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Empathie-Award Pflege: Preisträger kommt aus Wehretal

Tino Masino in Eschwege geehrt

Eschwege. Im Spätsommer hatte die AOK Hessen ihren Empathie-Award ausgelobt. Gesucht wurden authentische Geschichten aus dem Pflege-Alltag, erzählt von Pflegebedürftigen, Verwandten oder Kolleginnen und Kollegen aus der Einrichtung oder dem Pflegedienst. Insgesamt 76 Erzählungen kamen zusammen. Vier davon haben die Jury der AOK Hessen besonders überzeugt. Tino Masino, der für den Pflegedienst Lebenswert Rexrodt GmbH tätig ist, konnte den zweiten Platz in der Kategorie „Ambulant“ belegen.

„Ihm und dem gesamten Rexrodt-Team ist es gelungen, dass meine Mutter für fünf oder sechs Stunden von der Beatmungsmaschine wegkommt, etwas erleben kann. Er arbeitet ruhig, gewissenhaft und besonnen. Auch in Stress-Situationen – und der Ausfall der Beatmungsmaschine ist eine solche – bewahrt er Ruhe und trifft die richtigen Entscheidungen“, berichtet Corina Lückel aus Calden, die der AOK Hessen auf drei eng bedruckten Seiten ihre positiven Eindrücke geschildert hatte. Tino Masino wusste davon zunächst nichts. Der 28-jährige konnte sein Glück – immerhin ist mit dem Preis auch eine Belohnung von 2.000 Euro verbunden, weitere 1.000 Euro gehen an sein Team – kaum fassen. Er arbeitet erst seit 2013 in der Pflege. „Mich bestätigt diese Auszeichnung darin, den richtigen Beruf ergriffen zu haben. Wobei das wirklich wichtige Feedback von den Patientinnen und Patienten kommt, aber auch von deren Verwandten“, meint er. Natürlich sei diese Arbeit fordernd, aber dass er seinen Enthusiasmus verlieren könnte, damit ist nicht zu rechnen. „Eine sinnvollere Tätigkeit kann ich mir jedenfalls kaum vorstellen“, so Masino weiter. Er ist der Auffassung, dass viel zu oft negativ über die Pflege gesprochen werde und dadurch möglicherweise ein schiefes Bild entstünde.

„Da hat es den Richtigen getroffen“, meint Klaus Herwig, AOK-Beratungscenterleiter in Eschwege. Er hatte den Preisträger eingeladen, um mit ihm über seinen Beruf und den Pflege-Alltag zu sprechen. „Wir wollen mit unserem Empathie-Award Pflegeprofis ehren, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern darüber hinaus besondere menschliche Qualitäten besitzen. Wir glauben, dass professionelle Pflege – auch wenn hier zuweilen ein gewisser Zeitdruck eine Rolle spielt – mit Entgegenkommen und sozialer Wärme zu tun haben kann. Sehr oft sogar. Viele Menschen, die sich für diesen Beruf entschieden haben, sehen ihn als Berufung, nicht nur zum Broterwerb“, meint Herwig. Der dreiköpfigen Jury* der AOK Hessen ist die Geschichte über Tino Masino schon recht früh aufgefallen. Die Auswahl fiel jedoch trotzdem nicht leicht. Zu viele Beiträge haben mitunter sehr berührende, emotionale Begegnungen geschildert, die tagtäglich in hessischen Haushalten, Wohngruppen und Kliniken stattfinden.

*Robert Ringer (Pflegechef), Ralf Metzger (Kommunikationschef), Dr. Angela Smith (Leitende Ärztin)