Die Zukunft der Gesundheitsversorgung braucht Mut zu partnerschaftlichem Handeln
Mut war ein zentrales Thema beim Europäischen Gesundheitskongresses München 2026, der dieses Jahr mit rund 800 Teilnehmern sein 25. Jubiläum feierte. Die AOK Bayern war mittendrin: beim Eröffnungssymposium und bei Panels rund um neue Wege in Digitalisierung, Pflege und ambulanter Versorgung. Denn für die Gesundheitskasse bedeutet Mut, gemeinsam in partnerschaftlichem Handeln, die Zukunft unseres Gesundheitswesens passgenau und innovativ zu gestalten.
Die Vorstandvorsitzende der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Bayern, Dr. Irmgard Stippler, brachte es im Eröffnungssymposium auf den Punkt: „Um die Gesundheitsversorgung neu zu gestalten, brauchen wir Mut zu Partnerschaften – wir haben das gemeinsam in der Hand. Wir alle tragen Verantwortung, jeden Tag unseren Beitrag für mehr Effizienz zu leisten.“
Stippler betonte, dass uns die Ressourcen für eine gute Gesundheitsversorgung bereits vorliegen – immerhin geben wir in Deutschland jeden Tag mehr als eine Milliarde Euro für die Gesundheitsversorgung aus. Jetzt geht es darum, wie wir diese effizient und bedarfsgerecht einsetzen. Dazu brauchen wir neue Wege in unserem Gesundheitssystem und strukturelle Veränderungen.
Dabei spielen Künstliche Intelligenz und Digitalisierung eine bedeutende Rolle. Denn mit konsequenter Datenauswertung und -nutzung, können wir beispielsweise Versicherte auf Gesundheitsrisiken hinweisen und sie damit frühzeitig in ihrer Gesundheit unterstützen.
Wie KI und digitale Innovation Pflegebedürftige und Angehörige stärken
Was das konkret bedeutet, zeigte die AOK Bayern im Panel „Zukunft der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… mutig gestalten: Wie KI und digitale Innovation Pflegebedürftige und Angehörige stärken“. Im Mittelpunkt standen digitale Lösungen, die Mitarbeitenden der Gesundheitskasse sowie Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen heute schon konkret helfen, Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen, Orientierung im Pflegealltag zu erleichtern sowie Verwaltungs- und Beratungsprozesse zu vereinfachen.
So gibt der AOK Service Assistent „ASA“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unkompliziert und schnell via Chat den Zugriff auf eine umfangreiche Wissensdatenbank und unterstützt so in der Versichertenberatung. Auch im Kundenservice kommt ein KI-Sprachbot zum Einsatz, der Versicherte direkt zum richtigen Mitarbeiter vermittelt. Dr. Thomas Pöppe, Geschäftsbereichsleiter Digitalisierung, IT und Prozesse der AOK Bayern, betonte dabei, dass KI die Arbeit und Versorgung deutlich besser machen. Bei aller Technologie ist der AOK Bayern klar: Der Mensch bleibt immer im Mittelpunkt. Technik unterstützt, ersetzt jedoch nicht.
Um Menschen möglichst frühzeitig Orientierung und Beratung zu ermöglichen, nutzt die AOK Bayern die rechtlichen Möglichkeiten des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes (GDNG) und hat auf Grundlage des Paragrafen 25b Sozialgesetzbuch Das Sozialgesetzbuch (SGB) fasst die wichtigsten Sozialgesetze zusammen und soll „zur Verwirklichung… (SGB) V ein Prädiktionsmodell für die Pflege entwickelt. Durch gezielte Datenauswertungen werden Versicherte auf eine mögliche, bislang nicht erkannte Pflegebedürftigkeit Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) vom 27. November 2015 wurde der Begriff der… hingewiesen und auf weitere Unterstützungs- und Beratungsangebote aufmerksam gemacht. Alexandra Krist, Geschäftsbereichsleiterin Pflege bei der AOK Bayern, appellierte für eine proaktive, auch telefonische Ansprache der Versicherten – denn bislang ist hier aus rechtlichen Gründen nur eine schriftliche Information über Briefe möglich.
