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Was Pflegeprofis stärker macht

Bad Homburg/Frankfurt. Trotz der enormen Arbeitsbelastung in Pflegeheimen während der Pandemie investieren etliche Einrichtungen in die Prävention und Fortbildung ihrer Mitarbeitenden. Allein 2020 fanden 113 Qualifizierungen durch die AOK Hessen und die BAHN-BKK statt, weitere 85 sind bereits für 2021 geplant. Abgedeckt werden Bereiche wie die psychosoziale Gesundheit, kognitive Ressourcen, Konfliktmanagement oder Ernährung im Alter.

„Seit etwa einem Jahr herrscht Ausnahmezustand in vielen Pflegeeinrichtungen. Was dort gestemmt wird, verdient größten Respekt“, meint Markus Schindler, verantwortlich für Prävention in der Pflege bei der AOK Hessen. Man könnte unterstellen, dass die Fortbildung der Belegschaft wegen Covid-19 einen erheblich niedrigeren Stellenwert haben müsste. Doch tatsächlich war die Nachfrage im Krisenjahr 2020 erstaunlich hoch. Insgesamt 32 unterschiedliche Bausteine werden angeboten, allein elf sind erst in den vergangenen Monaten dazu gekommen. „Die meisten Qualifikationen bieten wir jetzt zwangsläufig im Onlineformat an. Zuerst kam uns das vor wie eine Notlösung. Mittlerweile zeigt sich, dass das nahezu genauso effektiv ist“, so Schindler.

Es hätten so viele mehr sein können

Seit 2018 haben über 300 stationäre und teilstationäre Einrichtungen in Hessen Qualifikationen gebucht, das sind fast 40 Prozent aller Anbieter, die es im Bundesland gibt. Gleichwohl bedeutet das auch: Über 500 haben dies bei der AOK Hessen und der BAHN-BKK noch nicht getan, obwohl das Angebot komplett kostenfrei und zertifiziert ist. Das kann mehrere Gründe haben: Eine nur mäßige Datenübertragung vor allem in ländlichen Regionen, sehr wenige oder keine Laptops bzw. PCs auf den Stationen, natürlich auch akuter Zeitmangel. Letztlich hätten 2020 durchaus 300 Veranstaltungen mehr stattfinden können.

Konflikte lösen, Verpflegung verbessern

Besonders oft belegt werden Bausteine aus den Modulen Ernährung und Gewaltprävention. Wie lassen sich Konflikte im Seniorenheim und mit Angehörigen erkennen, analysieren und lösen? Ist eine appetitanregende Verpflegung bei Hochbetagten möglich? Solche und weitere Fragen werden in den Qualifikationen von Fachpersonal systematisch aufgearbeitet. Eine Schulung dauert in der Regel vier Stunden. „Die durchgängig positiven Reaktionen haben unsere Erwartungen sogar übertroffen, und das sogar im Pandemiejahr. 98 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerten die Seminare mit den Noten sehr gut oder gut“, erzählt Sarah Diehl verantwortlich für Prävention in der Pflege bei der BAHN-BKK. Es verwundert dabei kaum, dass der Baustein „Stress während Corona“ besonders oft nachgefragt wurde. Mehr als die Hälfte aller Einrichtungen hat bislang nach speziell diese Schulung gebucht. „Wir setzen nicht auf Frontalunterricht, vielmehr ist das alles sehr dialogisch aufgebaut“, ergänzt Diehl. Man zeige sich auch sehr flexibel hinsichtlich der Uhrzeit. Sogar an Samstagen sind Qualifikationen möglich.