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Dem Diabetes davon laufen statt unnötig Hungern

AOK Hessen rät von Diäten ab / Besser gesunde Ernährung und Gartenarbeit

Nach konservativen Schätzungen gibt es in Deutschland sechs Millionen Diabetiker, von denen jeder sechste nichts von seiner Krankheit weiß. Dabei ist diese Erkrankung nicht unbedingt schicksalhaft. Der Typ-2-Diabetes kann durch gesunde und trotzdem genussvolle Ernährung aufgehalten werden. „Wer sich dazu noch ausreichend bewegt, das muss nicht gleich Sport sein, gewinnt Lebensjahre dazu“, meint Dr. Dr. Heinz Giesen, Sportmediziner und verantwortlich für Integrative Leistungen bei der AOK Hessen. Seine These lautet: Vorbeugen ist besser als jedes Medikament.

Giesen rät zu 30 Minuten Bewegung täglich am Stück, noch besser wären 40 Minuten – das gilt auch für gesunde Menschen. Das kann der Fußweg zur Arbeitsstelle oder zum Supermarkt sein, der Spaziergang mit dem Hund oder Gartenarbeit. Wichtig sei, dass man langsam anfängt und sich allmählich steigert, ohne einen schnellen Puls zu bekommen. Damit wird die Fettverbrennung effektiv angekurbelt und der Stoffwechsel aktiviert. „Am besten ist ein regelmäßiger Besuch im Sportverein, aber Spaß muss es machen. Der stellt sich nicht immer sofort ein“, weiß Giesen. Deshalb empfiehlt er, nach dem Lustprinzip vorzugehen. Nur wer sich nicht jedes Mal zur Bewegung zwingen muss, bleibt langfristig am Ball. Leider nimmt man weniger schnell ab als zu. Um nur ein Kilogramm Fett abzutrainieren, müsste man zwanzig Stunden am Stück joggen. Doch entscheidend ist, überhaupt zu beginnen: Entweder, um den Diabetes zu vermeiden, oder als Erkrankter mit stabilen Werten und ohne schwer wiegende Folgeerkrankungen zu leben.

In punkto Ernährung sollte es keine Tabus geben, auch nicht für Diabetiker. Fett lässt sich an vielen Stellen einsparen, sogar ohne dass man einen echten Geschmacksverlust in Kauf nehmen muss. So enthält ein kleines Päckchen Butter (Hotelportion) 8 Gramm Fett und 2 Gramm Wasser. Wer diese Menge morgens und abends zu sich nimmt, baut alleine dadurch im Jahr ein Fettpolster von 6 Kilogramm auf. Auch bei der Schlagsahne zum Kuchen wird nicht selten übertrieben. Häufig sogar nur, weil man alle Zutaten verbrauchen will, dabei würde ein Klecks Sahne pro Tortenstück mit Sicherheit ausreichen. Schokolade hingegen, wenn sie mindestens 70 Prozent Kakaoanteil enthält, wird von Medizinern als unbedenklich für Diabetiker eingestuft. Entscheidend ist hier, dass man sich auf 20 oder 30 Gramm täglich beschränkt, für den Blutzucker ist das unschädlich. Auch sollte man alte Gewohnheiten gelegentlich durchbrechen: Es muss nicht zwangsläufig das panierte Steak mit Kartoffel-Rösties und Bechamelsauce sein.

Wem es gelingt, zu jeder Mahlzeit ein Stück Obst oder Gemüse zu essen, ist auf dem richtigen Weg. „Wichtig ist, dass man satt vom Tisch aufsteht. Wer hungert, macht etwas falsch. Das hält praktisch niemand auf Dauer durch“, so Giesen. Je öfter ein Salat auf dem Tisch steht, umso besser. Die AOK Hessen rät deshalb zur Experimentierfreude, ohne gleich exotisch werden zu müssen. Wer mit offenen Augen durch den Supermarkt geht, dem werden vermutlich Gemüse- und Obstsorten auffallen, die man nur vom Sehen kennt, die aber sehr gut schmecken: Fenchelknollen zum Beispiel. Die Variationsbreite ist heutzutage erstaunlich hoch und vor allem erschwinglich, es müssen auch nicht zwangsläufig Bio-Waren sein. „Nicht was gegessen wird ist entscheidend, sondern wie viel und ob es ausgewogen ist“, erzählt Giesen. Manche Produkte werden in ihrem Fettgehalt auch stark unterschätzt. So ist ein normal großes Croissant mit 20 Gramm Fett vollgepackt. Eine Bratwurst enthält so viel Fett wie 1,2 Kilogramm Putensteak. Auch die in Hessen so beliebte Fleischwurst enthält 30 Prozent Fett. „Essen kann man sie natürlich trotzdem, aber in Maßen“, sagt der Mediziner.

Wer mehr zum Thema Prävention und Diabetes erfahren möchte, findet auf www.aok-aktivundvital.de die notwendigen Informationen.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de