Pressemitteilung

Positiver Trend setzt sich fort: Weniger risikoreiche Antibaby-Pillen in Westfalen-Lippe verordnet

06.09.2022 AOK NordWest 3 Min. Lesedauer

Dennoch: Jede zweite junge Frau unter 22 Jahren erhält risikoreiche Präparate

Frau hält Packung mit Antibabypillen in der Hand.
Noch immer erhält jede zweite junge Frau unter 22 Jahren in Westfalen-Lippe bei der Antibabypille ein risikoreicheres Präparat der neueren Generation auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben.

Dortmund. In Westfalen-Lippe werden immer weniger risikoreiche Antibaby-Pillen zur Verhütung verordnet. Ein positiver Trend: Dennoch erhält immer noch jede zweite junge Frau unter 22 Jahren, die die Pille auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben bekommt, die risikoreicheren Präparate der neueren Generation. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Danach ist der Verordnungsanteil der kombinierten oralen Verhütungsmittel mit einem höheren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien in den letzten zehn Jahren in Westfalen-Lippe von 68,2 Prozent im Jahre 2011 auf 50,2 Prozent im Jahr 2021 gesunken. „Immer noch erhalten die Hälfte der Mädchen und jungen Frauen Wirkstoffe mit einem erhöhten oder unklaren Risiko für die Bildung von venösen Thromboembolien. Das ist immer noch sehr viel und kritisch zu bewerten. Denn es gibt durchaus Alternativen, die ein niedrigeres Risiko für Thrombosen und Embolien mit einem guten Empfängnisschutz verbinden“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Bewährte Alternativen sind zum Beispiel die Hormonpräparate der sogenannten zweiten Generation, deren niedrigeres Risiko durch Langzeitstudien bekannt ist. Ärztinnen und Ärzte sollten gerade bei der Erstverordnung der Pille auf diese Präparate zurückgreifen. Insbesondere bei Mädchen und Frauen mit einem erhöhten Grundrisiko wie beispielsweise Übergewicht oder Rauchen sollten bevorzugt risikoärmere Gestagene wie Levonorgestrel zum Einsatz kommen.
Außerdem sei im vergangenen Jahr ein neues Gestagen-Monopräparat auf den Markt gekommen, das die Verordnungspraxis langfristig verändern könnte: „Mono-Präparate, die auch als Minipille bezeichnet werden, enthalten nur das Hormon Gestagen. In diesem Falle handelt es sich um Drospirenon. Das neue Präparat bietet mit einem Pearl-Index von 0.73 einen sehr guten Empfängnisschutz und hat laut Studien zugleich ein niedrigeres Risikopotenzial als die kombinierten oralen Kontrazeptiva“, so Ackermann.

Thrombosen und Embolien mit risikoärmeren Präparaten vorbeugen
Eine bundesweite Auswertung zeigt, dass die Pille von immer weniger Mädchen und jungen Frauen zur Verhütung angewandt wird. Während der Verordnungsanteil im Jahr 2010 noch auf einem 20-Jahres-Höchststand von 46 Prozent lag, wurden im vergangenen Jahr nur noch 32 Prozent verzeichnet. Eine Detail-Auswertung zu den verordneten Wirkstoffen zeigt aber, dass der Verordnungsanteil Dienogest auch im Jahr 2021 mit 35 Prozent nahezu unverändert geblieben ist, in Kombination mit dem Östrogen Ethinylestradiol lag der Anteil bei 33 Prozent. „Und das, obwohl das Risiko für venöse Thromboembolien in dieser Kombination um das 1,6-fache erhöht ist“, so Ackermann.
So rate das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist eine selbständige… (BfArM) von der Verordnung Einige Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bedürfen einer schriftlichen Anweisung durch… bei Risiko-Patientinnen ab. Gleiches gelte vermutlich auch für den Wirkstoff Chlormadinon, dessen Verordnungsanteil in den vergangenen zwei Jahren bei etwa zehn Prozent stagniert. Insgesamt haben Ärztinnen und Ärzte im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre zwar mehr risikoärmere Wirkstoffe verordnet. In den letzten Jahren seien jedoch nur geringfügige Verschiebungen in Richtung der risikoärmeren Pillen zu beobachten gewesen. „Insbesondere junge Frauen, die sich für die Verhütung mit der Pille entscheiden und erstmals ein orales Kontrazeptivum einnehmen, sollten sich von ihrer Ärztin über die Risiken und Symptome aufklären lassen und möglichst auf ein Präparat der zweiten Generation zurückgreifen“, rät Ackermann.

Auch Frauen, die schon viele Jahre mit der Pille verhüten, sollten bei Anzeichen einer Thrombose oder Embolie sofort einen Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung eine… aufsuchen. Symptome für eine Thrombose können sein: Starke Schmerzen oder Schwellungen sowie ein merkliches Spannungs- oder Schweregefühl im Bein sowie eine bläulich-rote Verfärbung oder glänzende Haut. Typische Anzeichen einer Lungenembolie sind plötzlich auftretende Atemnot, atemunabhängiger Brustschmerz, Herzrasen oder unerklärlicher Husten.

Empfängnisverhütende Medikamente werden von den gesetzlichen Krankenkassen Die 97 Krankenkassen (Stand: 26.01.22) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… bis zum vollendeten 22. Lebensjahr erstattet.

Weitere Infos zu Verhütungsmittel im Internet unter aok.de in der Rubrik Leistungen von A bis Z.

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Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest