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AOK Niedersachsen bringt digitalen Fortschritt in die Pflege: Lindera App soll Sturzrisiko bei Pflegeheimbewohnern verringern

Ältere Menschen neigen häufiger zu Stürzen, oft hat dies schwerwiegende Folgen. Gemeinsam mit dem Health-Tech-Unternehmen Lindera hat die AOK Niedersachsen jetzt eine App in 54 niedersächsischen Pflegeheimen eingeführt, mit der Sturzrisiken verringert werden sollen. Seit Januar 2021 werden Pflegebedürftige mithilfe der SturzApp gezielt mobilisiert.

Es gibt viele Gründe für Stürze: So lassen etwa Kraft, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen im Alter nach. Statistisch gesehen stürzen mehr als 30 Prozent der über 65-Jährigen mindestens einmal jährlich. Ab 80 Jahren sind es bereits 50 Prozent.

„Diese Daten zeigen, dass die Sturzgefahr mit zunehmendem Alter wächst. Hier besteht dringend Handlungsbedarf“, betont Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen.

Neue digitale Technologie in der Pflege

Im Rahmen des zweijährigen Pilotprojekts mit der AOK werden landesweit mehr als 5.700 Seniorinnen und Senioren von den Leistungen der digitalen Mobilitätsanalyse profitieren. Die Bedienung der App ist einfach: Pflegekräfte zeichnen mit einer Tablet-Kamera oder dem Smartphone das Gangbild einer pflegebedürftigen Person in einem 20- bis 30-sekündigen Video auf. Daraufhin erkennt die Anwendung Unsicherheiten beim Gang. Auf Basis der Analyse und eines zusätzlichen Fragebogens übersetzt die künstliche Intelligenz die Ergebnisse direkt in individuelle Empfehlungen zur Sturzprävention, zum Beispiel Bewegungsangebote.

Im Rahmen der Kooperation mit der AOK Niedersachsen integriert Lindera zusätzlich Übungen aus den Bereichen Mobilitätstraining und Kraft- und Balancetraining des AOK-Präventionsprogramms „Aktiv, sicher und mobil“ in das unternehmenseigene System.

Neben dem Schutz vor Stürzen von Pflegeheimbewohnern können auch die mehr als 1.100 Pflegefachkräfte in der Betreuung der Senioren entlastet werden. So lassen sich unter anderem Präventivmaßnahmen besser planen, dokumentieren und koordinieren. Ein weiterer Vorteil: Durch die App-Technologie ist die Gangbildanalyse standortunabhängig einsetzbar und davon profitiert ein Flächenland wie Niedersachsen.

„Die SturzApp ermöglicht es, Präventivmaßnahmen effizient und passgenau auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten auszurichten. Damit setzen wir Maßstäbe“, erklärt Dr. Peter.

Gemeinsam mit Lindera soll die Digitalisierung in niedersächsischen Pflegeheimen vorangetrieben werden. „Im DianaPflegezentrum haben wir bereits erkannt, dass moderne technologische Hilfsmittel die Pflege revolutionieren werden – sei es bei der individuellen Betreuung unserer Patientinnen und Patienten oder der effizienten Dokumentation des Pflegealltags“, sagt Heinz-Josef Schüler, stellvertretender Geschäftsführer des DianaPflegezentrums in Bad Bevensen. „Die Partnerschaft der AOK Niedersachsen mit Lindera gibt unserer Branche einen großen Innovationsschub, der die Weiterentwicklung des Sektors nach vorne katapultiert.“

„Mit der Integration des Präventionsprogramms ‚Aktiv, sicher und mobil‘ der AOK Niedersachsen in unser System ermöglichen wir Menschen, ihre Mobilität zu fördern und zu erhalten – ob in Städten oder auf dem Land. Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir so einmal mehr: Mit Innovation und Lust auf Neues überwinden wir die Grenzen des Gesundheitssystems“, sagt Diana Heinrichs, Gründerin und CEO von Lindera.

Hintergrund:

Die AOK Niedersachen setzt sich aktiv für mehr Mobilität und Lebensqualität von Pflegebedürftigen ein. Unter dem Dach der AOK-Gesundheitspartnerschaft bietet sie stationären Pflegeeinrichtungen seit 2021 verschiedene Präventionsangebote als Paket an. Eins dieser Angebote ist das Präventionsprogramm „Aktiv, sicher und mobil“. Damit soll im Speziellen die Mobilität von Pflegebedürftigen in stationären Pflegeheimen aufrechterhalten und gefördert werden. In kostenlosen Fortbildungen werden Pflege-fachkräfte, Betreuungskräfte und Alltagsbegleiterinnen- und Begleiter in praktischen Übungen geschult, wie sie die physische und kognitive Leistungsfähigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner verbessern können.