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Weniger Früherkennung im ersten Coronajahr

Bad Homburg. Im Jahr 2020 gingen 57.000 AOK-versicherte Hessinnen und Hessen weniger zur Früherkennung als im Jahr davor. Insofern konnten weniger Erkrankungen wie Prostata-, Haut- oder Brustkrebs diagnostiziert werden. Die Rückgänge in Hessen übertreffen die Bundeswerte teilweise deutlich.

Größter Rückgang beim Hautkrebsscreening

Die zweithöchste Differenz zwischen den Jahren 2020 und 2019 wurde bei der Früherkennung von Brustkrebs gemessen: 15,4 Prozent weniger in Hessen (bundesweit: -9,3 Prozent). Ein noch größerer Unterschied zeigt sich beim Hautkrebsscreening – dort sind es 19,8 Prozent weniger Menschen gewesen (bundesweit: -17,0 Prozent).

Nicht ganz so hoch sind die Rückgänge bei Prostatakrebs (-8,7 Prozent) und Gebärmutterhalskrebs (-6,4 Prozent). Alle Zahlen basieren auf vorliegenden Abrechnungsdaten. Die Ursachen für diese Abweichungen können vielfältig sein, doch ein wesentlicher Faktor dürfte zweifelsohne auch die Pandemie sein.

Krebs-Experten schlagen Alarm

Insbesondere in der ersten Welle gab es Einbrüche bei der Zahl der Teilnehmenden. Auch bei den Krebs-Operationen lassen sich laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK Rückgänge feststellen.

„Es besteht die akute Gefahr, dass Tumore nicht oder zu spät entdeckt worden sind. Das gilt vor allem dann, wenn dieselbe Person eine Früherkennung auch 2021 vermieden haben sollte“, meint Dr. Isabella Erb-Herrmann, Bevollmächtigte des Vorstandes der AOK Hessen. „Gehen Sie zur Vorsorge“, so ihr dringender Appell.