlässlich sind, um eine gute Versorgung flächendeckend zu sichern. Eine zielgerichtete Umsetzung der Krankenhausreform und eine bessere Patientensteuerung, etwa durch ein Primärversorgungsmodell, sind hier Ansatzpunkte.
Die Finanzlage in der GKV und der SPV ist aktuell aber derzeit so angespannt, dass wir auch kurzfristig wirksame Maßnahmen brauchen. Ein Beispiel dafür sind die Pauschalen, die der Bund für Bürgergeldempfangende an die GKV zahlt. Diese reichen bei weitem nicht aus, um die Kosten dieser Personengruppe zu decken. Allein hier gehen der GKV rund zehn Milliarden Euro an Einnahmen verloren. Es ist richtig, dass der GKV-Spitzenverband Mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz wurden die Organisationsstrukturen in der gesetzlichen… gegen diese einseitige Belastung der Beitragszahlenden der GKV klagt.