Neues Angebot zur Früherkennung von Lungenkrebs startet Schritt für Schritt
Zum heutigen 1. April 2026 startet ein neues Angebot zur Früherkennung von Lungenkrebs bei starken Raucherinnen und Rauchern. Die AOK und die anderen gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten dieser Früherkennung per Niedrigdosis-Computertomographie (NDCT), die der Gemeinsame Bundesausschuss in den Leistungskatalog aufgenommen hat.
Aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren können die Untersuchung künftig einmal jährlich in Anspruch nehmen. Eine der Voraussetzungen dafür ist ein starker Zigarettenkonsum über eine Dauer von mindestens 25 Jahren, wobei eventuelle Rauchpausen innerhalb dieser Zeit nicht länger als zehn Jahre gedauert haben dürfen. Zudem muss der Zigarettenkonsum mindestens 15 „Packungsjahre“ umfassen. Zur Ermittlung der Packungsjahre wird die Anzahl der Jahre, in denen geraucht wurde, mit der Zahl der im Mittel pro Tag gerauchten Packungen multipliziert. Eine Person, die über 15 Jahre pro Tag eine Packung Zigaretten raucht, hat beispielsweise insgesamt 15 Packungsjahre geraucht.
Die neue Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… per Niedrigdosis-CT soll dabei helfen, Lungenkrebs schon in einem frühen Stadium zu erkennen. „Die Erkrankung soll erkannt werden, noch bevor sie zu Beschwerden führt. Denn dann sind die Behandlungs- und Heilungschancen besser“, betont PD Dr. med. Christiane Roick, stellvertretende Leiterin des Stabs Medizin im AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverband. Allerdings hat die Früherkennung auch Nachteile, auf die in der Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses hingewiesen wird: Sie kann zum Beispiel zu unnötigen Untersuchungen und Behandlungen führen, die körperlich, aber auch psychisch belastend sein können.
Neue Untersuchung wird erst schrittweise verfügbar sein
Nachdem zuletzt auch die notwendigen Abrechnungsziffern für die Ärztinnen und Ärzte mit Wirkung zum 1. April 2026 beschlossen worden sind, kann die Untersuchung nun Schritt für Schritt eingeführt werden. „Da die neue Früherkennung ausschließlich von Fachpraxen und Fachkliniken angeboten werden darf, deren Ärztinnen und Ärzte besondere Qualifikationen erfüllen müssen, wird die Untersuchung nicht in allen Regionen sofort verfügbar sein. So müssen beispielsweise viele Ärztinnen und Ärzte noch eine spezielle Fortbildung bei der Landesärztekammer absolvieren“, so Roick.
Ob Versicherte das neue Angebot annehmen oder nicht, entscheiden sie selbst. „Die Teilnahme ist freiwillig“, betont Roick. Um eine informierte Entscheidung bezüglich der Teilnahme zu ermöglichen, gibt es eine ausführliche schriftliche Versicherteninformation. Ärztinnen und Ärzte sind zudem verpflichtet, sorgfältig über die Vor- und Nachteile der Untersuchung aufzuklären.
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Sie wird meist im höheren Alter festgestellt – bei Frauen im Mittel mit 69 Jahren, bei Männern mit 70 Jahren. Der stärkste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen. Laut „Gesundheitsatlas Deutschland“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) waren 2023 deutschlandweit knapp 194.000 Menschen beziehungsweise 0,33 Prozent der Bevölkerung an Lungenkrebs erkrankt.
„Eine Früherkennung senkt das Risiko für Lungenkrebs nicht – ein Rauchstopp hingegen schon“, betont Christiane Roick. Ein Rauchstopp sei auch deshalb sinnvoll, weil Rauchen neben dem erhöhten Krebsrisiko auch chronische Lungenerkrankungen verursachen könne und das Herz-Kreislauf-System schädige. „Mit dem Rauchen aufzuhören, kann sehr herausfordernd sein“, so Roick. Die AOK unterstütze dabei mit Kursen und Angeboten zur Rauchentwöhnung.