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Mädchen und junge Frauen in Hessen: Verhütung mit Risiko

Der Anteil hessischer Mädchen und junger Frauen, die mit der Pille verhüten und dafür Wirkstoffe mit einem erhöhten oder unklaren Risiko für die Bildung venöser Thromboembolien erhalten, ist nach wie vor besorgniserregend hoch. Das hat eine aktuelle Analyse der GKV-Verordnungsdaten ergeben, die dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) vorliegen.

Nach wie vor erhält die Hälfte der Mädchen und jungen Frauen Medikamente, die besonders risikoreiche Wirkstoffe beinhalten. Das ist im Vergleich zum Jahr 2010, in dem der Anteil noch bei 71 Prozent lag, zwar ein deutlicher Rückgang. Dennoch: „Es gibt Alternativen, deren niedrigeres Risiko durch Langzeitstudien bekannt ist und auf die Ärztinnen und Ärzte gerade bei der Erstverordnung der Pille zurückgreifen sollten. Insbesondere bei Mädchen und Frauen mit einem erhöhten Grundrisiko –zum Beispiel durch Übergewicht –sollten bevorzugt risikoärmere Wirkstoffe wie Levonorgestrel verordnet werden“, sagt Dr. Christoph-Gèrard Stein aus dem Medizinischen Kompetenz-Center der AOK Hessen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatten die Ärztinnen und Ärzte zuletzt im Juni 2021 im „Bulletin zur Arzneimittelsicherheit“ aufgefordert, bei der Beratung und Anwendung vor allem Präparate mit dem geringsten Risiko für venöse Thromboembolien zu berücksichtigen.„Wir empfehlen allen betroffenen Frauen, mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt darüber zu sprechen, ob sie tatsächlich Wirkstoffe mit niedrigem Risiko erhalten“, sagt Stein.