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Schlaganfall (Apoplex)

Ein Schlaganfall, auch Hirnschlag genannt, ist die Folge einer plötzlich auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Symptome sind vor allem davon abhängig, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Ein Schlaganfall ist ein Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert.

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall kommt es durch Schädigungen von Nervenzellen zu einem plötzlichen, „schlagartigen“ Ausfall von bestimmten Gehirnfunktionen. Je nachdem, in welcher Region des Gehirns der Schlaganfall auftritt, kann der Betroffene nicht mehr richtig sprechen oder bestimmte Körperteile, meist einen Arm oder ein Bein, nicht mehr richtig bewegen. Es kann zu Sehstörungen kommen oder zu einem Ausfall des Tastsinns. Sind lebenswichtige Areale des Gehirns betroffen, z.B. das Atemzentrum kann ein Schlaganfall auch zum Tod des Patienten führen.

In Deutschland sind Schlaganfälle die dritthäufigste, weltweit betrachtet gar die zweithäufigste Todesursache und gleichzeitig eine Hauptursache von Behinderungen im Erwachsenenalter. Jährlich erleiden ungefähr 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, wobei 75 % der Patienten älter als 65 Jahre waren. Dennoch ist ein Schlaganfall keine „ausschließliche“ Alterserkrankung. Frauen und Männer jeder Altersgruppe und auch Kinder sind betroffen. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit steigt mit zu nehmenden Alter.

Hirninfarkt und Hirnblutung

Grundsätzlich werden zwei Arten von Schlaganfällen unterschieden: Schlaganfälle aufgrund einer Durchblutungsstörung (Hirninfarkt) und Schlaganfälle aufgrund einer Hirnblutung.

Ursache für einen Hirninfarkt ist ein Gefäßverschluss. Dies kann zum einen durch einen Blut-pfropf (sog. Thrombus) geschehen, der eine Arterie verschließt. Dieser Blutpfropf bildet sich beispielsweise im Herzen oder in der Halsschlagader. Löst er sich, kann er mit dem Blutfluss in die Hirngefäße transportiert werden und ein Gefäß verschließen. Zum anderen können Gefäßverkalkungen an den Hirngefäßen oder hirnversorgenden Halsgefäßen zu Einengungen oder Verschlüssen führen, sodass bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden können.

Wenn die Blutgerinnung gestört ist oder die Blutgefäße im Gehirn geschädigt sind kann es zu einer Hirnblutung kommen. Häufig ist ein gerissenes Hirnaneurysma die Ursache. Durch das ausströmende Blut steigt der Druck im Schädel und das empfindliche Hirngewebe wird geschädigt.

In einigen Fällen treten Durchblutungsstörungen des Gehirns nur vorübergehend auf. Die Symptome dauern nur einige Minuten bis eine Stunde an und verschwinden wieder. Dies nennt man transitorische ischämische Attacke (TIA). Sie geht Schlaganfällen oft voraus und gilt deshalb als Frühwarnzeichen! Die Betroffenen sollten die Symptome ernst nehmen und umgehend zum Arzt gehen.

Symptome – Einen Schlaganfall erkennen

Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Die schnelle und richtige Hilfe entscheidet über das Ausmaß der Gehirnschädigung. Jede Minute zählt, denn „Time is brain“ (Zeit ist Gehirn). Bei folgenden Anzeichen sollten Sie hellhörig werden und handeln:

  • Plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle, vor allem auf der linken Körperseite (z. B. hängender Mundwinkel oder hängendes Augenlid)
  • Plötzliche Sehstörungen (z. B. verschwommene Sicht, Augenflimmern, Doppelbilder oder Erblindung auf einem Auge)
  • Plötzliche Sprachstörungen (z. B. abgehackte Sprechweise oder kompletter Sprach-verlust)
  • Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
  • Extreme, plötzliche Kopfschmerzen
  • Gehschwierigkeiten (z. B. Schwanken oder Stürzen)
  • Plötzliche Bewusstseinsstörungen (z. B. fehlende Orientierung)
  • Schluckbeschwerden/Schluckstörungen

Einen wichtigen Hinweis auf einen möglichen Schlaganfall kann der sog. FAST-Test geben, den jeder durchführen lassen kann.

Das F steht für Face (Gesicht) - Bitten Sie die Person zu lächeln. Wird das Gesicht der Person einseitig verzogen, kann dies auf eine Halbseitenlähmung hinweisen.

Das A steht für Arms (Arme) - Lassen Sie die Person die Arme nach vorne strecken, Handflächen zeigen nach oben. Hat die Person Schwierigkeiten beide Arme zu heben, kann dies ein Hinweis auf eine Lähmung sein.

Das S steht für Speech (Sprache) - Fordern Sie die Person auf einen einfachen Satz nachzusprechen, z.B. Heute ist schönes Wetter. Klingt der Satz bei der Person undeutlich/verwaschen oder kann sie gar nicht sprechen, weist dies auf eine Sprachstörung hin.

Das T steht für Time (Zeit) - Setzen Sie sofort den Notruf 112 ab. Schildern Sie die Symptome und äußern Sie Ihren Verdacht auf einen Schlaganfall.

Lassen Sie die betroffene Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes nicht allein. Beruhigen Sie die Person, lockern Sie beengende Kleidung und teilen Sie der Person mit, dass Hilfe unterwegs ist.

Wie wird ein Schlaganfall behandelt?

