Mehr gesunde Lebensjahre sind das Ziel
Der Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg informierte sich über den Krankengeldbezug und die Begleitung für eine schnellere Genesung. Das Unternehmen Josef Rettenmaier & Söhne in Rosenberg war Gastgeber für diese Bezirksratssitzung.
Rosenberg, Schwäbisch Gmünd, Aalen, Heidenheim. „Kein Mensch will krank werden und alle wollen schnell wieder gesund werden“, sagt Timo Weit, Geschäftsbereichsleiter Kunde & Gesundheit bei der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Ostwürttemberg gegenüber den Bezirksrätinnen und -räten der AOK Ostwürttemberg. „Wir als Gesundheitskasse haben das Ziel, unseren Versicherten mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen. Das fängt früh mit Präventionsangeboten schon in den Kindergärten an, wir bieten Programme zur Rückenstärkung, der seelischen Gesundheit und Ernährungsberatung an. Wenn ein Mensch länger arbeitsunfähig ist, stehen wir unseren Versicherten als starker Partner zur Seite, um gemeinsam den Weg zurück zu mehr Lebensqualität und Gesundheit zu erarbeiten“, so Timo Weit.
In Deutschland haben Menschen, die länger als sechs Wochen am Stück krank sind und in einem sozialversicherten Beruf tätig sind, Anspruch auf Krankengeld Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten Krankengeld als Entgeltersatz. Es soll den… . Dies wird nach sechs Wochen – davor zahlt der Arbeitgeber – von der Krankenversicherung ausgezahlt, in der Regel sind es 70 Prozent des Bruttogehalts, welches bis zu 78 Wochen bezogen werden kann. Die Ausgaben für Krankengeld lagen in Deutschland 2025 bei rund 21,6 Milliarden Euro über alle gesetzlichen Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… hinweg.
Im Durchschnitt sind die langzeiterkrankten Arbeitnehmerinnen und -nehmer in Ostwürttemberg sechs Monate arbeitsunfähig, ähnlich ist auch der Landesschnitt. Menschen ab 50 Jahren bis zum Renteneintritt stellen mehr als die Hälfte aller Langzeiterkrankten im Erwerbsleben. Die meisten haben psychische oder Muskel-Skelett-Erkrankungen. Dann gäbe es noch mit großem Abstand Tumorerkrankungen, sprich, Krebs, Verletzungen und Herz-Kreislauferkrankungen.
„Wir wollen bei unserer Gesundheitsbegleitung ganzheitlich beraten, sprich, nicht nur die Krankheit wird in der Medizin als Abweichung von Gesundheit oder Wohlbefinden verstanden. Allerdings stößt die… im Blick haben, sondern auch das Umfeld des Betreffenden betrachten“, betont Weit. Christoph Baier, Leiter der Gesundheitsbegleitung bei der AOK Ostwürttemberg ergänzt: „Wenn etwa eine Person unter Depressionen leidet, aber sie in ihrem privaten Umfeld kein Verständnis und keine Unterstützung erfährt, dann wird eine Genesung schwierig.“
In solchen Situationen werde, so Baier, bei der AOK der Soziale Dienst eingebunden, damit beispielsweise mit der Organisation eines professionellen Helfersystems unterstützt werden kann. „Wir müssen aufgrund der Engpässe im medizinischen und therapeutischen Bereich, wo es schwierig ist, zeitnah einen Termin zu bekommen, bei der zielgerichteten Steuerung mit unterstützen, damit die Versorgung bedarfsgerecht und zeitnah erfolgt. Hier geht es um mehr als nur um eine Auszahlung des Krankengeldes, sondern um eine wertschätzende gesundheitsfördernde Begleitung“, betont Christoph Baier. „Unser Ziel sind mehr gesunde Lebensjahre, je früher der Betreffende gesund ist, umso besser für ihn, wie auch für den Arbeitgeber. Auch die Solidargemeinschaft der Beitragszahlenden profitiert.“
