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Haarausfall stoppen: Was Sie gegen Haarverlust tun können

Mann mit Haarausfall, kann er ihn stoppen?

© iStock / Ridofranz

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 16.06.2021

Jeder Mensch verliert täglich Haare, egal ob Mann oder Frau. Das ist ganz normal – meistens jedenfalls. In manchen Fällen kann sich dahinter auch krankhafter Haarausfall verbergen. Wann Sie zum Arzt gehen sollten und was die Wurzel des Problems sein kann.

Inhalte im Überblick

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    Gründe für Haarausfall sind völlig unterschiedlich

    Haarausfall: So viele Haare am Tag sind normal

    Haare auf dem Kissen, in der Bürste oder im Duschabfluss sind noch lange kein Grund zur Sorge. Jedes Haar hat einen eigenen Wachstumszyklus, an dessen Ende es aufhört zu wachsen und ausfällt. Anschließend beginnt der Zyklus von Neuem und es wächst wieder nach. Bei Haaren auf der Kopfhaut kann dieser Kreislauf mehrere Jahre dauern, Wimpern oder Augenbrauen hingegen wachsen nur etwa 150 Tage. Darum verliert jeder Mensch täglich Haare. Die Faustregel lautet: 70 bis 100 pro Tag bei einem gesunden Erwachsen sind normal. Und selbst wenn es mehr sein sollten, spricht man nicht zwangsläufig von krankhaftem Haarausfall.

    Auch lichter werdendes Haar mit zunehmendem Alter ist etwas Normales und liegt häufig schon in den Genen. Nach der Wachstumsphase kommen die Haarfollikel an den typischen Stellen, wie zum Beispiel den Geheimratsecken bei Männern, nicht mehr aus der Ruhephase heraus und es bildet sich nach dem natürlichen Ausfallen des Haares kein neues.

    Haarausfall: Wann muss ich zum Arzt?

    Am häufigsten ist der altersbedingte Haarausfall, der vor allem Männer oft schon in jungen Jahren betrifft. Bei diesem Haarausfall ist es nicht notwendig, zum Arzt zu gehen, da es keine wirksame Behandlungsmöglichkeit gibt.

    Einen Arzt aufsuchen sollte man,

    • wenn die Haare plötzlich in großer Zahl („büschelweise“) ausfallen, vor allem wenn dies durch Jucken der Kopfhaut begleitet wird,
    • bei deutlich abgegrenzten kahlen Stellen am Kopf, im Bart oder den Augenbrauen.

    Ferner gibt es Arzneimittel, die Haarausfall verursachen können, das sind vor allem Medikamente gegen Krebs, Rheuma, Depression und Herzprobleme aber auch Antibabypillen können Haarausfall auslösen.

    Darüber hinaus kann exzessives Haarstyling zu Haarausfall führen, wenn dabei an den Haaren gezogen wird oder die Kopfhaut mit heißem Öl oder allergieauslösenden Färbemitteln traktiert wird.

    Frau verliert Haarbüschel, Haarausfall ist kein reines Männerproblem
    Haarausfall ist kein reines Männerproblem, auch viele Frauen sind betroffen

    © iStock / burakkarademir

    Welches Mittel hilft gegen Haarausfall

    Regelmäßig kommen neue Produkte auf den Markt, die versprechen, Haarverlust zu bekämpfen. Ärzte raten aber von solchen Selbstbehandlungen ab. Erstens gibt es für die allermeisten dieser Haarwuchsmittel keinerlei Beleg, dass sie tatsächlich den Haarausfall mindern können, daneben können sie schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Der Wirkstoff Finasterid beispielsweise, den viele Ärzte gegen Haarausfall verschrieben haben, kann bei Patienten schwere Depressionen, und Potenzstörungen bis hin zu Impotenz auslösen. Oft braucht es auch gar keine medizinische Behandlung, weil Haarausfall auch nur vorübergehen auftreten kann oder dem natürlichen Alterungsprozess unterliegt.

    Ob eine Therapie notwendig ist, entscheidet die Art und die Ursache des Haarausfalls. Es gibt drei Hauptformen, zwischen denen die Medizin unterscheidet.

    Androgenetische Alopezie

    Die androgenetische Alopezie, auch anlagebedingter oder männlicher Haarausfall genannt, ist die häufigste Form des Haarausfalls. In etwa 95 Prozent der Fälle ist er auf diese Form zurückzuführen. Die Dermatologie geht davon aus, dass die Ursache eine genetisch bedingte Übersensitivität auf ein bestimmtes männliches Hormon (5alpha-Dihydrotestosteron) ist. Da das Hormon in geringen Mengen auch bei Frauen vorkommt, können sie ebenfalls von dieser Form betroffen sein.

    Allerdings in einer unterschiedlichen Ausprägung: Während die androgenetische Alopezie bei Frauen zu lichterem Haar führt, wird sie bei Männern zunächst durch „Geheimratsecken“ sichtbar und kann zu einer vollständigen Glatze führen. Eine wirksame Therapie gibt es nicht.

    Diffuser Haarausfall

    Bei plötzlich auftretendem Haarausfall, der durch ein Jucken der Kopfhaut begleitet wird, kann eine Infektion mit einem nicht ansteckenden Kopfhautpilz zugrunde liegen. Diesen kann man gut behandeln, dann wachsen die Haare wieder nach. Wenn man zu lange wartet, kann es zu Narbenbildungen mit dauerhafter Zerstörung der Haarfollikel kommen.

    Wenn das Haar über den Schopf verteilt immer dünner wird, liegt ein diffuser Haarausfall vor. Die Ursachen können ganz unterschiedliche sein:

    • äußere Faktoren, wie zu viel Stress oder Schlafmangel
    • Vitaminmangel – kommt aber bei ausgewogener Ernährung praktisch nicht vor
    • Einnahme von Medikamenten
    • Röntgenstrahlen
    • Infektionen
    • Schilddrüsenerkrankungen
    • Hormonschwankungen, beispielsweise nach dem Absetzen der Pille sowie während und nach einer Schwangerschaft

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    Kreisrunder Haarausfall

    Der kreisrunde Haarausfall (Alopezia arreata) beginnt meist mit einzelnen kahlen Stellen am Kopf, die sich schnell ausbreiten. Bei schweren Fällen ist die gesamte Körperbehaarung betroffen und die Haare fallen komplett aus. Als Grund für einen kreisrunden Haarausfall wird ein fehlerhaftes Immunsystem vermutet: Körpereigene Abwehrzellen greifen in dem Fall die Zellen der Haarwurzeln an. Ob das wirklich so ist, ist aber nicht bewiesen.

    Eine Therapie ist schwierig. In 80 Prozent der Fälle wachsen die Haare innerhalb eines Jahres von alleine wieder nach. Es gibt zwar verschiedene Ansätze der Behandlung, bislang fehlt für diese Therapien jedoch der Beleg, dass sie tatsächlich wirken, was auch an der hohen Zahl der Spontanheilungen liegt. Ob und wie behandelt wird, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

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