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AOK Hessen: Krankenstand erneut leicht gestiegen

20.04.2015

Der Krankenstand unter den 1,5 Millionen Versicherten der AOK Hessen ist im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr von 5,5 auf 5,6 Prozent moderat gestiegen. Bereits im letzten Jahr gingen die Werte leicht nach oben. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsbericht der AOK. Die AOK-versicherten Arbeitnehmer in Hessen waren 2014 im Durchschnitt 20,3 Tage krankgeschrieben. Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag bei 11,5 Tagen.

 

Besonders hoch war der Krankenstand mit weit über 7 Prozent im Februar, besonders niedrig von Mai bis August. Abgenommen hat im Berichtszeitraum die Zahl der Atemwegserkrankungen. Sie machten 22,2 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle aus und damit etwas weniger als noch 2013 (26,2 Prozent). Es folgen die Muskel-und Skelett-Erkrankungen mit 17,4 Prozent aller Fälle, die Erkrankungen des Verdauungssystems mit 9,4 Prozent und Verletzungen mit 7,2 Prozent. Erst an fünfter Stelle folgen psychische Erkrankungen mit 5 Prozent. Der Anteil von Arbeitsunfähigkeitsfällen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen betrug 3,7 %. Diese Langzeiterkrankungen verursachten 38,7 Prozent aller AU-Tage. Die meisten AU-Tage je Versichertenjahr gab es im technischen Luftverkehrsbetrieb (35,8) und der Ver- und Entsorgung (32). Am wenigsten unter Ärzten (6,3) und Hochschullehrern (4,2).

 

Regionale Unterschiede

Große Unterschiede ergeben sich beim Blick auf die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte. Während der Krankenstand z.B. in Darmstadt mit 4,4 Prozent oder im Hochtaunuskreis mit 5 Prozent ausgesprochen gering war, übertraf er den Landesdurchschnitt im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit 6,3 Prozent deutlich. Auch im Lahn-Dill-Kreis war er mit 6,4 Prozent sehr hoch.

 

Je älter desto kränker

Wenige Überraschungen bringt ein Blick auf den Krankenstand bezogen auf Alter und Geschlecht mit sich. Den niedrigsten gemessenen Wert erreichen mit 3,5 Prozent die Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren. Den mit Abstand höchsten Krankenstand maß die AOK Hessen bei Männern im Alter von 60 bis 64 Jahren. Er lag bei 10,3 Prozent. Grundsätzlich gilt: Je älter die Arbeitnehmer, desto höher die Zahl der Ausfälle. Der Trend zu sehr hohen Ausfallquoten stieg dabei besonders stark ab dem ca. 55. Lebensjahr – bezogen auf beide Geschlechter.

 

Betriebliche Gesundheitsförderung hilft

Die Unternehmen sind allerdings auf gesunde Beschäftigte aller Altersgruppen angewiesen und immer stärker auch auf ältere Beschäftigte, da das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland zukünftig sinken wird. Betriebliche Gesundheitsförderung kann Beschäftigte entlasten sowie deren Gesundheitskompetenz fördern. Damit unterstützt sie Unternehmen, die Gesundheit ihrer Beschäftigten länger zu erhalten. Die AOK Hessen ist seit vielen Jahren in der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) aktiv und kann hier mit interessierten Unternehmen maßgeschneiderte Angebote erstellen. Dazu gehören dann z.B. betriebsspezifische Analysen, Prozessbegleitung und Steuerung von BGF-Maßnahmen, passgenaue Gesundheitsprogramme und ein Erfolgscontrolling.