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Schachtelhalm: Was kann die Heilpflanze wirklich?
Veröffentlicht am:05.11.2026
5 Minuten Lesedauer
Schachtelhalm gilt als Unkraut – und gleichzeitig als pflanzliches Heilmittel in der traditionellen Medizin. Es soll die Durchspülung der Harnwege fördern oder die Wundheilung unterstützen. Die Aussagekraft der vorliegenden Studien ist jedoch begrenzt.

© iStock / Madeleine_Steinbach
Was ist Schachtelhalm?
Der Schachtelhalm gehört zu den ältesten Gefäßsporenpflanzen der Welt. Er wächst in vielen Regionen nördlich des Äquators und bevorzugt feuchte Standorte mit gemäßigtem Klima. Die Pflanze hat einen langen, grünen Stängel, der von Frühjahr bis Herbst wächst.
Die Art Acker-Schachtelhalm gilt als problematisches Unkraut, das sich nur schwer und nur durch chemische sowie mechanische Maßnahmen bekämpfen lässt. Für Weidetiere und Wiederkäuer kann er giftig sein und den Geruch oder Geschmack in der Milch verändern.
Trotzdem werden dem Schachtelhalm – und insbesondere dem Acker-Schachtelhalm – verschiedene gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. Es sind etwa 30 Arten bekannt, die in der traditionellen Medizin als Heilpflanze genutzt werden.
Wie wird Schachtelhalm angewendet?
Der Acker-Schachtelhalm wird als Küchen- und Heilkraut verwendet. Seine fruchtbaren Stängel werden zum Beispiel als Lebensmittel in gesüßtem Essig oder in gekochten Speisen genutzt.
Schachtelhalm gibt es auch als Tee. Dafür wird getrocknetes Kraut mit heißem Wasser aufgegossen. Hersteller werben zum Teil mit einer Wirkung gegen Blasenentzündungen. Außerdem gibt es Schachtelhalm als Kapseln und Tinkturen, zum Beispiel für Haut, Haare und Nägel.
In der traditionellen Medizin wird Schachtelhalm unter anderem zur Wundversorgung und zur Durchspülung der Harnwege verwendet. Auch bei Rheuma, Schwellungen, Knochenbrüchen oder Erfrierungen kommt er traditionell zum Einsatz.
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Inhaltsstoffe: Was macht Schachtelhalm möglicherweise wirksam?
Schachtelhalm enthält verschiedene Pflanzenstoffe, darunter Flavonoide, Phenole, Phytosterole, Saponine, Sterole, Kieselsäure und ätherische Öle.
Von besonderem Interesse sind unter anderem Flavonoide und andere Pflanzenstoffe mit antioxidativen Eigenschaften. Schachtelhalm enthält außerdem Kieselsäure, eine chemische Verbindung aus Silizium, Sauerstoff und Wasser. Ihr werden positive Effekte auf Haut, Nägel, Haare und Knochen zugeschrieben.
Ob Schachtelhalm diese Wirkungen tatsächlich hat, ist jedoch nicht ausreichend belegt.
Was sagt die Wissenschaft zu den gesundheitlichen Effekten von Schachtelhalm?
Forschende untersuchen, ob Schachtelhalm bei verschiedenen Beschwerden helfen kann. Dazu gehören zum Beispiel Blasen- und Harnwegsbeschwerden, Osteoporose, Wunden oder Haarausfall.
Allerdings gibt es bisher nicht genügend Studien am Menschen, die die vielen traditionellen Anwendungen von Schachtelhalm bestätigen. Im Folgenden werden einige der möglichen Wirkungen genauer betrachtet.
Hilft Schachtelhalm bei Harnwegsbeschwerden?
Die harntreibende (diuretische) Wirkung von Schachtelhalm wird in der traditionellen Medizin sehr geschätzt. Eine Studie untersuchte, ob ein Extrakt aus Acker-Schachtelhalm bei gesunden Menschen die Bildung eines Schutzproteins der Niere im Urin, des Tamm-Horsfall-Proteins (THP), erhöht.