In der Notaufnahme kann ein Schlaganfall durch bildgebende Diagnostik des Kopfes, wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) diagnostiziert werden. Behandlungsentscheidend ist für die Ärzte, ob es sich um eine Hirnblutung oder einen Hirninfarkt handelt.

Die Thrombolyse (auch Lyse abgekürzt) ist eine Behandlungsoption eines Hirninfarktes. Dabei wird ein Medikament verabreicht, mit dem Ziel, den Blutpfropf aufzulösen. Je schneller die Thrombolyse nach einem Schlaganfall beginnt, desto größer sind die Therapieerfolge. Bei einer Hirnblutung wird versucht, die Blutung zu stoppen und Schädigungen durch das austretende Blut zu verhindern.

Stroke Units sind spezielle Krankenhausstationen für Schlaganfall-Patienten. Sie verfügen über die apparativen und personellen Voraussetzungen, um bei einem Schlaganfall sofort die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen einleiten zu können. Auf einer Stroke Unit arbeiten spezialisierte Fachärzte, wie Neurologen, Kardiologen sowie Radiologen und ggf. Neuro- und Gefäßchirurgen fachübergreifend zusammen. Hinzu kommt die enge Zusammenarbeit mit speziell ausgebildeten Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden.

Hilfen nach einem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall ist es für die meisten Menschen besonders wichtig, ihre Bewegungsfähigkeit, Muskelkraft und Sprache sowie ihre Selbstständigkeit wiederzuerlangen. Wichtig ist auch, das emotionale Gleichgewicht wiederzufinden.

Neben der medizinisch akuten und ersten rehabilitativen Behandlung wird eine langfristige ärztliche Begleitung notwendig sein, die je nach Ausprägung der Folgen sowohl bei Patienten als auch Angehörigen und Pflegenden Geduld und Kraft erfordert. Gemeinsam mit den betreuenden Haus- und Fachärzten sowie Therapeuten wird es darum gehen, Fähigkeiten soweit möglich wieder herzustellen, Funktionseinschränkungen entgegenzuwirken oder zu kompensieren und weitere Komplikationen zu vermeiden bzw. frühzeitig zu intervenieren. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren betreuenden Arzt.

Die AOK Sachsen-Anhalt bietet zudem eine Pflegeberatung an.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren zu kennen und ihnen entgegenzuwirken. Denn ungefähr 70 % der Schlaganfälle könnten durch gezielte Vorbeugung verhindert werden.

Gewisse Risikofaktoren können Sie selbst nicht beeinflussen. Dazu zählen Geschlecht, Alter und erbliche Veranlagung. Allerdings existieren daneben eine Vielzahl an Risikofaktoren, bei denen Sie aktiv gegensteuern können:

  • Bluthochdruck. Ausführliche Informationen zu Bluthochdruck finden sie hier
  • Arteriosklerose. Das Risiko eines Schlaganfalls hängt eng mit einer drohenden Arteriosklerose zusammen. Dabei handelt es sich um eine Gefäßverkalkung, die durch Ablagerungen in den Arterien entsteht. Die Ablagerungen verringern die Elastizität und den Durchmesser der Blutgefäße, was einen Gefäßverschluss besonders an einer verengten Stelle begünstigt. Arteriosklerose wird begünstigt durch Diabetes mellitus, einen erhöhten Cholesterinspiegel und Rauchen.
  • Einengung der Halsschlagader (Carotisstenose). Diese entsteht hauptsächlich durch Arteriosklerose und kann eine Mangeldurchblutung des Gehirns hervorrufen.
  • Vorhofflimmern. Dabei kommt es zu plötzlich auftretenden unregelmäßigen Herzschlägen, Herzstolpern, Druckgefühl in der Brust und Atemnot. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden so plötzlich wie sie gekommen sind. In der Folge können sich allerdings Blutgerinnsel im Herzen bilden, die mit dem Blutstrom in das Gehirn transportiert werden können.
  • Eine ungesunde Lebensweise. Eine langfristig ungesunde Lebensweise mit Übergewicht, Bewegungsmangel, dauerhaftem Stress, Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Das können Sie für sich selbst tun

Indem Sie Ihren Lebensstil verändern, können Sie die Risikofaktoren aktiv beeinflussen und Ihr Schlaganfall-Risiko reduzieren.

  • Übergewicht ist nicht nur ein Risikofaktor für Herzkreislauf-Erkrankungen, sondern geht auch mit einem erhöhten Risiko einher, an Diabetes oder an Krebs zu erkranken. Oftmals ist es nicht leicht, den individuell richtigen Weg zum Abnehmen zu finden. Ihre AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Sie dabei mit dem AOK-Programm „Abnehmen mit Genuss“. 
  • Essen Sie ausgewogenen und gesund. Eine Ernährungsberatung kann Sie dabei unterstützen.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente entsprechend der ärztlichen Verordnung.
  • Meiden Sie Alkohol.
  • Bleiben oder werden Sie rauchfrei! Das AOK-Expertenforum hält nützliche Tipps für Sie bereit und motiviert Sie zu einem rauchfreien Leben.
  • Bewegung tut gut und unterstützt Ihre Gesundheit. Wählen Sie aus verschiedenen Gesundheitskursen der AOK Sachsen-Anhalt, das für Sie passende aus.
  • Gönnen Sie sich regelmäßige Ruhephasen und Entspannung.
  • Gehen Sie bei bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Stoffwechselstörungen regelmäßig zu Ihrem behandelnden Arzt und informieren Sie ihn über Veränderungen.
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