Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Hessen
Ort/Kasse korrigieren
Beratungscenter werden geladen ...

Palliativ-Patienten zu Hause rundum versorgt

Krankenkassen setzen auf hessenweiten Vertrag zur ambulanten Betreuung

12.06.2008

Frankfurt. Mit insgesamt acht onkologischen Kliniken in Hessen haben mehrere Krankenkassen gemeinsam Verträge zur integrierten Versorgung von Palliativ-Patienten abgeschlossen. In diesen Tagen ist das Rotes Kreuz Krankenhaus in Kassel hinzu gekommen, mit weiteren potenziellen Partnern wird derzeit verhandelt. Gewährleistet wird eine abgestimmte Rundumbetreuung durch erfahrene Palliativmediziner aus Krankenhaus und ambulanter Praxis, Hausärzten, Pflege- und ambulanten Hospizdiensten, die im Team zusammenarbeiten.

Die Schmerzen der Menschen mit nur noch begrenzter Lebenserwartung zu lindern, im Notfall schnell zur Stelle sein – auch in der Nacht – und die enge Zusammenarbeit mit Pflege- und Hospizdiensten sind wesentliche Bausteine des Konzepts. In 2006 wurde es erstmals mit Erfolg in der HSK, Dr. Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden erprobt und daraufhin von mehreren anderen Krankenhäusern übernommen. Umfängliche Erfahrungen wurden beispielsweise bereits in Hanau und Fulda gesammelt. Die Vertragsabschlüsse mit interdisziplinären Netzwerken aus anerkannten Experten sind aus den inzwischen vier Fachtagungen zur Palliativ- und Hospizversorgung entstanden, die seit 2005 unter der Schirmherrschaft des Hessischen Sozialministeriums durchgeführt wurden. Betroffen sind in erster Linie – aber nicht alleine - Patienten mit Krebserkrankungen im Endstadium. Dabei profitieren nicht nur sie, sondern auch ihre Angehörigen von dem Vertrag. Bekannte Bezugspersonen bleiben weiterhin Ansprechpartner. Damit gehört ein häufiger, unnötiger Wechsel zwischen stationärer und ambulanter Behandlung der Vergangenheit an, denn das hat die Betroffenen regelmäßig stark verunsichert. An jedem Standort ist eine 24-Stunden-Rufbereitschaft installiert, damit in Krisensituationen immer Hilfen verfügbar sind. Im Vorfeld wurden gemeinsam mit den koordinierenden Häusern verbindliche Qualitätsstandards erarbeitet und Behandlungsprozesse festgelegt. Vorgesehen sind außerdem regelmäßige Fallbesprechungen aller Beteiligten, darunter auch Fachärzte und Pflegekräfte. Eine behutsame Trauerbegleitung nach dem Tod des Patienten ist ebenfalls Bestandteil des Konzeptes.

Für Wiesbaden ist ein weiterer Kooperationspartner im Gespräch, in 2008 ist angestrebt, das Konzept auch in Büdingen, Gelnhausen und Limburg sowie im Lahn-Dill-, Schwalm-Eder- und Werra-Meißner-Kreis umzusetzen. Es handelt sich um den in Deutschland ersten flächendeckenden Vertrag im Bereich der Integrierten Versorgung. Beteiligt sind neben der AOK Hessen auch die DAK, die Barmer Ersatzkasse, die Hamburger Münchner Krankenkasse, die IKK Baden-Württemberg und Hessen sowie die Betriebskrankenkassen in Hessen – in der Region Wiesbaden auch die KKH.

Mit folgenden Kliniken wurden Verträge abgeschlossen:
HSK, Dr. Horst-Schmidt-Kliniken (Wiesbaden) – seit 2006
Klinikum Hanau – seit 2007
Klinikum Fulda – seit 2007*
Universitätsklinikum Marburg und Gießen – seit 2007
Krankenhaus Nordwest (Frankfurt)
Klinikum Offenbach
Klinikum Darmstadt
Rotes Kreuz Krankenhaus (Kassel)

* mit den Kooperationspartnern Klinikum Bad Hersfeld und Gesundheitsnetz Osthessen

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de