Adrian Pascher, Bereichsleiter Prozesse und Innovation Pflege, zeigte, welche niedrigschwelligen digitalen Angebote den Menschen in Pflegesituationen konkret im Alltag helfen, um das nötige Wissen schnell zu finden, die Pflege zu organisieren und sich auch untereinander zu vernetzen. Hier bietet die AOK Bayern ihren Versicherten zusätzlich zur bereits gut etablierten NUI Pflege-App und dem Online-Pflegeantrag – allein dieses Jahr wurden rund 37.000 eingereicht – jetzt neu den KI-Pflegegrad Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) sind zum 1. Januar 2017 in der Pflegeversicherung die… -Assistent von und mit Nui Care. Er gibt Versicherten im Chat-Dialog eine unkomplizierte Einschätzung zu einem möglichen Pflegegrad. Markus C. Müller, Gründer und CEO der Nui Care GmbH, unterstrich hier den Mut der AOK Bayern, neue Technologien auszuprobieren und dabei die Zusammenarbeit mit Partnern zu suchen.
In der von Dominik Schirmer, Bereichsleiter Politik und Verbraucherschutz der AOK Bayern, moderierten Diskussion ging es um die Chancen und Grenzen digitaler Innovationen in der Pflege. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass digitale Tools kein Ersatz für eine persönliche Beratung in der Pflege sind – sie können diese niedrigschwellig begleiten und ergänzen. Hier unterstützt auch die Gesundheitsakademie Pflege der AOK Bayern, die alle digitalen Angebote der Gesundheitskasse in der Pflege bündelt.
Mit Blick auf das Pflegeneuordnungsgesetz verdeutlichte die Diskussion, dass digitale Innovationen einen verlässlichen Rechtsrahmen benötigen, der Datenschutz Der Datenschutz ist in der Sozialversicherung von besonderer Bedeutung, da ihre Träger auf eine… und Patientenschutz gewährleistet – zugleich aber auch eine bedarfsgerechte und niedrigschwellige Unterstützung ermöglichen soll.
Was gehört zu guter Versorgung?
Und Bedarf es dafür eine Neujustierung des GKV-Leistungskatalogs und der Versicherungsverträge? Auch in diesem Panel diskutierte die AOK Bayern, vertreten durch Christina Ruckert, Geschäftsbereichsleiterin Ambulante Versorgung, mit.
Wichtige Themen waren unter anderem, die Steuerung von Patientinnen und Patienten, die beispielsweise in der Schweiz bereits seit Jahren in Form einer Primärversorgung Unter Primärversorgung wird die gesundheitliche Grundversorgung und Beratung verstanden, in der auch… gelebt wird und die Möglichkeiten einer digitalen Steuerung von Versicherten beispielsweise mit KI.
Ruckert betonte das Solidarprinzip in der gesetzlichen Krankenversicherung. Vor der Diskussion über Leistungskürzungen müsse über Effizienzpotenziale im System gesprochen werden. Aus Sicht der AOK Bayern braucht es eine passgenaue Versorgung der Patientinnen und Patienten. Das bedeutet: Gute Versorgungspfade, die verbindlich und nachhaltig Steuerung bieten. Auch besteht viel Potential durch strukturierte Datennutzung. So erlaubt beispielsweise das GDNG, dass Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… ihre Versicherten auf Gesundheitsrisiken aufmerksam macht – was die AOK Bayern bereits aktiv nutzt. Wichtig ist auch die verstärkte Einbindung von nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen in der Versorgung.
Die Frage, die die AOK Bayern in der Versorgung immer um- und antreibt: „Was tun wir noch nicht?“. Hier existieren bereits Modelle in anderen Ländern, beispielsweise ein strukturiertes Assessment von Funktionsverlusten bei älteren Patientinnen und Patienten in Frankreich.
Der Europäische Gesundheitskongress verdeutlicht: Die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung braucht den Mut zu strukturellen Veränderungen. Dieser zeigt sich nicht in Ankündigungen. Mut zeigt sich dort, wo neue Ideen gemeinsam umgesetzt werden und für die Menschen spürbare Verbesserungen entstehen. Genau daran arbeitet die AOK Bayern mit Partnerschaften, digitalen Innovationen und dem klaren Ziel, Versorgung besser, einfacher und menschlicher zu machen.