Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

Diese Tipps helfen gegen Sodbrennen

Mann hat Sodbrennen und hält sich den Magen.

© iStock / AndreyPopov

Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 29.12.2020

Sodbrennen kennt fast jeder. Vor allem nach einem üppigen Essen kann es zu dem sauren Aufstoßen kommen. Tritt das regelmäßig auf, kann eine Refluxkrankheit dahinterstecken. Sie sollte unbedingt behandelt werden, damit die Speiseröhre keinen Schaden nimmt. Oft helfen schon einfache Tipps.

Inhalte im Überblick

    Was ist Sodbrennen?

    Viele kennen das: Das Essen war üppig und fettig, anschließend scheint der Magen zu rebellieren. Sodbrennen ist die Folge. Dieses Phänomen wird auch Reflux genannt und beschreibt nichts anderes, als dass Magensaft über die Speiseröhre nach oben aufsteigt. Eigentlich sollte das nicht passieren. Dafür befindet sich ein Schließmuskel am Eingang des Magens, eine Art Ventil, das Nahrung und Getränke normalerweise nur in eine Richtung hindurch lässt.

    Wenn der Magen stark gedehnt wird, kann sich dieses Ventil jedoch öffnen, und die Magensäure gelangt nach oben. Ein weiterer Risikofaktor für Sodbrennen ist Übergewicht. Das erhöht den Druck in der Bauchgegend und kann dadurch die Arbeit des Schließmuskels dauerhaft beeinträchtigen. 

    Eine weitere mögliche Ursache ist ein sogenannter Zwerchfellbruch, weil Probleme mit dem Zwerchfell die Lage des Magens verändern können. Auch eine Schwangerschaft, eine Muskelschwäche oder eine vorangegangene Magenoperation können zu regelmäßigem Sodbrennen führen. 

    Bei manchen Menschen gibt es keinen offensichtlichen Grund dafür, dass der Schließmuskel erschlafft. Einen Einfluss darauf haben aber neben fettigen Speisen auch Alkohol und Nikotin. Hinzu kommen zum Teil psychische Ursachen wie Stress und Ärger.

    Tritt Sodbrennen regelmäßig auf, sprechen Mediziner von der Refluxkrankheit. Darunter leiden in Deutschland etwa 20 bis 25 Prozent der Erwachsenen. Übrigens können auch andere Erkrankungen des Verdauungstraktes Sodbrennen auslösen. In der Regel lassen sie sich jedoch gut vom Reflux unterscheiden. Dieser bessert sich nämlich im Stehen und wird schlimmer, sobald sich die Betroffenen hinlegen.

    Ab wann sollten Sie mit Sodbrennen zum Arzt gehen?

    Mann hält sich die Brust weil ihm Sodbrennen zu schaffen macht.

    © iStock / nebari

    Seltenes Sodbrennen, das nur nach einem Festmahl auftritt, ist kein Grund zur Sorge. Kommt es regelmäßig zum Reflux, ist es jedoch sinnvoll, zum Arzt zu gehen und die Ursache abzuklären. In den meisten Fällen helfen schon einfache Tipps und eine Ernährungsumstellung, um das Sodbrennen in den Griff zu kriegen.

    Je häufiger sich Sodbrennen bemerkbar macht, desto größer ist auch der Handlungsbedarf. Denn auf der einen Seite kann das saure Aufstoßen nach dem Essen sehr unangenehm sein und die Lebensqualität deutlich beeinflussen. Wenn der Schließmuskel dauerhaft nicht funktioniert, steigt die Magensäure zudem im Liegen nach oben und stört den Schlaf.

    Auf der anderen Seite kann Sodbrennen auf Dauer gefährlich werden. Bei dem Magensaft handelt es sich um eine Säure, die eine ätzende Wirkung auf die Schleimhäute hat. Das kann unterschiedliche Folgen haben, etwa eine Entzündung der Speiseröhre. Erste Anzeichen sind Halsschmerzen, auch das Schlucken fällt schwer. Im weiteren Verlauf breiten sich die Schmerzen häufig weiter aus. Erbrechen und Durchfall können hinzukommen. 

