Pressemitteilung

Qualitätsmonitor: Mehr komplexe Operationen in zertifizierten Zentren

31.07.2026 AOK Bayern 4 Min. Lesedauer
  • Mehr komplexe OPs in spezialisierten Krankenhäusern
  • Bessere Behandlung und mehr Patientensicherheit möglich
  • Potenzial für mehr Behandlungen in zertifizierten Zentren

Die Einführung und die Anhebung von Mindestmengen für bestimmte Operationen haben in Bayern die Zahl der an der Versorgung beteiligten Krankenhäuser reduziert und die durchschnittlichen Fallzahlen in den spezialisierten Kliniken erhöht. Das zeigt das Online-Portal „Qualitätsmonitor“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ), das mit Daten für das Jahr 2024 aktualisiert worden ist.

Ein deutlicher Konzentrations-Effekt ist infolge der neuen Mindestmengen-Regelung bei den Brustkrebs-Operationen zu erkennen: Die durchschnittliche jährliche Fallzahl Summe aller Abrechnungsfälle in einem Abrechnungszeitraum. je Klinik erhöhte sich in Bayern von 109 im Jahr 2020 auf 153 im Jahr 2024 (Bund: Anstieg von 122 im Jahr 2020 auf 166 im Jahr 2024), die Zahl der an der Versorgung beteiligten Kliniken sank bayernweit in diesem Zeitraum um rund 28 Prozent (von 92 auf 72 Kliniken); im Bund war ein Rückgang von mehr als 20 Prozent (von 575 auf 449 Kliniken) zu verzeichnen. 
Für Brustkrebs-Operationen ist vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) 2024 eine Mindestmenge von 50 Fällen pro Jahr eingeführt worden, die 2025 nochmals auf 100 Fälle pro Jahr angehoben worden ist.

Bei Lungenkrebs-Operationen, für die seit 2024 eine Mindestmenge von 40 Fällen und seit 2025 von 75 Fällen pro Jahr gilt, war der Konzentrationsprozess sogar noch etwas stärker ausgeprägt: Die durchschnittliche Fallzahl je Klinik stieg von 2020 bis 2024 in Bayern deutlich von 37 auf 59 Fälle pro Jahr (Bund: von 49 auf 71 Fälle pro Jahr), die Zahl der operierenden Kliniken sank von 63 Standorten im Jahr 2020 auf 47 Standorte im Jahr 2024 (Bund: Rückgang von 372 Standorten im Jahr 2020 auf 294 im Jahr 2024).  

Mindestmengen sind aus Sicht der AOK Bayern ein wirksames Instrument zur Qualitätssicherung a) Qualitätssicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung: Vertragsärzte, Krankenhäuser und… von Behandlungen durch Bündelung an spezialisierten Standorten. „Die Qualität ist ein zentrales Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen der… der Versorgung steigt für die Patienten, wenn Mindestmengen greifen und komplexe Behandlungen in spezialisierten Zentren durchgeführt werden“, sagt Dr. med. Tobias Hermann, Geschäftsbereichsleiter Stationäre Versorgung bei der AOK Bayern. 
 

Mehr Behandlungen in zertifizierten Krebszentren gefordert

Wenig Bewegung gibt es laut Qualitätsmonitor bei der Steuerung von Krebsfällen in Krankenhäusern, die als Krebszentren zertifiziert sind. Nachdem der Anteil der 
Operationen in nicht-zertifizierten Krankenhäusern in den Vorjahren noch deutlicher gesunken war, lag er 2024 in Bayern bei 13,3 Prozent (Bund: rund 11 Prozent), 2020 waren es noch 16 Prozent in Bayern und 14,5 Prozent im Bund.

Bei den Lungenkrebs-Operationen liegt der Anteil der Fälle, die in Zentren operiert werden, jedoch deutlich niedriger als beim Brustkrebs. So wurden 2024 insgesamt 51,5 Prozent der Fälle in Bayern in Lungenkrebszentren operiert (Bund: 57 Prozent der Behandlungsfälle), die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert worden sind. Im Vergleich zu 2020 ist mit 48,6 Prozent in Bayern und 51 Prozent im Bund nur ein leichter Trend nach oben zu verzeichnen.

„Da die Krebsbehandlung in zertifizierten Kliniken klar belegte Behandlungs- und Überlebensvorteile für die Patientinnen und Patienten hat, fordern wir, die Zentralisierung von Krebsbehandlungen weiter voranzutreiben“, so Dr. Tobias Hermann. Neben den Fallzahlvorgaben ist es der AOK Bayern zur Qualitätssicherung von Behandlungen wichtig, dass zertifizierte Zentren auch weitere Kriterien zur Struktur- und Prozessqualität erfüllen und eine leitliniengerechte Behandlung gewährleisten.   

Auswertungen im Qualitätsmonitor zu sechs Indikationen

Das Online-Portal „Qualitätsmonitor“ beleuchtet Struktur- und Qualitätsunterschiede in der Krankenhausversorgung. Es ermöglicht Auswertungen nach verschiedenen Qualitäts- und Strukturindikatoren zu den Indikationen Herzinfarkt, Brustkrebs, Lungenkrebs, Versorgung von Schenkelhalsbrüchen sowie zu komplexen chirurgischen Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse und der Speiseröhre. In Zeitreihen lässt sich die Entwicklung bei verschiedenen Qualitätsthemen anzeigen. Zudem sind regionale Vergleiche zwischen den Bundesländern und Daten zu einzelnen Kliniken abrufbar. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, die Qualitätskennzahlen in Karten oder Diagrammen zu visualisieren und herunterzuladen. Die Daten im Qualitätsmonitor werden jährlich aktualisiert, zuletzt wurde das Datenjahr 2024 hinzugefügt.  

Weitere Grafiken zu anderen Krankheitsbildern sind im Internet unter https://qualitaetsmonitor.de zu finden.

Im Internet: 
www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/krebs/was-sind-zertifizierte-krebszentren/ 
 

1 passender Download

  • 28_Qualitaetsmonitor_Mehr_komplexe_Operationen_in_zertifizierten_Zentren.pdf

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