Zahl des Monats: 686 Millionen Euro für Prävention – AOK Baden-Württemberg fordert Zuckersteuer
686 Millionen Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2024 für Prävention aufgewendet – und das ist gemessen an den Gesamtausgaben von rund 312 Milliarden Euro nur ein Bruchteil.
686 Millionen Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… im Jahr 2024 für Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… aufgewendet – und das ist gemessen an den Gesamtausgaben von rund 312 Milliarden Euro nur ein Bruchteil. Für Maren Diebel-Ebers, Verwaltungsratsvorsitzende der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Baden-Württemberg, ist das ein Beleg dafür, dass das System noch immer auf Reparatur statt auf Vorsorge Für die medizinische Vorsorge und die Rehabilitation gilt der Grundsatz ambulant vor stationär – das… setzt: „Wir brauchen einen echten Wandel von der Reparatur zur Prävention.“ Dazu gehören für sie verbindliche Gesundheitsbildung in Schulen und Kitas, stärkere Präventionsanreize im System und wirksame Lenkungsinstrumente wie eine Zuckersteuer.
Gerade bei Kindern und Jugendlichen sieht Diebel-Ebers ungenutzte Potenziale: Übergewicht, frühe Stoffwechselrisiken und psychische Belastungen in jungen Jahren erhöhen die Wahrscheinlichkeit chronischer Erkrankungen im Erwachsenenalter – mit wachsenden Folgekosten für das Gesundheitssystem. Eine Zuckersteuer, wie sie beispielsweise in Großbritannien bereits eingeführt wurde, könnte Konsumverhalten gezielt beeinflussen. Was in anderen Ländern funktioniert, bleibt in Deutschland bislang politisch blockiert.
Der Maßstab für gute Prävention sei letztlich klar, so Diebel-Ebers: Nicht die Zahl der Kurse, sondern ob es gelingt, Menschen früh zu erreichen, chronische Verläufe zu verzögern und mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen.