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Herbstblues nicht auf leichte Schulter nehmen

13.11.2014

Die Blätter verfärben sich und fallen wie der Gemütszustand jedes zehnten Bundesbürgers. In den dunkleren Tagen geht unser Elan öfter mal in Kurz-Urlaub. Doch eine Depression im medizinischen Sinne ist der so genannte „Herbstblues“ nicht. Was in Deutschland, erst recht in Skandinavien, wohl bekannt ist, kommt in Spanien oder Süditalien so gut wie gar nicht vor. Allerdings: Halten Symptome wie Antriebslosigkeit, Ängstlichkeit aber auch ein gesteigertes Schlafbedürfnis länger an oder sind sie besonders schwer, ist auf jeden Fall der Gang zum Arzt angezeigt. Denn dann kann hinter dem vermeintlich harmlosen Blues eine saisonal abhängige Depression (englisch: SAD) stecken. Und die kann und sollte behandelt werden.

Grund für die winterliche Missstimmung: Der Lichtmangel löst im Gehirn biochemische Veränderungen aus. Das Hormon Melantonin, das die Schlaf- und Wachphasen steuert, wird vermehrt ausgeschüttet, der Spiegel des „Glückshormons“ Serotonin dagegen sinkt. Das macht schlechte Laune, Müdigkeit, Antriebslosigkeit. Das einfachste Rezept dagegen ist Sport an der frischen Luft oder zumindest ein Spaziergang. „Selbst bei bewölktem Himmel ist das Sonnenlicht draußen drei- bis viermal so stark wie die Zimmerbeleuchtung“, erklärt AOK-Pressesprecher Stephan Gill. Wer 15, besser aber 30 Minuten durch den Park geht, zum Beispiel nach der Arbeit oder in der Mittagspause, hat seinen Glückshormonspiegel ein gutes Stück nach oben korrigiert. Die natürliche „Bestrahlung“ ist durch einen Solariumsbesuch übrigens nicht zu ersetzen. Auf der Sonnenbank nimmt man lediglich ultraviolettes Licht über die Haut auf. Tatsächlich benötigt der Körper aber das gesamte Lichtspektrum, um sich zu regenerieren.

Glück mit Magnesium

Eine ausgewogene Ernährung mit hohem Magnesiumanteil macht glücklich. Wer zusätzlich noch für eine tägliche Extradosis Serotonin sorgt, kann vom Blues zum Swing übergehen. „Das bedeutet: Mehr Nudeln und Kartoffeln als sonst verzehren. Jod mobilisiert zusätzlich die Schilddrüsenfunktion und den Zellstoffwechsel, sorgt somit für einen Energieschub. Fischgerichte und Sushi dürfen deshalb etwas öfter auf dem Speisenplan stehen. Sogar Schokolade ist in Maßen erlaubt“, sagt Gill. Die darin enthaltene Kakaobutter und die Glukose regen die Endorphinbildung an. Ansonsten gilt, dies aber für alle Jahreszeiten: Wer sich eine hohe Tagesdosis Vitamin C gönnt, kommt leichter durchs Leben und stärkt sein Immunsystem. „Eine gezielte Ernährungsumstellung verbunden mit regelmäßiger Bewegung und Sport ist die beste Kur gegen den Herbstblues. Auch zur Prävention ist diese Kombination hervorragend geeignet“, so Gill. Wer diese Ratschläge beherzigt und immer noch verstimmt ist, könnte unter einer echten saisonal abhängigen Depression (SAD) leiden. Bei Psychologen gibt es hierzu eine Faustregel: Die Symptome treten im Herbst (bis Ende November) auf, verschwinden erst im Frühling des kommenden Jahres und werden innerhalb von fünf Jahren in drei oder mehr Wintern festgestellt. Der Gang zum Arzt sollte spätestens dann eine Selbstverständlichkeit sein.