AOK-Analyse: Eigenanteile von Pflegeheim-Bewohnern in Bayern bei über 2.500 Euro im Monat
- Anstieg um gut 30 Prozent im Vergleich zu 2022
- AOK Bayern fordert Begrenzung der Eigenanteile
- Pflege-Eigenanteil: Bayern auf dem vorletzten Platz
Die finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen, die im Pflegeheim leben, ist erneut deutlich gestiegen. Bewohnerinnen und Bewohner in bayerischen Pflegeheimen zahlen im Schnitt 2.558 Euro pro Monat aus eigener Tasche (Bund: 2.605). Dies zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ). Die Gesamtbelastung für die Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner hat sich damit seit 2022 um gut 30 Prozent erhöht.
AOK Bayern fordert regelmäßige Dynamisierung der Leistungen
„Wir brauchen dringend wirksame Lösungen zur Begrenzung der steigenden Eigenanteile“, sagt Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vor finanzieller Überforderung zu schützen, sei eine regelmäßige Dynamisierung der Leistungen nötig, die sich an der Lohnentwicklung orientiere. Eine weitere Entlastungsmöglichkeit sieht Stippler bei den Investitionskosten. „Die Länder müssen ihrer finanziellen Verantwortung nachkommen – die Investitionskosten dürfen nicht länger auf die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen abgewälzt werden“, betont Stippler. Auch bei den Ausbildungskosten, die bisher den Pflegebedürftigen aufgebürdet werden, sieht Stippler Handlungsbedarf: „Es ist nicht einzusehen, warum die Kosten für gesamtgesellschaftliche Aufgaben bei den Pflegebedürftigen abgeladen werden, statt sie aus Steuermitteln zu finanzieren“, kritisiert Stippler. Insgesamt brauche es dringend eine nachhaltige Finanz- und Strukturreform, um die Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Aufgabe… zukunftsfest aufzustellen.
Pflegeheimplatz kostet im Schnitt mehr als 5.000 Euro im Monat
Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim setzen sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung, Investitionskosten sowie der pflegebedingte Aufwand. Insgesamt kostete ein Pflegeheimplatz Ende 2025 in Bayern laut WIdO-Analyse durchschnittlich 5.028 Euro im Monat – und lag damit erstmals über 5.000 Euro.
Von den Gesamtkosten zahlte die Pflegekasse im Schnitt 1.514 Euro. Zusätzlich bekamen die Bewohnerinnen und Bewohner von der Pflegekasse durchschnittlich einen Zuschlag von 957 Euro pro Monat. Die Zuschläge richten sich nach der Wohndauer – und reichen von 15 Prozent (Wohndauer bis zu einem Jahr) bis maximal 75 Prozent (ab drei Jahren Wohndauer in einer vollstationären Pflegeeinrichtung).
Pflegebedingter Eigenanteil: Bayern auf dem vorletzten Platz
Für die Bewohnerinnen und Bewohner bleibt also im Schnitt ein pflegebedingter Eigenanteil von 1.155 Euro. Im Vergleich der Bundesländer schneidet Bayern hier schlecht ab: Nur in Baden-Württemberg liegt der durchschnittliche pflegebedingte Eigenanteil höher (1.224 Euro).
Dazu kommen in Bayern durchschnittlich 967 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 436 Euro für Investitionskosten. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Eigenanteil von 2.558 Euro.