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Im Karneval nicht den Kopf ausschalten

05.02.2015

Die Große Koalition hat sich Anfang Februar auf eine Kondompflicht für Kunden von Prostituierten verständigt. Das nimmt jetzt die AOK Hessen zum Anlass, auf die Bedeutung von Kondomen in einem ganz anderen Zusammenhang hinzuweisen: dem Karneval bzw. Fasching. Laut Gesundheitskasse sei es auf jeden Fall eine gute Idee, in den tollen Tagen „Verhüterlis“ dabei zu haben.

 

Der Hintergrund dieser Empfehlung ist ernst: In Deutschland hat die Zahl der Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) in den letzten Jahren wieder zugenommen. Insbesondere mit Chlamydien, Syphilis, Gonorrhoe, Herpes genitalis und HPV stecken sich die Deutschen nach Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wieder häufiger an. „Der beste Schutz gegen diese Erkrankungen – und auch gegen HIV – ist nach wie vor das Kondom“, sagt Stephan Gill, Sprecher der AOK Hessen. Sexueller Kontakt mit Unbekannten ohne geeigneten Schutz sei ein „Hochrisikospiel“. Und auch die hin und wieder zu hörende Befürchtung, Kondome verminderten das sinnliche Empfinden, sei unberechtigt. „Wir sind ja nicht im 17. Jahrhundert, wo mit Schafsblinddärmen gearbeitet wurde. Die heutigen Produkte sind teilweise nur 0,1 mm dick – und schützen dennoch effektiv“, so Gill.

Allerdings: Der Schutzeffekt eines Kondoms nimmt rapide ab, wenn es unsachgemäß benutzt wird. So sollte man es immer auf sichtbare Beschädigungen untersuchen. Frauen mit langen Fingernägeln sollten beim Öffnen besonders vorsichtig sein – mikrofeine Risse drohen. Selbst beim Drüberziehen können Fehler passieren: „Wichtig ist, dass man Innen- und Außenseite nicht verwechselt – Hinweise dazu findet man in den Verpackungen und im Internet“, sagt Stephan Gill. Und auch das Ablaufdatum ist nicht pro forma aufgedruckt. Kondome werden nach etwa vier Jahren porös und büßen ihre Schutzwirkung ein.