Pressemitteilung

Erneuter Rückgang der Fallzahlen: Deutlich weniger Krätze-Fälle in Westfalen-Lippe

05.10.2022 AOK NordWest 3 Min. Lesedauer
Frau kratzt sich im Nackenbereich.
Starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut: Bei solchen Symptomen kann es sich um Krätze handeln. Die Fallzahlen sind in Westfalen-Lippe aber durch die Corona-Pandemie stark zurückgegangen.

Dortmund. Die Corona-Pandemie hat den Abwärtstrend bei den Krätze-Fällen in Westfalen-Lippe fortgesetzt. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest bei ihren Versicherten hervor. Danach wurden in Westfalen-Lippe in 2021 insgesamt 24.334 Fälle verzeichnet, 28,2 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor (33.900) und sogar 44,4 Prozent weniger als vor der Pandemie in 2019 (43.800). „Wir gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie die Hauptursache für den Rückgang ist, denn die Infektion mit der ansteckenden Hautkrankheit geschieht meist durch engen Hautkontakt mit Erkrankten. Die Kontaktbeschränkungen während der Pandemiezeit sowie die Angst vor Covid-19 haben vermutlich in vielen Fällen körperliche Kontakte reduziert“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.

„Der Rückgang wird auch bei den Medikamenten-Verordnungen deutlich“, sagt Ackermann. So sank die Anzahl der Verordnungen für Medikamente wie Salben und Tabletten, die üblicherweise bei der Behandlung von Krätze eingesetzt werden, allein bei den AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Versicherten in Westfalen-Lippe in 2021 gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent. Die Gesamtausgaben für die Medikamente lagen 2021 bei fast 2,16 Millionen Euro.

Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten, so genannte Krätzmilben, ausgelöst wird. Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Durch den starken Juckreiz ist die Haut oft mit blutigen Kratzspuren übersät. Die Symptome entstehen vor allem durch eine Hautentzündung. Denn wenn Krätzmilben die Haut besiedeln, wird die Haut geschädigt. Dadurch reagiert das Immunsystem und es kommt zu entzündlichen Prozessen mit den typischen Hautveränderungen. Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht schon aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung mit Krätze jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun.

Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je mehr Krätzmilben sich auf der Hautfläche befinden. Direkt von Mensch zu Mensch ist die gewöhnliche Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Dementsprechend sind Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten mit gewöhnlicher Skabies ohne Risiko. Auch eine indirekte Übertragung über Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. So kann es auch in Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen zur Ansteckung kommen.

Um Krätze schnell wieder los zu werden, ist im Erkrankungsfall eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig. Diese zielen vor allem darauf ab, die Milben mitsamt Larve und Eiern abzutöten. „Hygiene und ein gestärktes Immunsystem spielen für den Verlauf eine große Rolle“, so Ackermann. Häufiges Duschen oder Baden und ein guter Immunstatus erschweren die Vermehrung der Milben. Sinnvoll ist es, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Geht dies bei bestimmter Kleidung nicht, dann kann diese für mindestens zwei Stunden im Gefrierschrank bei mindestens Minus 25 Grad aufbewahrt werden.

Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt werden. Außerdem sollten Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden. Weitere Informationen zum Thema im Internet unter aok.de im Gesundheitsmagazin.

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Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest