Digitale Prävention für mehr gesunde Lebensjahre braucht gemeinsames Handeln
- 25. AOK-Forum in Nürnberg zu Prävention & Digitalisierung
- Akteure aus Politik, Wissenschaft und Praxis im Austausch
- AOK Bayern erreicht mit Präventionsangeboten 1,35 Mio. Menschen
Ob in Schulen, Betrieben, Kommunen oder digital von zu Hause aus - mit ihren Präventionsangeboten hat die AOK
Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart…
Bayern im Jahr 2025 rund 1,35 Millionen Menschen erreicht – nahezu doppelt so viele wie noch 2021. Insgesamt investierte die Gesundheitskasse 41,8 Millionen Euro in die Prävention
Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,…
im Freistaat, davon rund 1,39 Millionen Euro in digitale Angebote. Welche Chancen digitale Technologien für mehr gesundheitliche Chancengleichheit und zusätzliche gesunde Lebensjahre bieten, stand im Mittelpunkt des 25. AOK-Forums in Nürnberg. Unter dem Titel „Vom Wissen ins Tun – Digitale Prävention für mehr gesunde Lebensjahre“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Prävention über die Potenziale digitaler Präventionsangebote sowie die Voraussetzungen für deren erfolgreichen Einsatz. Rund 80 Gäste vor Ort und weitere 190 Teilnehmende im Livestream verfolgten die Veranstaltung und tauschten sich über innovative Wege aus, Gesundheitsförderung
ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über…
noch wirksamer und niederschwelliger zu gestalten.
25 Jahre AOK-Forum: Gesundheitspolitische Debatten am Puls der Zeit
Das diesjährige Forum markierte zugleich ein besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren bringt die AOK Bayern mit dieser Veranstaltung Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Selbstverwaltung und Praxis zusammen, um zentrale Zukunftsfragen des Gesundheitswesens zu diskutieren. Bereits das erste Forum im Jahr 2001 beschäftigte sich mit den Auswirkungen europäischer Gesundheitspolitik Die Gesundheitspolitik ist ein facettenreiches Gebiet, das weit über die in der Öffentlichkeit mit… auf die gesetzliche Krankenversicherung. In den folgenden Jahren stand unter anderem der demografische Wandel, die Digitalisierung der Versorgung, die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung, die Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs sowie Chancen und Risiken neuer medizinischer Technologien im Mittelpunkt. Zu den Gästen der vergangenen Jahre zählten unter anderem Prof. Dr. Karl Lauterbach, Dr. Doris Pfeiffer, Prof. Dr. Klaus Jacobs, Katrin Staffler, Philipp Lahm sowie die damaligen bayerischen Gesundheitsministerinnen Barbara Stamm und Christa Stewens sowie als Gesundheitsminister Dr. Markus Söder. Damit hat sich das AOK-Forum als etablierte Plattform für den fachlichen und gesundheitspolitischen Dialog in Bayern und darüber hinaus entwickelt.
Prävention wirksam in den Alltag bringen
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Menschen durch digitale Angebote besser dabei unterstützt werden können, gesundheitsförderliches Verhalten dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren. Einigkeit bestand darüber, dass digitale Anwendungen persönliche Präventionsangebote nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen können.
Frank Firsching, Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Bayern, betonte:
„Digitale Prävention bietet große Chancen, Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange gesund zu bleiben. Entscheidend ist, das Beste aus digitaler Innovation und persönlicher Unterstützung zu verbinden – damit wir vom Wissen ins Tun kommen.“
Auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach unterstrich das Potenzial digitaler Lösungen: „Wenn wir Gesundheitsdaten und digitale Anwendungen intelligent mit unserem Gesundheitssystem verknüpfen, können wir Menschen gezielter motivieren, Präventionsangebote passgenauer gestalten und gesundheitliche Risiken früher erkennen. Entscheidend ist, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist, sondern den Menschen einen konkreten Nutzen für ihre Gesundheit bringt.“
Wissenschaftliche Impulse für die digitale Gesundheitsförderung
Einen wissenschaftlichen Blick auf die Möglichkeiten digitaler Prävention lieferte Prof. Dr. David Daniel Ebert von der Technischen Universität München. Im Fokus seiner Keynote standen digitale Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit.
