Pressemitteilung

Leichter Rückgang der Krankheitstage in Reutlingen und Tübingen

19.03.2026 AOK Baden-Württemberg, Neckar-Alb 4 Min. Lesedauer
Marion Rostam steht vor einem Bildschirm und erklärt ein Diagramm aus dem Gesundheitsreport 2026 für die AOK Neckar-Alb.

Reutlingen. Laut AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Statistik sind die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Beschäftigten in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen etwas gesunken. Sorgen bereiten weiterhin die hohen Ausfallzeiten wegen Langzeiterkrankungen.

Die 130.141 in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen beschäftigten AOK-Mitglieder waren im Jahr 2025 an 5,6 Prozent aller Kalendertage krankgeschrieben. Das sind etwa 20,5 Krankentage pro Beschäftigtem im Jahr. Damit hat sich der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… in beiden Kreisen um 0,2 Prozent oder um einen halben Krankheitstag im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Mit dem aktuellen Wert liegen die Regionen sowohl unter dem Landesdurchschnitt von 5,8 Prozent als auch deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 6,4 Prozent. Im bundesweiten Ranking verbessert sich Baden-Württemberg auf Platz 2, zusammen mit Bayern (5,8 Prozent). Besser schneidet beim Krankenstand mit 5,7 nur Berlin ab. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse hervor, den die Geschäftsführerin der AOK Neckar-Alb, Marion Rostam, in einer Pressekonferenz vorstellte.

„Mit Blick auf den allgemeinen Personal- und Fachkräftemangel ist die Entwicklung bei den krankheitsbedingten Ausfällen ein Hoffnungsschimmer, wenngleich wir noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau sind. Vor allem die Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten machen uns weiterhin Sorge, weil sie 40 Prozent der Krankheitstage insgesamt ausmachen. Außerdem sehen wir einen starken Anstieg bei den Kurzzeit-Erkrankungen. Dieser signifikante Anstieg ist jedoch der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… geschuldet, denn unsere Statistik erfasst jetzt auch diejenigen Fälle, die den Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… früher nicht gemeldet wurden“, ordnet Marion Rostam, Geschäftsführerin der AOK Neckar-Alb, die Daten ein. Seit der Einführung der eAU im Jahr 2022 werden alle AU-Bescheinigungen automatisch von den Arztpraxen an die Krankenkassen geschickt. Zuvor oblag es den Versicherten, die Papier-Bescheinigungen an ihre Krankenkasse zu übermitteln – und dies wurde insbesondere bei kurz andauernden Erkrankungen nicht zuverlässig gemacht.

Auf 100 Beschäftigte kamen übers Jahr in Reutlingen 209 und in Tübingen 208 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, was einen Rückgang um jeweils 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Anteil der Beschäftigten, die sich einmal oder mehrfach krankmeldeten, betrug im Landkreis Reutlingen 62,7 Prozent (64,9 Prozent im Vorjahr) und im Nachbarkreis Tübingen 63,6 Prozent (64,7 Prozent in Vorjahr). Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag in beiden Kreisen bei 9,8 Kalendertagen und blieb damit gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Top-3-Krankheiten

Sowohl in Reutlingen als auch in Tübingen, sind Atemwegserkrankungen der häufigste Grund für eine ärztlich bescheinigte Krankmeldung. Sie haben einen Anteil von 30,0 Prozent (Reutlingen) beziehungsweise 30,3 Prozent (Tübingen) an allen Fällen. Auf Platz 2 der häufigsten Diagnosen landen mit 12,9 Prozent (Reutlingen) beziehungsweise 12,1 Prozent (Tübingen) die Muskel- und Skeletterkrankungen, gefolgt von Erkrankungen des Verdauungssystems mit 6,3 Prozent in Reutlingen und 5,7 Prozent in Tübingen.

Betrachtet man die Dauer der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, führen die Muskel- und Skeletterkrankungen mit 19,5 Prozent (Reutlingen) beziehungsweise 18,0 Prozent (Tübingen) die Liste an, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 15,0 Prozent (Reutlingen) beziehungsweise 15,2 Prozent (Tübingen) und psychischen Beschwerden mit 12,6 Prozent (Reutlingen) beziehungsweise 13,8 Prozent (Tübingen).

Welche Branchen kränkeln mehr, welche weniger?

Im Branchenvergleich fehlten – wie bereits 2024 – die Beschäftigten im Verkehrs- und Transportwesen mit 6,3 Prozent aller Kalendertage am häufigsten. Am geringsten fiel der Krankenstand im Wirtschaftszweig Banken und Versicherungen aus. Hier lag er bei nur 4,0 Prozent.

Innerhalb der Branchen sticht jeweils eine Gruppe mit besonders vielen Fehltagen hervor: In Reutlingen fehlten Beschäftigte von Stuckateurarbeiten krankheitsbedingt an gut 40 Tagen, in Tübingen hatten Arbeiter in der „planlosen Metallbearbeitung“ sogar gut 56 krankheitsbedingte Fehltage. Dagegen waren Geschäftsführer oder Vorstände in Reutlingen mit 6 Fehltagen und Beschäftigte der Hochschullehre und Forschung mit 5 Tagen am wenigsten krankgeschrieben.

Betrachtet man die Entwicklung der Krankenstände beider Landkreise nach Alter und Geschlecht, fällt auf, dass der Krankenstand bei Männern und Frauen im Alter zwischen 30 und 34 Jahren am geringsten ist. Ab 40 Jahren sind Frauen in Reutlingen öfters krank als Männer, in Tübingen ab 45 Jahren. Ab 60 Jahren sind es dann wieder die Männer, die den Krankenstand in beiden Landkreisen anführen, und zwar mit einem Spitzenwert von 10,1 Prozent in Tübingen beziehungsweise 10,6 Prozent in Reutlingen.


Hinweis an die Redaktion:

Grundlage für den Gesundheitsreport sind Krankheitsdaten aus dem Jahr 2025 von 79.523 im Landkreis Reutlingen und 50.618 im Landkreis Tübingen beschäftigen AOK-Mitgliedern. Ausgewertet wurden diese vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO). Berücksichtigt wurden nur durch eine ärztliche Bescheinigung gemeldete Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle). Als AU-Tage gelten Kalendertage, also auch Samstage, Sonntage und Feiertage. Fehlzeiten aufgrund von Kuren und Krankengeldfälle wurden ebenso berücksichtigt. Die Daten der AOK Baden-Württemberg mit einem Marktanteil von über 53 Prozent in der Region gelten als repräsentativ.

1 passender Download

  • Marion Rostam, Geschäftsführerin der AOK Neckar-Alb, präsentiert den Krankenstand für die Landkreise Reutlingen und Tübingen.

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Eveline Blank
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