Bauernfeind: Praxisschließungen auf dem Rücken der Versicherten das falsche Signal
Aus Protest gegen das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat Medi Baden-Württemberg am Mittwoch (10.06.2026) zu ganztägigen Praxisschließungen von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten im Südwesten aufgerufen. Im Interview mit SWR Aktuell ordnet Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, den Protest der Ärztinnen und Ärzte ein und fordert eine Rückkehr zum Prinzip der einnahmenorientierten Ausgabenpolitik in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Im Interview mit SWR Aktuell ordnet Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Baden-Württemberg, den Protest der Ärztinnen und Ärzte ein und fordert eine Rückkehr zum Prinzip der einnahmenorientierten Ausgabenpolitik in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Den Protest und die Sorgen der Arztpraxen bewertet er als nachvollziehbar, sieht die Praxisschließungen auf dem Rücken der Versicherten, die seit Jahren eine immer stärkere Belastung tragen, jedoch als das falsche Mittel.
Honorarerhöhungen, Medikamentenpreise und alle weiteren Gesundheitsausgaben Das Statistische Bundesamt erstellt im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung eine… müssten sich an den realen finanziellen Möglichkeiten der GKV orientieren. Zudem brauche es Strukturreformen, um langfristig und nachhaltig die Finanzierung sicherzustellen. Zuschläge, etwa für schnellere Termine, die aber ohne Wirkungen blieben, müssten wieder abgeschafft werden.
Von den ursprünglich von der FinanzKommission Gesundheit vorgeschlagenen 19 Milliarden Einsparpotenzial verbleiben im aktuellen Kabinettsentwurf noch 11,2 Milliarden. Am Freitag berät der Deutsche Bundestag in 1. Lesung zum Gesetzentwurf. Zeitgleich diskutieren die Länder im Bundesrat zu den Sparvorschlägen von Gesundheitsministerin Nina Warken.