Pressemitteilung

Höhere Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen in Bayern

08.10.2026 AOK Bayern 4 Min. Lesedauer

- Ausfallzeiten in zehn Jahren um 41 Prozent angestiegen - 2025 insgesamt leicht rückläufiger Krankenstand - Betriebliche Gesundheitsförderung mit Schwerpunkt „Mentale Gesundheit“

Ein gestresster Angestellter nimmt kurz seine Brille ab

Die stetige Zunahme von Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen und die damit verbundenen langen Ausfallzeiten der Beschäftigten sind wesentliche Treiber für den Anstieg der Fehlzeiten in den vergangenen Jahren. Das zeigen die Analysen des aktuellen Fehlzeiten-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) mit dem Schwerpunktthema „Mentale Gesundheit in der Arbeitswelt stärken“. Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen sind bei den bayerischen AOK-versicherten Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren um knapp 41 Prozent gestiegen. Während 2016 noch 248 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Mitglieder zu verzeichnen waren, lag dieser Wert 2025 bei 349 Tagen je 100 Mitglieder. 

Im Vergleich der verschiedenen Krankheitsarten lagen die psychischen Erkrankungen 2025 mit durchschnittlich 12,5 AU-Fällen je 100 Mitglieder zwar weit hinter den Atemwegserkrankungen, die mit 77,1 Fällen AU-Fällen je 100 Mitglieder die Statistik anführen. Sie nahmen aber bei der durchschnittlichen Dauer der Krankschreibung je Fall mit 27,9 Tagen einen Spitzenplatz ein. Zum Vergleich: Bei den Atemwegserkrankungen waren es 2025 nur 5,3 Tage je Fall. Ein überdurchschnittlicher Anstieg von 83 Prozent war laut Fehlzeiten-Report bei den Burnout-Diagnosen zu verzeichnen: Während 2016 noch 8,8 Ausfalltage je 100 AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Mitglieder mit der Diagnose Burnout erfasst wurden, waren es 2025 bereits 16,1 Tage.

Insgesamt leicht rückläufige Fehlzeiten 2025 und im ersten Halbjahr 2026

Über alle Erkrankungen hinweg gab es bei den Fehlzeiten nach den Höchstständen der vergangenen Jahre jedoch einen leicht rückläufigen Trend. So waren 2025 insgesamt 21,1 Arbeitsunfähigkeitstage je AOK-Mitglied in Bayern zu verzeichnen. Damit lag der Wert leicht unter dem Spitzenwert aus dem Jahr 2022 (22,2 Tage) und der Jahre 2023 (21,5 Tage) und 2024 (21,6 Tage), aber immer noch deutlich über dem Niveau vor der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… (eAU). „Das hohe Niveau der Fehlzeiten seit 2022 ist in erster Linie durch den statistischen Effekt infolge der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… (eAU) zu erklären. Denn diese hat dazu geführt, dass insbesondere kurzzeitige Erkrankungen vollständiger erfasst worden sind“, so Dr. Irmgard Stippler, Vorstandvorsitzende der AOK Bayern. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die erfassten AU-Tage mit 20,8 Tagen unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025 von 21,7 Tagen, sodass in diesem Jahr mit einem weiter sinkenden Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… zu rechnen ist. 

Psyche im Fokus der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Bei den Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen: Weit vorne lagen 2025 Berufe im Dialogmarketing mit 34,4 AU-Fällen je 100 Mitglieder, gefolgt von Berufen in der Haus- und Familienpflege (23,1 Fälle) und Berufen in der Altenpflege (22,3 Fälle). Die längsten Ausfallzeiten bei den psychischen Erkrankungen entfielen laut Report auf die Diagnose „Depressive Episoden und wiederkehrende depressiven Störungen“, gefolgt von „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“. In einer aktuellen Beschäftigten-Befragung für den Fehlzeiten-Report 2026 wird deutlich, dass Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation oder die Angst vor Arbeitslosigkeit bei den Beschäftigten mit mehr psychischen Belastungen einhergehen. 

Laut Stippler ist es daher besonders wichtig, im betrieblichen Setting bezeichnet im Bereich der Gesundheitsförderung Lebensbereiche, in denen Menschen einen großen Teil… unterstützende Angebote auszubauen, die helfen, Stress und belastende Situationen zu reduzieren. „Bei den Präventionsmaßnahmen der AOK Bayern im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… legen wir einen klaren Schwerpunkt auf Stärkung der psychischen Gesundheit“, so Stippler. Die Gesundheitskasse bietet hier ein breites Angebot, insbesondere zur mentalen Gesundheit, an. Die AOK Bayern unterstützt zudem Versicherte mit psychischen Belastungen durch passgenaue Angebote wie das digitale Versorgungsangebot „Soforthilfe“ in Kooperation mit dem Anbieter mentalis. Es hilft Betroffenen dabei, Belastungssituationen besser zu bewältigen und ihre psychische Widerstandskraft zu stärken.

Im Internet:

Angebote für Ihre Betriebliche Gesundheit | AOK-Arbeitgeberservice / Angebote psychische Gesundheit | AOK - Die Gesundheitskasse.

1 passender Download

  • 39_AOK_Bayern_Fehlzeiten-Report__Psyche.pdf

    Format: PDF | 132 KB

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