Statement

Hoyer zur Digitalisierungsstrategie: Ausbau der elektronischen Patientenakte ist der richtige Weg

11.02.2026 AOK-Bundesverband 3 Min. Lesedauer
Porträt: Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes
Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

Zur heute von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vorgestellten Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jens Martin Hoyer:

„Der weitere Ausbau der elektronischen Patientenakte Mit der elektronischen Patientenakte (ePA) können Patientinnen und Patienten sowie die an ihrer… , den Ministerin Nina Warken angekündigt hat, ist der richtige Weg. Schon heute entwickelt die ePA im Versorgungsalltag einen konkreten Nutzen, indem sie den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zum Beispiel einen vollständigen Überblick über die Medikation der Patienten ermöglicht. Aber damit sind die Potenziale der ePA noch lange nicht ausgeschöpft. Die elektronische Patientenakte Mit der ePA können Patientinnen und Patienten sowie die an Ihrer Behandlung beteiligten Ärztinnen… sollte zum Dreh- und Angelpunkt der Versorgung werden. Das ist auch im Hinblick auf die geplante Einführung eines Primärversorgungssystems ein vielversprechender Ansatz. Für eine aktive Nutzung durch die Patientinnen und Patienten ist es dringend notwendig, die Zugangshürden für die Versicherten abzubauen. Wir begrüßen es daher ausdrücklich, dass die Ministerin beim Authentifizierungsverfahren für die ePA nachbessern will. Das kann der Akzeptanz einen entscheidenden Schub geben.

„Allerdings sollten auch die Krankenkassen bessere Möglichkeiten zur Nutzung der Versichertendaten bekommen, um das Versorgungsmanagement zu verbessern.“

Auch die angekündigte Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Auswertung der vorliegenden Gesundheitsdaten im Forschungsdatenzentrum Gesundheit sehen wir positiv. Die Nutzung der neuen Möglichkeiten ist zur Förderung der Forschung und des medizinischen Fortschritts unabdingbar. Allerdings sollten auch die Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… bessere Möglichkeiten zur Nutzung der Versichertendaten bekommen, um das Versorgungsmanagement für ihre Versicherten zu verbessern. Bisher gibt es in diesem Bereich keine klaren rechtlichen Rahmenbedingungen und eine uneinheitliche Rechtsauslegung. Bürokratische, unklare und unflexible Regelungen hemmen die intensivere Nutzung der bisher eingeführten Instrumente. Daher sollte der Gesetzgeber im Rahmen der angekündigten Digital-Gesetzgebung mehr Raum für flexiblere und praxisnähere Lösungen schaffen.

Bei der Ankündigung, dass die Verantwortung der gematik für digitale Anwendungen gestärkt werden soll, sind wir gespannt auf die Details. Gemeinsam mit den anderen Kassen fordern wir vor allem mehr wettbewerbliche Anreizsysteme und Spielräume für die Krankenkassen und ihre Dienstleister bei der Entwicklung digitaler Anwendungen für die Versicherten. Im Hinblick auf die gematik sollte außerdem gelten: Wer bezahlt, muss auch mitbestimmen dürfen. Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… sind das im Wesentlichen die Beitragszahlenden der GKV. Das spiegelt sich in den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen und Entscheidungsprozessen der gematik-Gesellschafterversammlung nicht wider. Diese Kluft zwischen inhaltlicher und finanzieller Verantwortung sollte geschlossen werden, indem man die Gesellschaftsanteile des GKV-Spitzenverbandes bei der gematik erhöht. Alternativ könnte man den Kassen durch entsprechende Stimm- beziehungsweise Vetorechte in der Gesellschafterversammlung einen größeren Einfluss verschaffen.“

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Porträt: Dr. Kai Behrens, Pressesprecher des AOK-Bundesverbandes
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Dr. Kai Behrens

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