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Lockdown: Die meisten hatten es längst geahnt

Bad Homburg. Nach ihrer ersten Befragung im Mai vor allem zu gesund-heitlichen Aspekten in der Pandemie hat die AOK Hessen eine weitere Befragung bei Insa Consulere in Auftrag gegeben. Interviewt wurden hierzu Ende Oktober erneut 1.000 Personen ab 18 Jahren, die in Hessen wohnen. In der Summe ist eine Kultur des Verzichts feststellbar und eine eher pessimistische Auffassung darüber, wann ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht.

Bereits vor der Bekanntgabe der aktuellen Beschlüsse befürchteten 57 Prozent der Hessinnen und Hessen, dass ihnen Beschränkungen dieser Art bevor stehen (61 Prozent der Frauen, 53 Prozent der Männer). Genau ein Drittel verneinte das, alle anderen wussten es nicht oder machten keine Angaben.

Hinsichtlich eines wirksamen Impfstoffes sind die Meinungen ebenfalls sehr geteilt: Nur 4 Prozent rechnen mit ihm bis Weihnachten. 31 Prozent gehen von der ersten Jahreshälfte 2021 aus, 38 Prozent wiederum von der zweiten.

Pessimistisch sind immerhin 15 Prozent der Menschen, die davon ausgehen, dass ein Impfstoff erst 2022 oder später Rettung verspricht. Mindestens einmal auf das Virus testen lassen haben sich 20 Prozent der hessischen Bevölkerung (15 Prozent ohne, 5 Prozent mit Symptomen).

Jeder Fünfte meidet Praxen

„Weiterhin zeigt sich, dass eine allzu starke Vorsicht waltet, bei akuten gesundheitlichen Beschwerden eine Praxis aufzusuchen. Dieses Vermeidungsverhalten hat sogar leicht zugenommen und kann im Einzelfall zu ernsthaften Folgen führen“, meint Dr. Angela Smith, leitende Ärztin bei der AOK Hessen.

Waren es im Mai noch 18 Prozent, die sich ein- oder mehrmals nicht haben behandeln lassen, sind es jetzt 20 Prozent. Bei der Fragestellung explizit ausgeschlossen waren Erkältungen oder grippeähnliche Symptome. Doch mit Abstand halten scheint es, zumindest in der Eigenwahrnehmung, zu klappen: 30 Prozent können das immer, 64 Prozent meistens, dafür 5 Prozent selten und 1 Prozent nie.

Den Mitmenschen gelingt es allerdings deutlich weniger nach Ansicht der Befragten: Nur 4 Prozent immer, 56 Prozent meistens, dafür 35 Prozent selten oder nie. Ein nahezu identisches Bild war auch schon im Mai feststellbar.

Sommer-Urlaub 2021 fraglich

Insgesamt 16 Prozent der Hessinnen und Hessen gehen stark davon aus, dass ihre Ferienaufenthalte im Sommer 2021 gefährdet sind. Die Antwortoption „eher stark“ wählen 24 Prozent. Das ergibt 40 Prozent und dürfte ein Indiz dafür sein, dass Buchungen in 2021 erheblich später oder auch gar nicht erfolgen werden. Männer dominieren diese Gruppe etwas: 43 Prozent sehen eine starke Gefährdung ihres Sommer-Urlaubes (37 Prozent der Frauen).

Doch mehr als jeder dritte Einwohner bzw. Einwohnerin (35 Prozent) hatte überhaupt nicht vor, im Sommer wegzufahren, davon über die Hälfte (53 Prozent) im Alter von 60 Jahren oder darüber. Noch Ende Oktober haben 85 Prozent angegeben, komplett oder stark – und zwar in den kommenden Monaten – von Reisen, Feiern, Besuchen und Kulturveranstaltungen abzusehen (komplett: 38 Prozent / stark: 47 Prozent).

Nur wenig Verzicht üben wollen 11 Prozent, 3 Prozent sogar gar nicht. Diese Minderheit von zusammen 14 Prozent besteht insbesondere aus jüngeren Menschen von 18 bis 29 Jahren. Von ihnen will jeder Vierte weit gehend so weiter machen wir vorher auch.

Angaben zur Befragung im Auftrag der AOK Hessen

Institut: Insa Consulere
Stichprobe:

1.000 Personen ab 18 Jahren

Wohnort: Hessen
Umfrage: telefonisch
Feldzeit: 2. Oktoberhälfte 2020