Pressemitteilung

Nach drei, vier Tagen Hitze gehören alle zur Risikogruppe

27.07.2026 AOK Baden-Württemberg, Bodensee-Oberschwaben 4 Min. Lesedauer

AOK ruft zu mehr Hitzeschutz auf: Hitze ist die größte gesundheitliche Bedrohung des Klimawandels

Region Bodensee-Oberschwaben. Seit Tagen bestimmen hohe Temperaturen den Alltag, und ein Ende der Hitzeperiode ist noch nicht in Sicht. Pünktlich zum Beginn der Sommerferien zieht es wieder viele Menschen ins Freie, an Badeseen oder in den Urlaub. Doch was für die einen nach Sommerfreude klingt, kann für den Körper schnell zur Belastung werden. Hitze zählt zu den größten gesundheitlichen Risiken des Klimawandels und betrifft längst nicht nur ältere oder kranke Menschen. Bereits nach drei bis vier aufeinanderfolgenden heißen Tagen ohne ausreichende nächtliche Abkühlung steigt die gesundheitliche Belastung für nahezu alle Menschen deutlich an. Die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben appelliert, die anhaltende Hitze ernst zu nehmen, Hitzewarnungen zu beachten und mit einfachen Maßnahmen gesundheitlichen Schäden vorzubeugen. Denn viele hitzebedingte Beschwerden lassen sich verhindern, wenn frühzeitig gehandelt wird.

Wie stark sich die Hitze auf die Gesundheit auswirken kann, zeigen die lokalen Auswertungen der AOK. Je nach Intensität und Dauer heißer Wetterphasen schwankt die Zahl der Menschen, die wegen Hitzeschäden ärztlich behandelt werden mussten. In der Region Bodensee-Oberschwaben wurden im besonders heißen Sommer 2022 insgesamt 357 AOK-Versicherte wegen Hitzeschäden ärztlich behandelt. Im Jahr 2023 waren es 345 AOK-Versicherte, im Jahr 2024 wurden 198 AOK-Versicherte in der Region Bodensee-Oberschwaben wegen Hitzeschäden ärztlich behandelt. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Versicherte, die in ärztlicher Behandlung waren. „Die tatsächliche gesundheitliche Belastung dürfte deutlich höher liegen, da viele Betroffene ihre Beschwerden selbst behandeln oder erst verzögert medizinische Hilfe in Anspruch nehmen“, so Markus Packmohr, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben.

„Hitze ist kein bloßes Wetterphänomen, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko“, sagt AOK-Geschäftsführer Markus Packmohr. „Nachdem bereits in den vergangenen Wochen hohe Temperaturen für eine starke Hitzebelastung gesorgt haben, ist nun erneut eine Hitzewelle angekündigt. Besonders zu Beginn der Ferien verbringen viele Menschen mehr Zeit im Freien. Um gesundheitliche Belastungen während einer Hitzewelle zu vermeiden, helfen bereits einfache Schutzmaßnahmen, die jeder in seinen Alltag integrieren kann.“

  • Den Tagesablauf an die Hitze anpassen und körperlich anstrengende Tätigkeiten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
  • Wohnräume und den Körper möglichst kühl halten. Während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 17 Uhr – sollten Aufenthalte im Freien auf das Notwendigste beschränkt werden. Ausnahmen sind schattige oder klimatisierte Orte, die kühler sind als die eigene Wohnung.
  • Hat sich die Wohnung stark aufgeheizt, sollte möglichst täglich einige Stunden an einem kühlen Ort verbracht werden. Geschlossene parkende Autos sollten grundsätzlich gemieden werden. Kinder, hilfsbedürftige Personen oder Tiere dürfen dort niemals zurückgelassen werden.
  • Ausreichend trinken, bevorzugt Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Beim Aufenthalt im Freien auf einen guten Sonnenschutz achten. Helle, luftige Kleidung sowie eine Kopfbedeckung schützen zusätzlich vor direkter Sonneneinstrahlung.
  • Besonders auf gefährdete Personen wie Kinder, ältere Menschen und chronisch Erkrankte achten.
  • Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte mit seiner behandelnden Ärztin oder seinem behandelnden Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung… klären, ob diese bei anhaltender Hitze angepasst werden müssen. Zudem sind die Lagerungshinweise zu beachten: Viele Arzneimittel Nach der Definition des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Arzneimittel insbesondere Stoffe und… dürfen nicht über 25 Grad Celsius gelagert werden, Insulin gehört in den Kühlschrank. Medikamente sollten niemals im Auto aufbewahrt werden.
  • Wer Schwindel, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme bemerkt, sollte die Hitze sofort verlassen, den Körper kühlen und bei schweren Beschwerden ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
  • Der Deutsche Wetterdienst informiert während der Sommermonate mit seinem Hitzewarnsystem über bevorstehende starke Wärmebelastungen. Die AOK empfiehlt, diese Warnungen ernst zu nehmen.

Mit dem Klimawandel werden längere und intensivere Hitzeperioden voraussichtlich häufiger auftreten. Temperaturen von über 40 Grad über mehrere Tage stellen eine reale Gefahr für Bevölkerung, Wirtschaft und Infrastruktur dar. „Umso wichtiger ist es, Hitzeschutz als festen Bestandteil des Alltags zu etablieren, nicht nur für Risikogruppen, sondern für die gesamte Bevölkerung“, hebt AOK-Geschäftsführer Markus Packmohr hervor. Im Gegensatz zu Hochwasser- oder Starkregenrisiken fehlt bislang eine verbindliche politische und administrative Vorbereitung auf solche Szenarien. Angesichts der realen Gefahr eines Szenarios noch nie da gewesener Extremhitze fordert die AOK Baden-Württemberg zusammen mit der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), der Landesärztekammer und weiteren Akteuren, in einem gemeinsamen Positionspapier, Extremhitze als Teil der Krisen- und Katastrophenvorsorge gesetzlich zu verankern.
 

Pressekontakt

Stefanie Dewor
Pressesprecherin

Stefanie Dewor