„Digitale Gesundheitsangebote haben ein enormes Potenzial, die psychische Gesundheit zu stärken. Entscheidend für den Erfolg ist, Menschen frühzeitig zu erreichen, sie zur Nutzung zu motivieren und die Angebote sinnvoll in bestehende Versorgungsstrukturen einzubetten“, sagte Ebert.
Die wachsende Bedeutung digitaler Präventionsangebote zeigt sich auch im Portfolio der AOK Bayern. In der Betrieblichen Gesundheitsförderung können bereits 82 Prozent der Angebote digital oder hybrid umgesetzt werden. In der Individualprävention wurden 2025 rund 85.000 Kursbuchungen verzeichnet, darunter knapp 10.000 Online- und Digitalkurse.
An die Keynote schloss sich eine Gesprächsrunde mit Judith Gerlach, Prof. Dr. David Daniel Ebert und Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, über die Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Prävention an. Dabei wurde deutlich, dass digitale Angebote dann besonders wirksam sind, wenn sie niedrigschwellig, alltagsnah und eng mit den bestehenden Strukturen verbunden werden.
„Die Stärke der AOK Bayern liegt in der Verbindung digitaler Möglichkeiten mit persönlicher Unterstützung sowie ihren etablierten Strukturen in Betrieben, Kitas, Schulen und Kommunen“, so Dr. Irmgard Stippler.
Praxisbeispiele zeigen Potenziale
Anhand verschiedener Praxisbeispiele wurde deutlich, wie digitale Prävention bereits heute umgesetzt wird. Vorgestellt wurden unter anderem das Präventionsprogramm „clever.gesund“, der digitale Präventionsassistent „Lumi“ sowie das Angebot „FEMNA Care“ für die Frauengesundheit.
„clever.gesund“ stärkt die Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen. Das von Helmholtz Munich entwickelte und von der AOK Bayern geförderte Angebot unterstützt junge Menschen dabei, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und im Alltag anzuwenden. Seit 2024 haben nach Angaben der Veranstalter bereits mehr als 50 Schulen an dem Programm teilgenommen.
„Lumi“ unterstützt Menschen dabei, ihre Gesundheit im Alltag gezielt zu fördern. Nutzerinnen und Nutzer erhalten individuelle, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zu Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stressbewältigung. Mithilfe KI-gestützter Funktionen soll „Lumi“ künftig eine noch stärker personalisierte Gesundheitsbegleitung ermöglichen und dabei helfen, gesundheitsfördernde Verhaltensweisen nachhaltig in den Alltag zu integrieren.
„FEMNA Care“ begleitet Versicherte bei Fragen rund um die Frauengesundheit, stärkt ihr Wissen über gesundheitliche Themen und unterstützt sie dabei, dieses Wissen dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren.
Für die Weiterentwicklung digitaler Präventionslösungen plant die AOK Bayern im Jahr 2026 Investitionen von mehr als zwei Millionen Euro.
Forum setzt Impulse für die Zukunft
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Prävention angesichts des demografischen Wandels und steigender Anforderungen an das Gesundheitssystem weiter an Bedeutung gewinnen wird. Erfolgreiche Prävention braucht das Zusammenspiel von Wissenschaft, Politik, Gesundheitsversorgung und Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… . Entscheidend seien dabei nicht allein Reichweite und Nutzungszahlen, sondern der konkrete Nutzen für die Menschen. „Digitale Prävention entfaltet ihren größten Nutzen, wenn sie Menschen im Alltag konkret und niedrigschwellig unterstützt und sie vom Wissen ins Tun bringt. Entscheidend sind dabei nicht Klickzahlen oder Reichweiten, sondern die Frage, ob es gelingt, die Menschen nachhaltig zu gesundheitsförderndem Verhalten zu motivieren und so mehr gesunde Lebensjahre zu ermöglichen“, zog Stippler Bilanz.
Zum Abschluss des Forums fasste Frank Firsching die wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung zusammen: „Die vielen Beispiele und Impulse des heutigen Tages machen Mut und zeigen, welches Potenzial in der Prävention steckt. Für uns als AOK Bayern ist das ein klarer Auftrag: Wir wollen wirksame Präventionsangebote weiter ausbauen, digitale Möglichkeiten konsequent nutzen und gemeinsam dazu beitragen, Prävention noch stärker im Alltag der Menschen zu verankern.“