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AOK startet Kampagne „Deutschland, wir müssen über Gesundheit reden.“

Krebs-Früherkennungsuntersuchungen sind für viele Menschen noch immer ein Tabu-Thema. Doch die rechtzeitige Erkennung von Krebserkrankungen wie Darmkrebs, Prostatakrebs oder Gebärmutterhalskrebs kann viel Leid verhindern und sogar Leben retten. Aber erreicht die Krebsfrüherkennung die Menschen in Niedersachsen?

Sowohl in der ersten Pandemiewelle im Frühjahr 2020, als auch in der zweiten Welle von Oktober 2020 bis Februar 2021 gab es bundesweit starke Einbrüche bei den Krebs-Früherkennungsuntersuchungen für gesetzliche Versicherte. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), die heute in Berlin vorgestellt worden ist. Gleichzeitig ist in der Pandemie ein deutlicher Rückgang bei den Krebs-OPs zu verzeichnen.

Das WIdO hat die regelmäßige Inanspruchnahme von Krebs-Vorsorgeuntersuchungen durch anspruchsberechtigte AOK-Versicherte im Laufe von zehn Jahren (2011 bis 2020) analysiert. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es bei der Krebs-Früherkennung schon vor der Pandemie noch „Luft nach oben“ gab. Trotz über die Jahre insgesamt recht hoher Teilnahmeraten wird ein relevanter Teil der Bevölkerung noch nicht von der Krebs-Früherkennung erreicht.

In Niedersachsen ist die Teilnahmequote an der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses und auch am Mammographiescreening bereits recht hoch: fast 83 Prozent der Frauen im Alter von 29 bis 40 Jahren nahmen in mindestens drei von zehn Jahren am Gebärmutterhalskrebsscreening teil. Und auch beim Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs, das schon seit 2009 flächendeckend umgesetzt wird, sind mit knapp 60 Prozent bei den 65 bis 69-jährigen ebenfalls recht hohe Teilnahmequoten (Teilnahme in mindestens 4 von 10 Jahren) zu verzeichnen.

Dagegen nahmen die Untersuchung zur Prostatakrebs-Früherkennung nur 31 % der 54 bis 70-jährigen Männer und bei den über-70-jährigen Männern nur 50 % regelmäßig (in mindestens 3 von 10 Jahren) in Anspruch. Bei der Darmkrebs-Früherkennung zeigt die AOK-Datenanalyse, dass insgesamt 40 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen im Alter von 65 Jahren diese Untersuchung wahrgenommen haben. Nimmt man noch eine regelmäßige Inanspruchnahme (in mindestens 3 von 10 Jahren) des alternativ angebotenen Tests auf verborgenes Blut im Stuhl dazu, kommt man auf 45 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen im Alter von 65 Jahren, die in den letzten zehn Jahren durch die Darmkrebs-Früherkennung erreicht worden sind. Absolutes Schlusslicht ist die Hautkrebsfrüherkennung. Hier nahmen nur 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer im Alter von 45 bis 70 Jahren regelmäßig, d.h. in 4 von 10 Jahren, teil.

Die Pandemie hat dieses Problem noch verschärft. Vergleicht man die Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen in Niedersachsen aus den Jahren 2019 und 2020, so gingen im zweiten Quartal 2020 die Untersuchungen zu Gebärmutterhalskrebs um 9,4 Prozent (Jahresmittel -1,7 Prozent), zu Prostatakrebs um 14,5 Prozent (Jahresmittel -6,3 Prozent) und zu Hautkrebs sogar um 26,5 Prozent (Jahresmittel -16,7 Prozent) zurück.

Einzig die Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen konnten einen Zuwachs von 0,8 Prozent (Jahresmittel 11,6 Prozent) verzeichnen. Dieser ist wahrscheinlich auf ein organisiertes Programm zur Krebs-Früherkennung zurückzuführen. Die Einladung zur Früherkennung von Darmkrebs erhalten alle Versicherten im Alter von 50 bis 65 Jahren regelmäßig alle fünf Jahre.

„Das Thema Krebs-Früherkennung muss noch wirksamer in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Vor diesem Hintergrund startet die AOK-Gemeinschaft Mitte Oktober die bundesweite Dachkampagne „Deutschland, wir müssen über Gesundheit reden“, erklärt Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen. Die Kampagne umfasst unter anderem TV-Spots und Anzeigen zu den Themenschwerpunkten Früherkennung und Vorsorge. 

„Unser Ziel ist es, noch mehr Bewusstsein für das wichtige Thema Krebs-Früherkennung zu schaffen und die Versicherten zu motivieren, die gesetzlich vorgesehenen Früherkennungsunter-suchungen auch während der noch andauernden Pandemie wahrzunehmen und gegebenenfalls versäumte Termine nachzuholen. Vorsorge kann Leben retten“, betont Dr. Peter.

Dabei kommt den Ärztinnen und Ärzten die zentrale, beratende Rolle zu. Denn, wie die aktuelle Forsa-Befragung der AOK zeigt, sind Ärzte die wichtigsten Ansprechpartner, wenn es um das Thema Vorsorge geht.

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