    Bei etwa 40 Prozent der Menschen mit einer Refluxkrankheit stellen Ärzte zudem sichtbare Schäden an den Schleimhäuten fest, die auch Erosionen genannt werden. Wird das Sodbrennen nicht ausreichend behandelt, verändern sich schließlich unter Umständen die Zellen im unteren Bereich der Speiseröhre. Es kann zum sogenannten Barett-Ösophagus kommen, bei dem die Speiseröhre im unteren Abschnitt verengt ist. Faktisch handelt es sich beim Barett-Ösophagus um eine Vorstufe des Speiseröhrenkrebses.

    Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass beim Anzeigen des Videos Daten an YouTube oder Vimeo übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
    3 Tipps wie du Sodbrennen vermeiden kannst – mit Doc Felix

    Welche Hausmittel können gegen Sodbrennen helfen?

    Schon bei leichtem Sodbrennen ist es sinnvoll, durch einfache Maßnahmen gegenzusteuern. Denn in den meisten Fällen wird der Reflux durch Nikotin sowie durch bestimmte Speisen und Getränke verstärkt. In der Regel sind das Lebensmittel, die besonders süß, sauer, fett oder scharf sind. 

    Wer häufig unter Sodbrennen leidet, sollte daher nicht rauchen und auf diese Produkte verzichten oder sie nur in Maßen genießen:

    Getränke:
    Alkohol
    Kaffee
    Tee
    Kakao
    sehr zuckerhaltige Getränke, wie Limonaden
    Säfte mit viel Zucker oder hohem Säureanteil
    Speisen:
    fettgebackene oder frittierte Lebensmittel
    frisches Brot
    Mayonnaise
    Hülsenfrüchte
    geräucherte Produkte
    Süßigkeiten und Gebäck
    scharfe Gewürze
    Pfefferminz

    Zu den wichtigen Hausmitteln gegen Sodbrennen gehören auch Verhaltensänderungen:

    • Eventuelles Übergewicht sollten Sie nachhaltig reduzieren.
    • Essen Sie nicht über das Sättigungsgefühl hinaus und nehmen Sie lieber vier bis sechs kleine Mahlzeiten am Tag zu sich als wenige große.
    • Essen Sie nicht kurz bevor Sie ins Bett gehen wollen.
    • Lassen Sie sich beim Essen Zeit und kauen Sie die Speisen sorgfältig.
    • Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung keinen Druck auf den Bauchraum ausübt. Hosenbund und Gürtel sollten nicht zu eng sein.
    • Im Bett sollte das Kopfteil leicht erhöht sein, um einen Rückfluss der Magensäure zu unterbinden. Bei manchen Menschen hilft es auch, wenn sie sich auf die Seite legen, weil das die Lage des Magen-Schließmuskels ebenfalls verändert.
    • Reduzieren Sie Stress. Gegebenenfalls können Sie Entspannungsübungen wie autogenes Training, Meditation, Progressive Muskelentspannung oder Yoga ausprobieren.
    • Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung.

    Wie wird die Refluxkrankheit behandelt?

    Ernährungsumstellung und Verhaltensmaßnahmen reichen nicht immer aus, um das Sodbrennen zu begrenzen. Für solche Fälle gibt es verschiedene Medikamente, die dazu dienen, die Magensäure zu neutralisieren oder ihre Produktion einschränken. Sehr selten kann eine Operation nötig werden.

    War dieser Artikel hilfreich?

    Die Früchte der Palmpflanze und Palmöl in einer Schale liegen auf einem Tisch.
    Nachhaltige Lösungen

    Patient beim Aufklärungsgespräch für eine Darmspiegelung.
    Verdauungssystem
    Eine Person hält eine Spritze für eine HPV-Impfung in der Hand, im Hintergrund ist ein junges Mädchen.
    Krebs
    Ein Mann sitzt mit Freunden auf der Couch und checkt sein Smartphone aus Angst, etwas zu verpassen.
    Psychologie