Pressemitteilung

Rückgang der Krebsvorsorge in Bayern setzt sich fort

25.11.2022 AOK Bayern 3 Min. Lesedauer

AOK Bayern und Bayerische Krebsgesellschaft sensibilisieren zum ersten „Tag der Krebsvorsorge“

Der Einbruch bei mehreren Krebs-Vorsorgeuntersuchungen hat sich in Bayern weiter verstärkt. Bei vier von fünf Vorsorgeuntersuchungen wurde 2022 im Vergleich zu 2019 ein Rückgang verzeichnet. Während der Omikron-Welle im 1. Quartal 2022 war die Teilnahme der gesetzlich Versicherten im Freistaat stark rückläufig bei der Vorsorge Für die medizinische Vorsorge und die Rehabilitation gilt der Grundsatz ambulant vor stationär – das… von Hautkrebs (minus 18 Prozent gegenüber 2019) und Gebärmutterhalskrebs (minus 10 Prozent). Einen Rückgang gab es auch bei den Vorsorgeuntersuchungen der Brust (Mammographie: minus 2,8 Prozent) und der Prostata (minus 1,8 Prozent). Damit ist die Krebsvorsorge noch stärker eingebrochen als bereits im Jahr 2021. Auch hier gab es im Vergleich zum Vor-Pandemiejahr 2019 einen Rückgang bei der Vorsorge von Hautkrebs (minus 7,3 Prozent), Gebärmutterhalskrebs (minus 6,7 Prozent) und Prostatakrebs (minus 1 Prozent). Bei der Mammographie-Vorsorge gab es sogar ein Plus von gut 7 Prozent. Die Daten beruhen auf einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… (Wido Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) und beziehen sich auf alle gesetzlich Versicherten in Bayern.

„Tag der Krebsvorsorge“ für mehr Aufmerksamkeit

Die AOK und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) rufen deshalb den 28. November zum jährlichen „Tag der Krebsvorsorge“ aus – vor diesem Hintergrund möchten auch die AOK Bayern und die Bayerische Krebsgesellschaft für Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… sensibilisieren. 

„Vorsorge erhöht die Heilungsrate, da Tumore in früheren Stadien entdeckt und besser behandelt werden können. Das kann Leben retten“, plädiert Prof. Dr. med. Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft für das Angebot. 

Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, führt aus: „Bei der Teilnahme an der Krebs-Früherkennung ist weiterhin viel Luft nach oben. Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Versicherten auf die Möglichkeiten der Krebsvorsorge aufmerksam zu machen und dazu anzuregen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen." Immerhin hält laut einer repräsentativen bundesweiten Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK eine Mehrheit die Krebs-Vorsorgeuntersuchungen für sinnvoll (94 Prozent von 1.500 Befragten). Die Hälfte der Befragten neigt allerdings dazu, die Vereinbarung entsprechender Termine zumindest ab und zu aufzuschieben. Weitere 26 Prozent der Befragten gaben an, dass sie wegen anderer Aufgaben keine Zeit und Energie für die Krebsfrüherkennung hätten.

Starke regionale Einbrüche bei der Krebsvorsorge

Im Freistaat zeigt die Teilnahme von Versicherten der AOK Bayern an der Krebsvorsorge auch große regionale Unterschiede auf. Bei der Hautkrebsvorsorge gab es letztes Jahr den stärksten Einbruch im Landkreis Regen (minus 29,4 Prozent gegenüber 2019) und bei der Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs im Kreis Traunstein (minus 13,3 Prozent). Den stärksten Rückgang beim Mammographie-Screening gab es im Nürnberger Land (minus 60,7 Prozent) und bei der Vorsorgeuntersuchung der Prostata in der Stadt Bamberg (minus 15,2 Prozent).

Langzeit-Auswertung: regelmäßige Vorsorge ausbaufähig

Laut einer Langzeit-Auswertung von Versicherten der AOK Bayern gibt es auch bei der regelmäßigen Inanspruchnahme der Krebsvorsorge noch Potenzial. So nahmen im Freistaat zwischen 2012 und 2021 beispielsweise weniger als die Hälfte der AOK-Versicherten, die im vergangenen Jahr 65 Jahre alt waren, mindestens eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Früherkennung wahr. Etwa die gleiche Teilnahmequote ergab das regelmäßige Mammographie-Screening, das im betrachteten Zeitraum 47 Prozent der anspruchsberechtigten bayerischen AOK-Versicherten nutzten. Die Hautkrebsvorsorge war noch weniger gefragt: Rund 17 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer im Alter zwischen 45 und 70 haben in den vergangenen zehn Jahren regelmäßig daran teilgenommen. 

Neue Online-Angebote und Vorsorge-Hotline 

Um die Versicherten noch besser rund um die Krebsvorsorge zu informieren, startet die AOK für alle Interessierten das neue Online-Angebot „Vorsorg-O-Mat“. Nach Eingabe individueller Informationen wie Alter und Geschlecht erfährt man, welche Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen anstehen und was sie beinhalten. Zudem gibt es auf der AOK-Homepage und den Social-Media-Kanälen neue Informationsfilme zum Ablauf und Nutzen der einzelnen Krebsvorsorge-Untersuchungen. Darüber hinaus schaltet die AOK für Ihre Versicherten vom 28. November bis zum 2. Dezember eine Vorsorge-Hotline: Speziell geschulte Expertinnen und Experten des medizinischen Info-Telefons Clarimedis beantworten hier Fragen rund um die Krebsvorsorge.  

1 passender Download

  • Rückgang der Krebsvorsorge in Bayern setzt sich fort

    Format: PDF | 499 KB

Dr. Regina Greck
Pressesprecherin

Dr. Regina Greck

AOK Bayern