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Mehr Rauschtrinker in Hessens Kliniken

14.03.2013

Zahl der Woche

Mehr Rauschtrinker in Hessens Kliniken

Neue AOK-Statistik belegt: Vor allem 16- bis 20jährige sind betroffen

Bad Homburg. Neue Zahlen zum Thema Jugendliche und Alkohol legte in dieser Woche die AOK Hessen vor.  Laut einer aktuellen statistischen Auswertung verzeichnete die größte Kasse des Landes in den vergangenen vier Jahren unter ihren 11- bis 30jährigen Versicherten insgesamt 3300 Fälle von „akutem Rausch“ mit stationärer Aufnahme.

Die Tendenz ist steigend. Noch 2009 gab es laut AOK-Statistik „lediglich“ 762 Fälle, 2012 bereits über 900. Besonders gravierend stellt sich die Situation bei den 16- bis 20jährigen dar. 1333 Fälle von Alkoholvergiftung mit Krankenhausaufnahme gingen von 2009 bis 2012 alleine auf ihr Konto. Zum Vergleich: Bei den 26- bis 30jährigen waren es im selben Zeitraum lediglich 603 Fälle, also nicht mal die Hälfte. Dem deutlichen Anstieg der Fallzahlen entsprechend sind auch die Kosten gestiegen. 2012 gab die AOK Hessen 752.000 Euro für die stationäre Behandlung von massiv Betrunkenen aus, 2009 waren es noch 590.000 Euro.

Dr. Angela Smith, Medizinerin bei der AOK Hessen, zeigte sich angesichts der Zahlen besorgt: „Die Zunahme ist kontinuierlich und nicht durch zufällige Häufungen erklärbar. Zudem hat diese Entwicklung über das individuelle Problem der betroffenen Familien hinaus auch ökonomische Konsequenzen für die Versichertengemeinschaft. Die ohnehin schon begrenzten Mittel werden dadurch zusätzlich eingeschränkt.“ Gleichzeitig legte sie jedoch Wert darauf, dass die Ursachen des Fallzahlenanstiegs noch weitgehend im Dunkeln liegen: „Ob sich wirklich immer mehr junge Leute bis zur Besinnungslosigkeit betrinken, oder ob sie heute aufgrund der öffentlichen Diskussion von ihren Freunde bzw. Eltern nur eher in die Klinik gebracht werden, ist schwer zu überprüfen.“