Pressemitteilung

Über 280.000 Ausfalltage in Pflegeberufen in Westfalen-Lippe wegen psychischer Erkrankungen

23.08.2022 AOK NordWest 2 Min. Lesedauer

AOK-Chef Ackermann fordert bessere Arbeitsbedingungen

Pflegerin kauert am Boden.
Die Pflegebranche in Westfalen-Lippe ist im Vergleich zu anderen Berufen wesentlich häufiger von Arbeitsausfällen aufgrund psychischer Erkrankungen betroffen.

Dortmund. Die Pflegebranche in Westfalen-Lippe ist im Vergleich zu anderen Berufen wesentlich häufiger von Arbeitsausfällen aufgrund psychischer Erkrankungen betroffen. So lag die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle wegen psychischer Erkrankungen bei Gesundheits-, Kranken- und Altenpflegerinnen und -pflegern im vergangenen Jahr fast 66 Prozent über dem Durchschnitt aller anderen Berufsgruppen. Das ergab eine aktuelle Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 59.000 AOK-versicherten Beschäftigten in der Pflegebranche in Westfalen-Lippe. In den vergangenen Jahren sind die Arbeitsunfähigkeitsfälle in der Pflege wegen psychischer Erkrankungen und Burnout kontinuierlich gestiegen. Allein von 2020 bis 2021 um 15,1 Prozent auf 8.902 Fälle. Diese führten insgesamt zu 284.650 Fehltagen, im Jahr zuvor waren es noch 257.829 Ausfalltage. „Das macht deutlich, dass die besonderen Probleme in der Pflege durch die Pandemie noch einmal verschärft worden sind und die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert werden müssen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.

Laut Ergebnissen des Fehlzeiten-Reports des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) stieg die Anzahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 6,0 Tage je AOK-Mitglied in Westfalen-Lippe an und lag damit erneut weit über dem Durchschnitt aller anderen Berufe (3,4 Tage). Der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… bei den AOK-versicherten Beschäftigten in Pflegeberufen in Westfalen-Lippe lag im vergangenen Jahr über alle Krankheitsarten hinweg insgesamt bei 7,21 Prozent, im Durchschnitt aller Berufe hingegen bei 5,87 Prozent.

Seit Jahren zeigen AOK-Analysen, dass psychische und psychosomatische Erkrankungen beim Pflegepersonal zunehmen. „Die Beschäftigten in der Pflege brauchen dringender denn je Entlastung und einen Ausgleich zu den wachsenden Anforderungen ihres Berufs“, fordert Ackermann. Einen solchen Ausgleich kann die Betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… (BGF) schaffen. Sie trägt dazu bei, Arbeitsbelastungen zu vermindern, die individuelle Gesundheit der Pflegefachpersonen zu stärken und die Einrichtungen, in denen sie arbeiten, gesundheitsgerechter zu gestalten. Dazu hat die AOK die Initiative ‚Pflege.Kräfte.Stärken‘ gestartet. „Wir bauen unsere speziellen Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… in der Pflege weiter aus - insbesondere durch zusätzliche digitale Angebote wie Online-Seminare“, so AOK-Chef Ackermann.

Fachkräftemangel führt zu Arbeitsverdichtung

Die Anforderungen in der Pflege sind in den vergangenen Jahren komplexer geworden. Wegen höherer Lebenserwartung gibt es immer mehr demenzkranke und multimorbide Menschen, die viel Zuwendung brauchen und deren Pflege auch Zeit erfordert. Gleichzeitig wird es für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser zunehmend schwer, qualifiziertes Personal zu finden. Zahlreiche Stellen bleiben unbesetzt. Das bedeutet, dass weniger Pflegefachpersonen mehr Aufgaben bewältigen müssen. Hinzu kommt, dass beispielsweise Dienstpläne weniger belastbar sind und Mitarbeitende öfter aus der Freizeit zum Dienst geholt werden. „Diese Mehrbelastungen führen dazu, dass zahlreiche professionell Pflegende dem täglichen Druck nicht mehr standhalten können, krank werden und ausfallen“, so Ackermann.

2 passende Downloads

  • Pressemitteilung vom 23.08.2022 als PDF

    Format: PDF | 77 KB

  • Foto: Pflegebranche

    Format: JPG | 128 KB | 2289 × 1526 px

    Lizenz: Dieses Angebot (Foto, MP3, PDF...) darf für private und kommerzielle nicht-werbliche Zwecke und in sozialen Medien genutzt werden. Bitte geben Sie die Quellenangabe an.

Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest