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Vor dem Bildschirm: Kinder brauchen klare Regeln

AOK Hessen rät zur differenzierten Sichtweise von Video- und PC-Spielen

Bad Homburg. Computerspiele sind gefährlich, machen Kinder aggressiv und gewaltbereit. Dieses Vorurteil ist weit verbreitet, trifft aber nicht auf alle Produkte zu. "Es stehen immer nur die so genannten Egoshooter im Mittelpunkt. Das liegt wohl daran, weil vielen Erwachsenen die Welt der PC- und Konsolenspiele fremd ist. Dabei gibt es auch durchaus interessante Konzepte, die sogar gemeinschaftsfördernd sein können", meint Ursula Kohlmann, Diplom-Psychologin bei der AOK Hessen. Viel wichtiger, als diese Spiele zu dämonisieren, sei der verantwortungsvolle Umgang. Deshalb rät die AOK-Expertin allen Eltern, sich gründlich mit der Materie zu befassen: "Klare Spielregeln helfen, Verbote nicht!"

Wenn man über Computerspiele spricht, denkt man schnell nur an gewaltverherrlichende Programme. „Wenn der Spielerfolg nur durch Morden und Illegalität erreichbar ist, sollten Kinder und Jugendliche damit so wenig wie möglich in Berührung kommen", so Ursula Kohlmann. Spiele sollten immer zusammen mit den Eltern ausgewählt werden und bestimmte Kriterien erfüllen: Ist das Spiel altersgerecht? Fördert es die Geschicklichkeit und logisches Denken? Fördert es die Kommunikation, gibt es z. B. einen Mehrspieler-Modus? Durch welche Taktiken und Strategien wird das Spielziel erreicht?

Anspannung und Entspannung
Grundsätzlich ist Spielen etwas Positives – auch am Bildschirm. "Das Spielen am PC oder einer Konsole macht vielen Kindern Spaß, das gilt auch für Mädchen", sagt AOK-Expertin Kohlmann. Momente der Anspannung wechseln mit Momenten der Entspannung, bringen Lust und Freude. Wichtig ist, dass Kinder differenzieren können zwischen dem virtuellen Raum und der Realität. "Dann ist die Gefahr gering, dass sich kämpferische Inhalte eines PC-Spiels in den Alltag auswirken", sagt die AOK-Expertin und fügt hinzu: "Ist ein Kind sozial integriert und hat es Freunde, dann geht es auch nach draußen zum Spielen und sitzt nicht nur vor dem Gerät.“

„Nutzungsverträge“ sind hilfreich
Eine große Hilfe für Kinder und Eltern, den Umgang mit Computerspielen zu regeln, sind „Nutzungsverträge“. Darin einigen sich die "Parteien" auf begrenzte Zeiten, zu denen gezockt werden darf. "Das kann auch schriftlich festgehalten werden", rät Kohlmann. Natürlich gehören auch Konsequenzen bei Nichteinhaltung dazu. Wichtig ist es, dass die Inhalte gemeinsam vereinbart werden. Sinnvoll könne es auch sein, einen computerspielfreien Tag festzulegen. Generell gilt laut AOK-Expertin Kohlmann: Computerspiele sind frühestens ab vier Jahren geeignet. Vorschulkinder sollten nicht länger als eine halbe Stunde am Computer sitzen oder fernsehen. Grundschulkinder zwischen sechs und zehn Jahren könnten insgesamt bis zu einer Stunde vor dem Monitor/Fernseher verbringen. Morgens vor dem Kindergarten oder der Schule sollten sich Kinder grundsätzlich anders beschäftigen. Auch vor dem Schlafengehen rät sie davon ab. Geeignetere und schlaffördernde Rituale seien entspannende Aktivitäten, wie beispielsweise das gemeinsame Lesen einer Geschichte. Damit es in den Familien aber erst gar nicht zu Konflikten zwischen spielenden Kindern und besorgten Eltern kommt, hat Ursula Kohlmann einen Rat für die Erwachsenen: "Spielen Sie einfach mal mit, lassen Sie sich auf eine neue Erfahrung ein.“

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Stephan Gill - 06172/272-144 oder Stephan.Gill@he.aok.de