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Projekt DAVET gewinnt Hessischen Gesundheitspreis

10.11.2014

Die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung (TDG) und die AOK Hessen sind am Montag für ihr gemeinsames Projekt DAVET (türkisch: Einladung) mit dem Hessischen Gesundheitspreis 2014 ausgezeichnet worden. Der Hessische Staatsminister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, überreichte Dr. Yasar Bilgin von der TDG und Dr. Wilfried Boroch von der AOK Hessen die begehrte Auszeichnung am Vormittag im hessischen Landtag.

DAVET soll türkeistämmige Patienten für vertragsärztliche Leistungen der Vorsorge und Früherkennung sensibilisieren. Ziel: eine deutliche Steigerung der Inanspruchnahme u. a. des Check-up 35 und der Krebsvorsorge.  Das am 1. Juli 2012 gestartete Projekt endete im Sommer dieses Jahres und wird seitdem von der TDG ausgewertet. Mit ersten Ergebnissen aus der Evaluationsphase ist 2015 zu rechnen. Dr. Wilfried Boroch, Unternehmenssprecher und Politikchef der AOK Hessen, freut sich über den Preis: „Das ist eine tolle Auszeichnung und eine schöne Bestätigung für ein Projekt, das uns sehr am Herzen liegt. Wir versichern fast ein Drittel der hessischen Bevölkerung, 1,5 Millionen Menschen. Und immerhin leben hier 180.000 türkische Staatsbürger, von denen der ganz überwiegende Teil AOK-versichert ist. Hinzu kommen viele Deutsche mit türkischen Wurzeln. Wir möchten Verantwortung für diese Bevölkerungsgruppen übernehmen. Dass dieses Engagement jetzt auf diese Weise honoriert wird, ist besonders schön.“

Geringerer Kenntnisstand

Über 60 Prozent der in Dietzenbach wohnenden Türken und türkeistämmigen Deutschen, fast 4.000 Menschen, sind AOK-versichert. Viele von ihnen, das zeigen Auswertungen, nehmen das umfängliche Angebot zur Früherkennung zum Beispiel von Diabetes, kardiologische Erkrankungen, Haut- oder Darmkrebs sehr selten oder gar nicht wahr. Gleichzeitig bestätigt die Forschung, dass türkeistämmige Patienten zehn Jahre früher einen Herzinfarkt bekommen als der Bevölkerungsdurchschnitt in Deutschland. Diabetes und Hepatitis kommen ebenfalls häufiger vor. Zwar gibt es Ausnahmen, so nutzen türkische Frauen die Krebsvorsorge beim Gynäkologen sogar öfter als ihre deutschen Nachbarinnen, doch insbesondere Männer mit Migrationshintergrund scheuen oft den Weg zum Arzt. „Das liegt zum Teil an Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Patienten und Medizinern, vor allem aber am vergleichsweise nicht ausreichenden Kenntnisstand von Migranten, auch der zweiten und dritten Generation, über die Charakteristika des deutschen Gesundheitswesens“, so Prof. Yasar Bilgin, Vorsitzender der TDG.

 

Über 900 Vorsorgeuntersuchungen

Grund genug für die AOK Hessen, als Partner der TDG dieses bundesweit einmalige und jetzt von prominenter Seite ausgezeichnete Aufklärungsprojekt in Dietzenbach zu erproben. Mit Hilfe von Haus- und Fachärzten aus der Region und begleitet durch Info-Veranstaltungen wurde türkeistämmigen Patienten zwei Jahre lang der Weg zu mehr Gesundheit geebnet. Ein erstes Ergebnis: Über 900 Vorsorgeuntersuchungen fanden in dieser Zeit statt, davon 312 bei Männern und 592 bei Frauen.