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Wie Tropfen aus dem Wasserrohr

Die Koronare Herzkrankheit hemmt den Blutfluss und führt zum Infarkt

25.09.2008

Wenn Ablagerungen in den Herzkranzarterien die Durchblutung der Herzmuskelzellen gefährlich einschränken, dann liegt eine sogenannte Koronare Herzkrankheit (KHK) vor. Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und ein zu hoher Blutzucker- oder Cholesterinspiegel stellen die größten Risikofaktoren dar. Zum lebensbedrohenden Herzinfarkt kann es kommen, wenn die Betroffenen ihre Lebensart nicht entsprechend anpassen. Vor allem Diabetiker gehören zur Risikogruppe: Jeder vierte Zuckerkranke (Typ 2) ist bereits herzkrank und hat folglich gleich mit zwei chronischen Leiden zu kämpfen.

Die Ablagerungen in den Gefäßen, auch Plaques genannt, stellen bis zu einem gewissen Grad zwangsläufige altersabhängige Veränderungen dar. Durch einen ungesunden Lebensstil können diese jedoch auch schon zu einem früheren Zeitpunkt auftreten und zu den typischen Beschwerden führen. „Wenn sich Kalk in einem Wasserrohr ablagert, dann wird der Durchfluss immer geringer, genauso verhält es sich bei KHK“, erklärt Dr. Angela Smith, Ärztin bei der AOK Hessen. Eine gedrosselte Durchblutung der Herzmuskulatur führt zu einer Sauerstoff-Unterversorgung dieses wichtigen Organs. Meist bemerkt der Betroffene die typischen Symptome zunächst nur bei Belastung: Druck auf der Brust und Engegefühl, Schmerzen, Unwohlsein, Angst. Oft werden auch erste Symptome nicht als solche erkannt. Insbesondere bei Frauen werden KHK-Beschwerden und selbst ein Herzinfarkt oft fehlinterpretiert. Manchmal treten erste Anzeichen gar nicht erst auf bzw. werden nicht wahrgenommen und erst im Nachhinein wird ein bereits abgelaufener stummer Herzinfarkt eher zufällig anhand des EKG entdeckt. Eine ausbleibende oder zögerliche Behandlung kann jedoch lebensgefährlich sein. Befindet sich ein KHK-Patient bereits in Behandlung, so muss er unbedingt darauf achten, ob sich beispielsweise der Charakter der Beschwerden wandelt, also die Intensität, Dauer und Häufigkeit der Schmerzanfälle. In diesem Fall muss sofort der Arzt aufgesucht werden.

Herzgesunde Lebensweise
„Die Umstellung auf eine herzgesunde Lebensweise und eine medikamentöse Therapie können das Fortschreiten aufhalten“, sagt Dr. Smith. Da Nikotin zu einer zusätzlichen Gefäßverengung am Herzen führt, sollte das Rauchen umgehend aufgegeben werden. Außerdem führt Rauchen zu Bluthochdruck. Das Herz muss mehr arbeiten und braucht deshalb mehr Sauerstoff – eine zusätzliche Sauerstoffnot des Herzmuskels ist die Folge. Studien haben belegt, dass ein Rauchstopp das Risiko eines tödlichen Herzinfarkts sogar stärker senkt als alle anderen Therapiemaßnahmen. Wer es ernst meint mit dem Gesundheitsmanagement in eigener Sache, sollte zudem ein eventuelles Übergewichtabbauen. Die besten Aussichten auf eine dauerhaften Erfolg bestehen bei einer jährlichen Gewichtsabnahme von 5-10 Prozent des Ausgangsgewichts durch eine konsequente Änderung der Lebensgewohnheiten. Blitzdiäten führen in der Regel nicht zu dem gewünschten Ziel und sind eher kontraproduktiv. Empfehlenswert ist dabei eine ausgewogene, fettarme Kost. Die Basis bilden pflanzliche Lebensmittel und Fisch. Fleisch sollte nur in Maßen gegessen werden, und helles Fleisch (z. B. mageres Geflügel) sollte gegenüber rotem Fleisch bevorzugt werden. Außerdem muss dem Bewegungsmangel der Kampf angesagt werden. Ausdauersportarten wie Fahrradfahren, aber auch Schwimmen, Wandern und Walken sind geeignet. Der Erfolg liegt dabei in der Regelmäßigkeit: wer abnehmen möchte, sollte sich wenigsten dreimal – besser noch fünfmal - pro Woche bewegen.

Das Behandlungsprogramm AOK-Curaplan der Gesundheitskasse will durch eine strukturierte Therapie der koronaren Herzkrankheit, mindestens halbjährliche Arzttermine und durch die Vereinbarung individueller Therapieziele Folgeerkrankungen verhindern. „Bei AOK-Curaplan wird darauf geachtet, dass der Patient Verantwortung übernimmt und seine Behandlung aktiv mitgestaltet, schließlich geht es um seine Gesundheit“, meint Dr. Smith. Durch einen maßgeschneiderten Behandlungsplan sollen diejenigen persönlichen Risikofaktoren vermindert werden, die durch Lebensstilveränderung beeinflussbar sind.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de