Markus Kilian, Vorsitzender des Bezirksrates der AOK Ostwürttemberg, bedankt sich für den Einblick in die Versorgungssteuerung und Gesundheitsbegleitung. „Es ist gut zu wissen, dass die Langzeiterkrankten nicht allein gelassen werden. Doch müssen wir als Gesellschaft viel stärker in die Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… investieren. Gerade mal 670 Millionen Euro haben die Krankenversicherung deutschlandweit für die Prävention ausgegeben. Das sind gerade mal drei Prozent des Betrages, den die Kassen jährlich für das Krankengeld aufbringen müssen.“
Im weiteren Verlauf der Sitzung informierte AOK-Geschäftsführer Hans-Joachim Seuferlein über die jüngst beschlossene Gesundheitsreform. Er weist bei der Vorstellung darauf hin, dass all die Maßnahmen keine strukturellen Reformen beinhalten, sondern das absehbare Defizit schließen sollte. „Der GKV drohte 2027 ein Finanzloch von 19 Milliarden Euro, welches 2028 auf 25 Milliarden Euro angestiegen wäre. Alle Krankenkassen hätten ihre Zusatzbeiträge zu Lasten aller Beitragszahlenden sehr stark erhöhen müssen.“
Der AOK-Chef sieht die Politik weiter in der Pflicht: „Die beschlossenen Maßnahmen helfen die nächsten zwei Jahre, die Beiträge zu stabilisieren. Diese Zeit muss intensiv genutzt werden, um die Strukturreformen voranzutreiben und beschlossene Reformen, wie die verabschiedete Krankenhausreform und geplante Notfallreform auch konsequent umzusetzen. Sonst droht ab 2029 ein erneuter Beitragsanstieg.“
Heike Madan, alternierende Vorsitzende und Versichertenvertreterin des Bezirksrates, weist darauf hin, dass die finanzielle Schieflage der GKV nicht über Nacht entstanden sei, sondern das Ergebnis einer jahrelangen politischen Unterfinanzierung und einer zunehmenden Verlagerung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben auf die gesetzlichen Krankenkassen. „Es besteht die Gefahr, dass die Akzeptanz für das solidarische Gesundheitssystem schwindet, wenn die Beiträge weiter steigen und parallel kranke Menschen, obwohl sie versichert sind, immer höhere Eigenanteile zu zahlen haben“, betont Madan.
Markus Kilian begrüßt die Stabilisierung der Beitragssätze und fordert weiterführende strukturelle Reformen. „Durch die paritätische Finanzierung erhöht jeder Anstieg des Beitragssatzes die Lohnnebenkosten direkt und schwächt unsere Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland“, sagt Markus Kilian.
Das Bezirksrats-Gremium plädiert dafür, dass der Staat seiner Verantwortung gerecht wird und die gesetzliche Krankenversicherung zukünftig so aufstellt, dass alle versicherungsfremden Leistungen wie auch die Beiträge für die Grundsicherungs-Empfänger immer vollständig aus Steuermitteln des Bundes getragen werden.
Markus Kilian bedankte sich zum Abschluss der Sitzung bei Christian Henke, Personalleiter bei Josef Rettenmaier & Söhne, dass die Sitzung in den Räumen des Unternehmens stattfinden konnten. Christian Henke ist seit 2024 als Vertreter der Arbeitgeberseite im Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg.
Über den Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg
Das paritätisch aus jeweils 13 Arbeitgeber- und Versichertenvertretern zusammengesetzte Organ der Selbstverwaltung unterstützt die Geschäftsführung der AOK Ostwürttemberg in gesundheitspolitischen Fragen. Die ehrenamtlichen Vorsitzenden des Bezirksrates sind im jährlichen Wechsel Heike Madan, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd (Versichertenvertreter) und Markus Kilian, Geschäftsführer der Südwestmetall Ostwürttemberg (Arbeitgebervertreter).
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