Pressemitteilung

Arzneimittelausgaben als zentraler Kostentreiber der GKV

02.02.2026 AOK Baden-Württemberg, Stuttgart-Böblingen 3 Min. Lesedauer

AOK-Bezirksrat fordert Einsparpotenziale konsequent zu nutzen

Ein Mann: Herbert Hilgert
Herbert Hilger, Bezirksrat der AOK Stuttgart-Böblingen

Die Krankenkassen geben mehr Geld für Arzneimittel aus als für die ärztliche Behandlung – das Belegen die Zahlen der AOK Baden-Württemberg. „Statt über die telefonische Krankschreibung zu diskutieren, sollte die Debatte darüber geführt werden, wie der finanzielle Druck von den Beitragszahlenden genommen werden kann“, sagt Herbert Hilger vom Bezirksrat der AOK Stuttgart-Böblingen. Im Arzneimittelbereich sieht der alternierende Vorsitzende wirksame Hebel zur nachhaltigen Entlastung der gesetzlichen Krankenkassen. Diese Entlastungen wären sowohl für Versicherte als auch für Arbeitgeber spürbar. 

Die Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steht zunehmend unter Druck. Ein Blick auf die Ausgabenstruktur zeigt dabei deutlich, wo die größten Belastungen entstehen: bei den Arzneimittelausgaben. „Die Kosten für Medikamente zählen inzwischen zu den bedeutendsten Ausgabepositionen der Krankenkassen Die 97 Krankenkassen (Stand: 26.01.22) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… und bieten zugleich erhebliche Ansatzpunkte sowohl für kurzfristige als auch für langfristige finanzielle Entlastungen“, sagt Herbert Hilger, der im Bezirksrat der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Stuttgart-Böblingen die Interessen der Arbeitgeber aus dem Landkreis Böblingen und aus dem Stadtkreis Stuttgart vertritt. 

Die Daten aus dem Unternehmensbericht der AOK Baden-Württemberg belegen, dass rund 29 Prozent der Leistungsausgaben in der Krankenversicherung auf die stationäre Krankenhausbehandlung Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben Anspruch auf vollstationäre… entfallen. Mit einem Anteil von 16,6 Prozent folgen die Ausgaben für Arzneimittel Nach der Definition des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Arzneimittel insbesondere Stoffe und… , dicht gefolgt von den Kosten für die ärztliche Behandlung Die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf ärztliche und zahnärztliche… mit 16,5 Prozent. „Damit wird mittlerweile mehr Geld für Arzneimittel aufgewendet als für die ärztliche Versorgung – also für Ärztinnen und Ärzte, die die Medikamente verschreiben“, so Hilger. 

Der starke Anstieg der Arzneimittelausgaben ist dabei weniger auf demografische Entwicklungen zurückzuführen als vielmehr auf die zunehmenden Kosten für patentgeschützte, insbesondere hochpreisige Medikamente. Das mache deutlich, dass der Ausgabenanstieg kein unveränderbares Naturgesetz sei, sondern politisch und regulatorisch beeinflussbar bleibe, erklärt Hilger, früherer Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Herbert Hilger: „Um so wichtiger ist es, auch bei den bevorstehen Landtagswahlen die Gesundheitspolitik Die Gesundheitspolitik ist ein facettenreiches Gebiet, das weit über die in der Öffentlichkeit mit… stärken in den Fokus zu rücken.“ 

Kurzfristige Entlastungspotenziale sieht Hilger insbesondere durch eine Anpassung des Herstellerrabatts. „Eine Anhebung von derzeit sieben auf 16 Prozent könne die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung um rund 1,8 Milliarden Euro entlasten, ohne die Versorgung der Versicherten einzuschränken“, so der Arbeitgebervertreter.

Darüber hinaus besteht langfristig ein erhebliches Einsparpotenzial bei der Besteuerung von Arzneimitteln. „Während für Medikamente aktuell der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt, unterliegen zahlreiche Güter, wie beispielsweise Schokoriegel, Hundefutter und Schnittblumen einem ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent. Eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf lebenswichtige Arzneimittel könnte Einsparungen von bis zu fünf Milliarden Euro ermöglichen und damit einen spürbaren Beitrag zur Stabilisierung der GKV-Finanzen leisten“, sagt Herbert Hilger.

Vor dem Hintergrund steigender Beiträge und anhaltender Finanzierungsdebatten ist eine konsequente Ausgabenpolitik unerlässlich. Herbert Hilger: „Das Ziel muss sein, die Beitragszahlenden – Versicherte wie Arbeitgeber – nachhaltig zu entlasten, ohne die Qualität ist ein zentrales Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen der… und die Sicherheit der medizinischen Versorgung zu gefährden.“ 

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Porträt Wassiliki Babel
Pressesprecherin

Wassiliki Babel