Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Hessen
Ort/Kasse korrigieren
Beratungscenter werden geladen ...

Zähneputzen kann Leben retten

AOK Hessen informiert über mögliche Gesundheitsrisiken durch Parodontitis

13.03.2009

Bad Homburg. Schlechte Zähne sind weit mehr als ein rein ästhetisches Problem, sie können den gesamten Organismus schädigen. Darauf weist die AOK Hessen hin. In extremen Fällen führt mangelnde Zahnhygiene nach Aussagen der Kasse sogar zu schwersten Erkrankungen. Ursache ist die gefürchtete Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis), die unbehandelt neben weitgehendem Zahnverlust auch einen Herzinfarkt zur Folge haben kann.

Warum das so ist, erklärt AOK-Ärztin Dr. Angela Smith: „Wer seinen Mundraum nicht sorgfältig pflegt - wir wissen mittlerweile, dass dazu auch die Reinigung der Zunge gehört -schafft ein Biotop für Bakterien und Erreger aller Art.“ Über kleinste Wunden im Zahnfleisch, wie sie für eine Parodontitis typisch sind, können dann rund 700 verschiedene Bakterientypen in den Blutkreislauf gelangen und damit unweigerlich auch zum Herzen. Dort, so die Medizinerin, richten sie immensen Schaden an: „Die Bakterien verhalten sich außerordentlich intelligent und machen sich gewissermaßen unangreifbar. Indem sie sich von Blutplättchen einkapseln lassen, sind sie vor der Zerstörung durch das Immunsystem oder Antibiotika geschützt.“ Besonders bitter: Der Infarkt kann jeden treffen. Es ist egal, wie schlank, fit oder gesund man ist. Über denselben Entstehungsweg kann die bakteriell ausgelöste Arteriosklerose die Halsschlagadern betreffen und in der Folge einen Schlaganfall verursachen. Oder es siedeln sich Bakterien an den Herzklappen an und wirken dort zerstörerisch.

Zahnfleischbluten als Warnsignal
„Viele Menschen nehmen Blutungen aus der Mundhöhle auf die leichte Schulter. Dabei können sie Anzeichen für eine beginnende Parodontitis sein“, sagt Smith. Auch Schwellungen, Rötungen oder lockere Zähne sollten die Alarmglocken schrillen lassen. Häufig sei es dann aber schon zu spät für eine dauerhaft wirksame Behandlung. Deshalb gelte: Nur der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt schützt vor chronischen Schäden. „Je früher eine Erkrankung der Zähne oder des Zahnfleisches erkannt wird, desto größer sind die Aussichten, die Probleme auch dauerhaft in den Griff zu bekommen – und mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden.“

Diabetes durch Parodontitis?
Auch für weitere Krankheiten wird die Parodontitis als möglicher Risikofaktor diskutiert: Diabetes, Arthritis, Lungenentzündung. Selbst für Frühgeburten machen einige Forscher mittlerweile die Entzündung des Zahnhalteapparates verantwortlich. Allerdings: Eindeutige Erkenntnisse oder gar Gewissheiten über eine Ursache-Wirkungs-Abhängigkeit gibt es noch nicht. Dr. Smith: „Im Moment wird in der Medizin intensiv geforscht, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können.“ Aber trotz aller offenen Fragen sei eines bereits heute unbestritten: „Wer seine Zähne pflegt und regelmäßig zum Zahnarzt geht, verringert das Risiko eines durch Parodontitis ausgelösten Herzinfarkts beträchtlich.“

Weitere Infos zum Thema gibt es unter: www.aok.de/hessen (linke Menüleiste, „Vorsorge“ und „Zähne“ anklicken)

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Stephan Gill - 06172/272-144 oder Stephan.Gill@he.aok.de