AOK Bayern: Krankenstand 2025 leicht rückläufig
- Mehr Ausfalltage durch Langzeiterkrankungen - Hoher Krankenstand nicht durch telefonische AU bedingt - Oberfranken erneut mit höchster Zahl an Krankmeldungen
Der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… der erwerbstätigen AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Versicherten lag 2025 in Bayern bei 5,8 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (mit 5,9 Prozent) leicht zurückgegangen. Dennoch ist der Krankenstand weiterhin hoch. Der Krankenstand bezeichnet den Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen krankheitsbedingten Fehltage (AU-Tage) im Kalenderjahr. Die AOK-versicherten Beschäftigten in Bayern fehlten somit krankheitsbedingt durchschnittlich 21,1 Tage. Das ergab eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ).
Langzeiterkrankungen halten Krankenstand hoch
Atemwegserkrankungen verursachten auch 2025 bei der AOK Bayern die meisten Krankmeldungen (77,1 Krankmeldungen je 100 Versichertenjahre). Diese und andere kurze Erkrankungen bis zu sieben Tagen sind allerdings nur für etwa ein Viertel aller AU-Tage verantwortlich. „Sorge bereitet uns jedoch der Anstieg der Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von über sechs Wochen, die laut unseren Auswertungen den fortwährend hohen Krankenstand wesentlich mitverursachen“, sagt Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Diese Erkrankungen machen in Bayern zwar mit etwas über drei Prozent nur einen geringen Teil der Arbeitsunfähigkeits- (AU-) Fälle aus, bewirken aber mit rund 40 Prozent den höchsten Anteil der AU-Tage. Bei den Diagnosegruppen mit langer Erkrankungsdauer liegen die Muskel-Skelett-Erkrankungen seit Jahren auf Platz 1. Der größte Treiber für den Anstieg der Langzeiterkrankungen sind jedoch die psychischen Erkrankungen. Die Zahl der AU-Tage, die durch psychische Erkrankungen von mehr als sechs Wochen verursacht wurden, stiegen zwischen 2016 und 2025 um fast 50 Prozent. Im Vergleich zu den anderen Diagnosen sind psychische Erkrankungen mit durchschnittlich 28 AU-Tagen je Fall zudem mit den längsten Ausfallzeiten verbunden. Die drei wichtigsten Krankheitsarten, bezogen auf die AU-Tage insgesamt, waren auch im Jahr 2025 Erkrankungen des Muskel-/ Skelett-Systems mit 20.3 Prozent, der Atemwege mit 14,0 Prozent und der Psyche mit 12,0 Prozent.
Telefonische Krankschreibung nicht ursächlich für erhöhten Krankenstand
Die Auswertung des WIdO zeigt zudem, dass das hohe Niveau der Fehlzeiten seit 2022 in erster Linie durch einen statistischen Effekt infolge der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… (eAU) zu erklären ist. Denn diese hat dazu geführt, dass insbesondere kurzzeitige Erkrankungen vollständiger erfasst worden sind. „Alle Untersuchungen dazu sehen keinen Zusammenhang zwischen telefonischer Krankschreibung und hohem Krankenstand - diese gefühlte Wahrheit können wir nicht bestätigen“, so Stippler. Auswertungen der Fehlzeiten während der Pandemie zeigten, dass mit der telefonischen Krankschreibung „sehr verantwortungsvoll umgegangen“ wurde. Laut WIdO entfielen etwa 2024 insgesamt nur rund 0,5 Prozent der AU-Fälle auf die telefonische Krankmeldung, ein Anteil, der den Anstieg der Krankenstände nicht erklären kann. „Andererseits kann die telefonische AU aber Praxen entlasten und Kontakte mit Infizierten reduzieren“, sagt Stippler.
Bayern im Bundesdurchschnitt bei den Gesündesten
Im bundesweiten Vergleich aller AOKs hat Bayern 2025 mit 5,8 Prozent zusammen mit Baden-Württemberg hinter Berlin (mit 5,6 Prozent) den zweitniedrigsten Krankenstand. Den höchsten Krankenstand haben Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit 7,5 Prozent (bundesweiter Durchschnitt: 6,4 Prozent). Auch innerhalb Bayerns gibt es erneut ein Nord-Süd-Gefälle der Regierungsbezirke: Oberfranken ist Spitzenreiter mit einem Krankenstand von 6,7 Prozent gegenüber Oberbayern mit dem niedrigsten Wert von 5,1 Prozent. Das zeigt sich auch bei den Landkreisen: Hier erreicht Kronach die höchste Quote von 7,8 Prozent, der Landkreis Garmisch-Partenkirchen rangiert mit 4,7 Prozent am untersten Ende der Skala.
Psyche im Fokus der Betrieblichen Gesundheitsförderung
Die AOK Bayern hat im Jahr 2025 rund 2.600 Unternehmen mit 6.400 Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… (BGF) unterstützt. „Bei den Präventionsmaßnahmen der AOK Bayern im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung legen wir einen Schwerpunkt auf Stärkung der psychischen Gesundheit, weil die Ausfallzeiten hier zugenommen haben“, so Stippler. Die Gesundheitskasse bietet ein breites BGF-Angebot, insbesondere zur psychischen Gesundheit, an. Mehr Informationen dazu auf: Angebote für Ihre Betriebliche Gesundheit | AOK-Arbeitgeberservice / Angebote psychische Gesundheit | AOK - Die Gesundheitskasse.
Hinweis:
Regionale Kennzahlen zum Krankenstand 2025 für bayerische Regierungsbezirke, Stadt- und Landkreise entnehmen Sie bitte den Tabellen (pdf-Dateien) im Anhang. Darüber hinaus stellen wir Ihnen eine Bayernkarte zum Krankenstand 2025 zur Verfügung.