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Besser krank daheim bleiben

08.10.2014

Der Husten quält, die Stirn glüht, Kopf und Glieder schmerzen, der Kreislauf macht schlapp – doch statt mit einem Erkältungsinfekt oder einer anderen Erkrankung zu Hause zu bleiben, gehen viele Beschäftigte in Deutschland zur Arbeit. Dann spricht man von Präsentismus. Damit tun Arbeitnehmer aber weder sich noch ihrem Betrieb einen Gefallen.

 

Dass Erwerbstätige trotz gesundheitlicher Probleme an ihrem Arbeitsplatz erscheinen, ist in Deutschland weit verbreitet. So gaben in einer repräsentativen Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen in Berlin (WIdO) etwa zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Erwerbstätigen an, im vergangenen Jahr mindestens einmal zur Arbeit gegangen zu sein, obwohl sie sich richtig krank gefühlt hätten. Jeder Fünfte (20 Prozent) nahm für die Genesung sogar Urlaub. Und jeder Dritte (33,6 Prozent) ging weiter seiner beruflichen Tätigkeit nach, obwohl der Arzt davon abgeraten hatte. Für die Studie befragte das WIdO im Januar und Februar 2014 insgesamt 2.011 Erwerbstätige im Alter von 15 bis 65 Jahren.

 

Doch warum gehen Beschäftigte krank zur Arbeit? Bei manchen steckt möglicherweise Angst vor dem Jobverlust dahinter So gingen in der Gruppe der Befragten mit einem unsicheren Beschäftigungsverhältnis besonders viele gegen den Rat des Arztes zur Arbeit. Ein weiteres Ergebnis der repräsentativen Telefonbefragung: Beschäftigte unter 30 Jahren arbeiten häufiger gegen den Rat eines Arztes als über 50-Jährige. Beschäftigte, die trotz gesundheitlicher Beschwerden ihrem Beruf weiter nachkommen, halten sich meist für besonders engagiert. Dabei ist ihnen höchstwahrscheinlich nicht bewusst, dass dieses Verhalten das Unternehmen möglicherweise mehr kostet und auch das Risiko von Folgeerkrankungen in den folgenden Jahren steigen kann.

 

Studien zeigen, dass für Arbeitgeber die Kosten für kranke Anwesende höher sind als die für kranke Abwesende. Das liegt zum Beispiel daran, dass kranke Mitarbeiter weniger leistungsfähig sind als gesunde. Dadurch erhöhen sich die Häufigkeit von Fehlern und das Risiko von Unfällen, während die Produktivität sinkt. Wenn Beschäftigte Krankheiten nicht auskurieren, können diese auf Dauer zudem chronisch werden, was zu langen Fehlzeiten und damit hohen Kosten führt.