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Adipositas ganzheitlich denken

12.03.2026 AOK Hessen 3 Min. Lesedauer

Eine Konferenz der FAZ widmete sich den Herausforderungen von „Gesundheit und Ernährung“. In einer der Diskussionsrunden war Dr. Angela Smith dabei, Leiterin der Stabsstelle „Medizinisches Kompetenzcenter“ bei der AOK Hessen. Thema war neben Diabetes mellitus auch Adipositas – mit unterschiedlichen Aspekten der Versorgung und Prävention.

Foto zeigt eine Podiumsrunde aus fünf Frauen und einem Mann. Im Vordergrund, etwas im Halbdunkel sieht man Zuschauerinnen und Zuschauer der Veranstaltung „Gesundheit und Ernährung“
Die Diskussionsrunde „Adipositas ganzheitlich denken: Von der Lebensrealität Betroffener zur besseren Versorgung“ wurde von Johanna Kuroczik (FAZ, rechts) moderiert. Angela Smith von der AOK Hessen (Dritte von rechts) stellte unter anderem den Online-Coach Adipositas vor.

Stigmatisierung und Unkenntnis

„Adipositas ganzheitlich denken“ – dieser Herausforderung stellten sich in der Diskussionsrunde neben Angela Smith noch Prof. Dr. Jörg Bojunga, stellvertretender Klinikdirektor an der Uniklinik Frankfurt, Marion Rung-Friebe vom Adipositas Verband, Helena Kühnemund von der Lilly Deutschland GmbH und Claudia Catacchio als weitere Betroffene. Beide erkrankte Frauen berichteten, dass Menschen mit Adipositas nach wie vor Stigmatisierung erleben, auch weil ihnen unterstellt wird, dass sie ihre Erkrankung durch fehlende Disziplin beim Lebensstil selbst verschuldet hätten. Dass Adipositas seit 2020 auch in Deutschland als chronische Krankheit wird in der Medizin als Abweichung von Gesundheit oder Wohlbefinden verstanden. Allerdings stößt die… anerkannt ist, hat nur unwesentlich etwas daran geändert. Frau Catacchio sprach vielen Betroffenen aus dem Herzen: Die meisten Ratschläge zum Abnehmen, auch teilweise die ärztlichen, zeugen schlichtweg von Unkenntnis über das Krankheitsbild und geben den Betroffenen das Gefühl, versagt zu haben. Die meisten Menschen mit Adipositas haben im Laufe der Jahre unzählige Diätversuche hinter sich gebracht und sind am Jo-Jo-Effekt gescheitert.

Wissenschaftlich fundiertes Online-Angebot der AOK

Auf die Frage nach spezifischen Angeboten wurden neue Versorgungsmethoden aus Klinik und Forschung diskutiert. Als Angebot der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… stellte Angela Smith den neuen Online-Coach Adipositas vor. Dieser soll durch wissenschaftlich fundiertes Infotainment die mentale Gesundheit adipöser Menschen stärken und Strategien vermitteln, wie Betroffene ihren Lebensstil schrittweise verändern und ihr Körpergewicht langfristig senken können.

Sozioökonomisches Problem und Stoffwechselerkrankung

Bei der Frage, welche Möglichkeiten es gibt, Adipositas zu verhindern, steht für Smith an erster Stelle, die Gesundheitskompetenz zu fördern – am besten so früh wie möglich. Zwar gibt es zahlreiche Angebote in Kitas und Schulen, letztendlich entscheiden aber im häuslichen Umfeld elterliche Gesundheitskompetenz und sozioökonomischer Status darüber, ob ein gesunder Lebensstil langfristig gelingt. Das ist auch ein Grund dafür, dass Therapieangebote für junge Menschen mit Adipositas regelmäßig scheitern, wenn sie im familiären Umfeld mit einem ungesunden Lebensstil konfrontiert werden. „Adipositas ist zu großen Teilen auch ein sozioökonomisches Problem“, so Smith, „durch höhere Steuern auf ungesunde und Subventionen für gesunde Lebensmittel hätten wir eine Möglichkeit, hier steuernd einzugreifen.“ Wiederholt wurde in den Diskussionen auf dem Kongress hervorgehoben, dass es allein mit Informationen zu gesunder Ernährung nicht getan sei. 

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