Nach sieben Tagen war mehr THP im Urin der Teilnehmenden vorhanden. Das Protein könnte dazu beitragen, dass sich E. coli-Bakterien schlechter an Zellen der Blase anheften. Ob Schachtelhalm dadurch tatsächlich Harnwegsbeschwerden verhindern oder behandeln kann, wurde in der Studie jedoch nicht untersucht.
Schachtelhalm wird auch bei anderen Beschwerden der Harnwege untersucht, zum Beispiel bei Nierensteinen. Die Forschung am Menschen bleibt aber begrenzt – somit sind keine eindeutigen Aussagen möglich.
Welche Wirkung zeigt Schachtelhalm bei Rheuma?
Es gibt bislang keine Studien am Menschen zur Wirkung von Schachtelhalm bei rheumatischen Erkrankungen. In einem Tierversuch verringerte ein Extrakt aus Himalaja-Schachtelhalm Entzündungszeichen bei Ratten mit künstlich ausgelöster Arthritis.
Ob Schachtelhalm auch bei Menschen mit rheumatoider Arthritis helfen kann, ist nicht belegt. Der Einsatz bei rheumatischen Erkrankungen wird deshalb nicht empfohlen.
Kann Acker-Schachtelhalm die Knochendichte beeinflussen?
Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Schachtelhalm die Knochendichte fördern könnte. Das wäre für Knochenerkrankungen wie Osteoporose relevant.
Eine Studie an Ratten zeigte, dass Schachtelhalm-Extrakt die Knochendichte verbesserte. Als mögliche Erklärung wird unter anderem der Siliziumgehalt des Schachtelhalms diskutiert. Ob sich dieser Effekt auch beim Menschen zeigt, ist unklar. Denn die Ergebnisse aus Tierversuchen lassen sich nicht direkt auf Menschen übertragen.
Fördert Schachtelhalm die Wundheilung?
Schachtelhalmsalben zur äußerlichen Anwendung könnten möglicherweise die Wundheilung unterstützen. Die Forschenden führen die Wirkung auf den Kieselsäuregehalt der Pflanze zurück.
Eine Studie mit Frauen nach einem Dammschnitt bei der Geburt zeigte, dass eine Salbe mit Schachtelhalmextrakt die Wundheilung und Schmerzlinderung förderte. Außerdem verbesserten sich Rötungen und Schwellungen im Vergleich zu den Frauen, die eine Placebosalbe erhielten.
Die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf andere Wunden übertragen. Dazu sind weitere Studien nötig.
Wachsen Haare durch Schachtelhalm besser?
Ob Schachtelhalm selbst das Haarwachstum verbessert oder Haarausfall verringert, ist bislang nicht ausreichend untersucht. Einige Studien untersuchten Präparate, die neben Schachtelhalm weitere Wirkstoffe enthalten. Daher lässt sich ein möglicher Effekt nicht eindeutig dem Schachtelhalm zuschreiben.
Hat Schachtelhalm Nebenwirkungen?
Inwieweit Schachtelhalm Nebenwirkungen auslöst, ist bislang wenig bekannt. Beim Menschen wurde von toxischen Wirkungen berichtet. Bei Pferden kann der Verzehr der Pflanze die sogenannten Taumelkrankheit auslösen.
Präparate aus Acker-Schachtelhalm können zudem Thiaminase enthalten. Dieses Enzym kann Vitamin B1 abbauen. Bei einer längeren Einnahme könnte dadurch ein Vitamin-B1-Mangel entstehen.
Schachtelhalm wirkt harntreibend. Dadurch scheidet der Körper mehr Wasser mit dem Urin aus. Das könnte unter Umständen den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen. Auch bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die die Nieren belasten, ist Vorsicht geboten.
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