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Sexuell übertragbare Krankheiten (STI) in Schleswig-Holstein im letzten Jahr leicht gesunken

Pressemitteilung

Frühzeitig erkannt, lassen sie sich gut behandeln

Kiel (14.10.2021). Die Anzahl der sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) ist in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr leicht gesunken. So waren insgesamt 4.308 Fälle zu verzeichnen und damit 4,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor (4.494). Das teilte die AOK NORDWEST heute auf Basis einer aktuellen Auswertung mit. Ursache für den leichten Rückgang könnte auch die Corona-Pandemie gewesen sein. Kontaktbeschränkungen und die Angst vor Covid-19 hat vermutlich in vielen Fällen intime körperliche Kontakte reduziert. „Oft verursachen sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt. Doch wenn die sexuell übertragbaren Krankheiten frühzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Regel gut behandeln und sind in den meisten Fällen auch heilbar. Deshalb sollte bei Verdacht auf eine STI auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, sagt Dr. Thorsten Sebens, Mediziner bei der AOK NORDWEST.

Laut der AOK-Auswertung treten sexuell übertragbare Krankheiten am häufigsten im Alter von 20 bis 34 Jahren auf. Wenn auch gegenüber 2019 geringfügig gesunken, steht hierbei die Altersgruppe der 20 bis 24-Jährigen an der Spitze dieser Erkrankungen. Dabei sind nach wie vor die jungen Frauen mit rund 65 Prozent häufiger betroffen als die gleichaltrigen Männer (mehr als 35 Prozent). Dies kann damit erklärt werden, dass die Erkrankungen bei Frauen häufiger entdeckt werden, da sie eher den Frauenarzt oder die Frauenärztin aufsuchen.

Am häufigsten wurden bei den STI anogenitale (venerische) Warzen diagnostiziert gefolgt von akuter Virushepatitis B und Chlamydien. Es folgen Herpes Simplex und Syphilis. Zu den häufigsten Anzeichen von STI gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden sowie Unterbauchschmerzen. „Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Eine Chlamydien-Infektion kann zum Beispiel die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Dr. Sebens.

Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten sei es daher wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. „Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion,“ sagt Dr. Sebens weiter.

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte STI der anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen) sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs verursachen. Doch das Thema ist damit keine reine Frauensache. Auch viele Männer und Jungen sind damit infiziert. Deshalb können sie nicht nur den Erreger übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Impfempfehlung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl für Mädchen als auch auf Jungen.

In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von sechs Monaten mit einer Spritze geimpft. Die Impfung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte. Als besondere Mehrleistung erstattet die AOK NORDWEST 80 Prozent der Impfkosten auch für junge Frauen und Männer ab einem Alter von 18 Jahren bei Vorlage der Belege für den Impfstoff und das Arzthonorar im Rahmen des AOK-Gesundheitsbudgets bis maximal 500 Euro pro Jahr.

Mehr Informationen zur Früherkennung gibt es im Internet unter www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.liebesleben.de.

Bilder

Die Anzahl der sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) ist in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr leicht gesunken. Frühzeitig erkannt, lassen sie sich in der Regel gut behandeln.

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Fotograf: AOK/hfr

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Pressekontakt

Jens Kuschel, Pressesprecher
AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse.
Edisonstraße 70, 24145 Kiel
Telefon 0800 2655-505528
Mobil 01520 1566136
E-Mail presse@nw.aok.de