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Gesundheits-Apps nach dem Digitale-Versorgung-Gesetz

Durch das Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale Versorgung-Gesetz – DVG) soll es künftig „Apps auf Rezept“ geben. Solche Gesundheits-Apps können „gesundheitsfördernd“ sein (wie zum Beispiel Anleitungen für Meditations- oder Konzentrationsübungen), aber auch ein echtes „Medizinprodukt“ sein (z.B. Hautkrebserkennung über die Smartphone-Kamera mit Abgleich über weltweite Bilddatenbanken). Gerade wegen dieser Bandbreite und den unterschiedlichen Wirkungen des Einsatzes solcher Gesundheits-Apps spielt die Qualität der Anwendung eine ganz besondere Rolle, zumal die Krankenkassen im ersten Jahr auch die Kosten solcher Gesundheits-Apps tragen müssen, deren medizinische Wirkung nicht nachgewiesen ist.

Durch das Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale Versorgung-Gesetz – DVG) soll es künftig „Apps auf Rezept“ geben. Solche Gesundheits-Apps können „gesundheitsfördernd“ sein (wie zum Beispiel Anleitungen für Meditations- oder Konzentrationsübungen), aber auch ein echtes „Medizinprodukt“ sein (z.B. Hautkrebserkennung über die Smartphone-Kamera mit Abgleich über weltweite Bilddatenbanken). Gerade wegen dieser Bandbreite und den unterschiedlichen Wirkungen des Einsatzes solcher Gesundheits-Apps spielt die Qualität der Anwendung eine ganz besondere Rolle, zumal die Krankenkassen im ersten Jahr auch die Kosten solcher Gesundheits-Apps tragen müssen, deren medizinische Wirkung nicht nachgewiesen ist.

Redliche Anbieter von Gesundheits-Apps werden gleichwohl versuchen, von Beginn an eine solche Transparenz der Wirkung ihrer Anwendungen bei der ärztlichen Behandlung zu erzeugen, dass Ärzte und Patienten ein Vertrauen aufbauen können und Mitbewerber sich anstrengen müssen, qualitativ mitzuhalten. So sollten Anbieter ausführliche und verständliche Informationen bereitstellen, Rückmeldungen zur Produktverbesserung berücksichtigen und offen mit Anregungen und Kritik umgehen.

Weil der Einsatz von Gesundheits-Apps für die meisten Akteure neu ist, ist es von zentraler Bedeutung, dass sich Ärzte, Patienten, Betreuungspersonal und weitere Betroffene optimal informieren können und Bildungs- und Fortbildungsangebote geschaffen werden, damit der größtmögliche Nutzen aus diesen digitalen Anwendungen gezogen werden kann. Während Medikamente einfach eingenommen werden, erfordern Gesundheits-Apps eine größere Aufmerksamkeit und ein besonderes Verständnis dafür, was sie leisten können – und auch dafür, was sie nicht leisten können.

Um die Qualität von Gesundheits-Apps zu sichern, müssen vertrauenswürdige Institutionen (zum Beispiel aus der Wissenschaft) Kriterien herausarbeiten, wann eine Gesundheits-App eingesetzt werden und mittelfristig eine Kostenerstattung auch von den Krankenkassen erfolgen soll. Denkbar sind Zertifizierungen („Gütesiegel“), aber auch die Etablierung von Bewertungsportalen. Eine besondere Rolle spielt dabei der Datenschutz, der in die Gesundheits-Apps gewissermaßen „eingebaut“ werden soll, damit der Patient die Hoheit über seine Gesundheitsdaten behält. Geschäftsmodelle herkömmlicher Apps, bei denen der Nutzer ganz oder weitgehend „mit seinen Daten zahlt“, dürfen nicht greifen, wenn Gesundheits-Apps bereits vollständig durch Leistungen einer Krankenkasse finanziert werden.

Die Krankenkassen können sich nach dem DVG an der Entwicklung von digitalen Gesundheitsanwendungen beteiligen und dabei zum Beispiel im Wege der öffentlichen Auftragsvergabe vergleichbare Angebote einholen. Dies stärkt zugleich einen marktgerechten Wettbewerb zwischen den Anbietern und fördert Innovationen.

Gesundheits-Apps dienen dem Gemeinwohl, wenn sie einen plausiblen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und Heilbehandlung leisten, ihnen ein redliches, transparentes Geschäftsmodell zugrunde liegt, Datenmissbrauch verhindert wird und alle Akteure ein gutes Verständnis und ausreichendes Wissen über die Wirkzusammenhänge dieser digitalen Anwendungen haben.

Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats für Digitale Transformation der AOK Nordost

Dipl.-Pol. Inga Bergen
Prof. Dr. Wilfried Bernhardt
Prof. Dr. Dr. Waler Blocher
Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Hähnichen
Prof. Dr. Louisa Specht
Dipl.-Psychologin Marina Weisband